Finanzamt liefert Steuererklärung erstmals per App direkt aufs Handy; 1,2 Mio. Steuerpflichtige in Baden-Württemberg berechtigt; einfache Einkommensverhältnisse nötig; bundesweites Angebot; Konkurrenzmodell in Hessen setzt auf Papier.


Steuer-Digitalisierung: Wenn das Finanzamt die fertige Steuererklärung aufs Handy liefert - Baden-Württemberg Likely publishing date: 2026-04-07

Steuer-DigitalisierungWenn das Finanzamt die fertige Steuererklärung aufs Handy liefert

Zug um Zug, soll das Finanzamt immer mehr Bürgern die Steuererklärung frei Haus aufs Handy liefern. Machbar ist das bereits für 1,2 Millionen Steuerpflichtige in Baden-Württemberg.

Die Steuererklärung steht an und macht keinen Stress? Für viele Steuerpflichtige, die gerade beim Ausfüllen der Formulare für 2025 und vielleicht deswegen wie alle Jahre wieder am Haareraufen sind, klingt das nach Utopie. Aber diese Traumvorstellung soll jetzt Wirklichkeit werden – zumindest für einen Teil der Betroffenen: Das Finanzamt soll Bürgern, deren steuerlichen Verhältnisse einfach strukturiert sind, die Erklärung abnehmen und bequem über eine App aufs Handy liefern. Eine Vorschau auf den Steuerbescheid ist auch gleich mit dabei, erklärt das Finanzministerium in Stuttgart. Im Idealfall müssen die Betroffenen nur noch prüfen, ob sie einverstanden sind und können die Steuererklärung mit einem einzigen Klick abschicken. Wenn es nicht ganz so ideal läuft, können die Betroffenen selbst noch Änderungen und Anpassungen am Handy vornehmen.

Die Funktion heißt „Steuererklärung per App mit einem Klick“. Bei der Steuererklärung vom Amt werden die Steuerdaten genutzt, die beim Finanzamt schon vorliegen. Seit April können sich Interessenten dafür anmelden. Die erste Steuererklärung per Klick könnenSteuerpflichtige, die die Voraussetzungen erfüllen, schon für 2025 so abgeben.

Teilnehmen können Steuerbürger, die in Deutschland leben, ausschließlich Einkünfte aus einem Angestelltenverhältnis oder aus Alterseinkünften beziehen, keine weiteren Einnahmen – etwa Mieteinkünfte oder Kapitalerträge – haben, die Steuererklärung für sich alleine abgeben und keine Kinder angeben. Wer den Service nutzen will, muss außerdem steuerlich bereits so digital unterwegs sein, dass er oder sie einen Elster-Account besitzt und die „Mein Elster+“-App auf sein Smartphone herunterladen.

Bayaz will Steuersachen so einfach machen wie Online-Banking

Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz, der sich seit langem für mehrDigitalisierungund vor allem: eine bürger- und nutzerfreundliche Digitalisierung in Steuerfragen einsetzt, betrachtet die Neuerung als echten Beitrag zur Stressreduktion. „Mit der Ein-Klick-Funktion in der App sind wir hier schon ein gutes Stück weitergekommen und machen Steuern für viele Menschen deutlich unkomplizierter“, erklärt der Grünen-Politiker. „Wir bringen die Steuererklärung endlich dahin, wo sie hingehört: direkt aufs Smartphone.“ Bayaz setzt große Hoffnungen in die Entwicklung: „Genau so sollte digitale Verwaltung heute funktionieren: schnell, verständlich und ohne Papier.“

Der Ehrgeiz, der aus diesen Erwartungen spricht, könnte kaum größer sein. Dabei gab es das letzte Mal, als das staatliche Steuerprogramm Elster Schlagzeilen gemacht hat, einen Orkan an kritischen Stimmen. Das war bei der Grundsteuerreform. Das Urteil über die Staats-Software war damals einhellig: zu kompliziert, zu insiderisch, zu stark an der Sicht der Behörden und zu wenige an den Bedürfnissen der Nutzer ausgerichtet.

Grundsteuerreform in DeutschlandDie verpatzte Digitalreform

Bayaz hat die vergurkte digitale Grundsteuererklärung damals auch kritisiert und Verbesserungen angemahnt. „Unser Anspruch ist, dass Behördengänge so einfach werden wie Online-Banking oder Online- Shopping“, erklärt er jetzt angesichts der neuen Möglichkeiten bei Elster.

Hessen propagiert Konkurrenzmodell auf Papier

Das neue Angebot gilt bundesweit, wie das Stuttgarter Finanzministerium mitteilt. Insgesamt 11,5 Millionen Steuerpflichtige bundesweit können die neuen Möglichkeiten nutzen. InBaden-Württembergkommen laut Angaben der Finanzbehörden 1,2 Millionen Nutzer für die Steuererklärung per Klick in Frage. Programmiert hat die neue Software die Finanzverwaltung von Bayern, die für alle digitalen Elster-Programme verantwortlich ist. Vorangetrieben haben die Entwicklung Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Sie wollen den Nutzerkreis für die Steuererklärung am Handy in den nächsten Jahren zügig erweitern. Die Pioniere setzen auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen und wollen Insellösungen vermeiden.

Doch das ist kein Selbstläufer. Hessen hat mit einem Pilotversuch in Kassel ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Der setzt auch auf eine Steuererklärung vom Amt aufgrund der digital vorhandenen Daten – allerdings auf Papier. Auch dieses Vorgehen hat Interesse in anderen Ländern geweckt.

Die breite Frustration über die Grundsteuerreform zeigt, wie Digitalisierung auf keinen Fall funktioniert. Der Staat muss dazulernen, meint Redakteurin Bärbel Krauß.

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