Drei Geschwister aus Magstadt schiedsrichtern gemeinsam, verbinden Leidenschaft für Fußball mit schwierigen Situationen, persönlichen Entwicklung, Austausch im Team. Eva Schuster will Profifußballerin werden, nutzt Schiedsrichterrolle als zweites Standbein. Schiri-Familie aus Magstadt: „Ich knicke da nicht ein“ – die Schiedsrichter-Leidenschaft dreier Geschwister - Lokalsport Region Böblingen Likely publishing date: 2026-04-07 Schiri-Familie aus Magstadt„Ich knicke da nicht ein“ – die Schiedsrichter-Leidenschaft dreier Geschwister Eva, Jonas und Magnus Schuster gerne als Unparteiische auf dem Platz. Auch wenn sie manchmal mit schwierigen Situationen zu kämpfen haben, nehmen sie mehr fürs Leben mit, als man denkt. Im Fernsehen läuftein Spiel des VfB Stuttgart– und die Meinungen auf dem voll besetzten Sofa gehen auch mal auseinander. „Für mich ist das ein Elfmeter“, heißt es da. Oder: „Keine klare Fehlentscheidung!“ Manchmal auch: „Das sollten sie noch mal auf Abseits prüfen.“ So ein bisschen Uneinigkeit bei der Bewertung von Spielszenen ihres Lieblingsvereins ist unter Geschwistern ja durchaus üblich. Doch bei Eva, Jonas und Magnus Schuster haben die Diskussionen einen speziellen Hintergrund. Die drei schauen nämlich eher weniger auf vergebene Chancen, ungenaue Torschüsse oder verlorene Zweikämpfe der Spieler. Sondernauf die Entscheidungen des jeweiligen Referees. Denn: Eva, Jonas und Magnus sind nicht nur Fußballfans – sondern auchSchiedsrichter. „Gemeinsam Fußball schauen war früher entspannter“, gibt Jonas Schuster zu. Seine Schwester Eva ergänzt zwar: „Oft sind wir uns einig.“. Sie beschreibt aber auch den umgekehrten Fall: „Aber wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind, dann bleibt das auch meistens so.“ Zu den eigenen Entscheidungen stehen – das ist Teil eines Jobs, der auf den ersten Blick nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig ist: Ein Fußballspiel leiten – unter den strengen Augen zahlreicher Zuschauer, die es im Zweifel alle besser wissen. Und selbst, wenn der oder die Unparteiische alles richtig macht, wird es am Ende doch Menschen geben, die unzufrieden sind. Eine undankbare Lage – in die sich Eva, Jonas und Magnus Schuster dennoch seit Jahren begeben. Jonas und Magnus, beide 17, sind Zwillinge. Seit drei Jahren haben sie nicht mehr den Ball am Fuß, sondern die Pfeife im Mund. Jonas pfeift für die VfL Sindelfingen Ladies, Magnusfür die SpVgg Holzgerlingen. Als Spieler haben die beiden oft Referees erlebt, die ihnen zu wenig Engagement zeigten. „Irgendwann“, erinnert sich Jonas, „dachten wir: Das können wir besser.“ Als inMagstadtdamals Schiedsrichter gesucht werden, sind beide schnell Feuer und Flamme. Der Weg führt in den Förderkader der Schiedsrichtergruppe Böblingen Was damals mit Infoabenden, Neulingskursen und einem Leistungstest begann, hat sie inzwischen in den Förderkader der Schiedsrichtergruppe Böblingen geführt. Dieser eröffnet jungen Schiedsrichtertalenten die Möglichkeit, auch in höheren Spielklassen zum Einsatz zu kommen. So stand Magnus bereits bei einem Oberligaspiel als Schiedsrichterassistent an der Seitenlinie. Fischsuppenessen in Böblingen„Da gab es einen Spießrutenlauf“ – was Knut Kircher geprägt hat Die heute 15-jährige Schwester der Zwillinge zog 2024 nach. Sie ist die Jüngste – aber doppelt ehrgeizig. Denn Eva steht auch noch als aktive Spielerin auf dem Feld – in der B-Jugend des Oberligisten VfL Sindelfingen Ladies. Tempo, Intensität und Zweikämpfe – Eva erlebt das Spiel in zweierlei Rollen. „Ich sehe es als Vorteil, dass ich als Schiedsrichterin weiß, worauf ich achten muss“, sagt sie, „der Perspektivwechsel war trotzdem erst einmal eine Herausforderung.“ Klassenfahrt bestärkt den Traum der Profifußballerin Ihr primäres Ziel ist klar: Fußballprofi werden. Die jüngste Klassenfahrt hat ihren Traum vom internationalen Fußball noch mal bestärkt. „Das Stadion von Lyon war großartig“, sagt sie „da würde ich sehr gerne mal spielen.“ Oder ein Spiel leiten – denn sie denkt ja weiter: „Schiedsrichterin zu sein ist mein zweites Standbein, wenn der Traum vom Profifußball nicht klappt, bleibe ich dem Fußball auf diese Weise trotzdem treu.“ Trotz der teils widrigen Umstände. Dass die Schiedsrichterei nicht immer ein Vergnügen ist, zeigt sich schließlich schon in den unteren Ligen und im Jugendfußball. Diskussionen an der Seitenlinie, Eltern, die jeden Pfiff kommentieren, Übungsleiter, die lauter schreien, als es ihre Stimmbänder eigentlich zulassen. Eva, Jonas und Magnus kennen diese Momente, wissen mittlerweile aber damit umzugehen. „Ich unterbreche meistens das Spiel, gehe an die Seitenlinie und rede mit dem Trainer“, erklärt Eva, „bei grenzwertigen Aussagen gebe ich auch mal eine Karte, meistens sind die dann auch ruhig.“ Ihr ist es wichtig, in diesen Situationen „nicht einzuknicken“. Zwar könnte sie gut und gerne auf diese Dinge verzichten, sie sagt aber auch: „Mit Mut und Willen wird man durch diese Erfahrungen noch stärker.“ Eva Schuster bringen schlechte Erfahrungen nicht aus der Ruhe Konkret erinnert sie sich an ein Spiel, in dem es sportlich eigentlich um nichts mehr ging. „Da kamen von den Eltern an der Seitenlinie dumme Kommentare und Beleidigungen, das war schlimm für mich“, beschreibt Eva. Trotzdem bringen sie solche Erfahrungen nicht aus der Ruhe: „Ich hatte zwar danach Angst, dass es wieder passiert. Aber ein gutes Spiel ein paar Wochen später hat mich motiviert weiterzumachen.“ Auch ihr Bruder Magnus kann sich an ein Erlebnis besonders gut erinnern. Vor einem mutmaßlich hitzigen Spiel, das bereits wenige Tage zuvor in einem anderen Wettbewerb stattgefunden hatte, wusste er: „Das wird eine Herausforderung.“ Er sollte Recht behalten. Verletzungen, ein Krankenwageneinsatz und ein aus seiner Sicht fast schon cholerischer Trainer sorgten für Gedanken an einen Spielabbruch. „Ich war froh, dass zwei Schiedsrichter-Kollegen im Zuschauerbereich standen. Alleine hätte ich Angst gehabt, dass noch jemand aufs Feld stürmt.“ Eva, Jonas und Magnus nehmen in den Spielen etwas fürs Leben mit Trotz aller Bemühungen, Appelle und Initiativen gehört die Angst der Referees noch immer zum Alltag. Und doch stehen alle drei Woche für Woche auf dem Platz. Weil sie in den Spielen etwas fürs Leben mitnehmen. „Ich lerne mit Kritik umzugehen und trotzdem bei meiner Entscheidung zu bleiben“, sagt Jonas. Allerdings gibt es auch eine Grenze – die in diesem Fall die Mutter Birgit Hupke gezogen hat: „Wenn ihr das erste Mal mit Pfefferspray auflaufen müsst, dann hört bitte auf.“ Soweit ist es zum Glück noch nicht gekommen. Stattdessen überwiegt das Gefühl, an der Aufgabe zu wachsen. Dabei hilft ihnen auch ihre geschwisterliche Verbindung. Im Normalfall besprechen die drei ihre getroffenen Entscheidungen im Nachgang einer Partie und geben konstruktives Feedback. Eine Stärke, die ihnen in Zukunft in einem möglichen Gespann zugutekommen könnte. Doch das ist aktuell noch Zukunftsmusik. „Keiner von uns pfeift bisher so hoch, dass wir Hauptschiedsrichter in einem Gespann sein können“, erklärt Jonas Schuster. Diese gibt es nämlich erst ab der Landesliga. „In Zukunft wäre das aber eine coole Sache“, ergänzt sein Zwillingsbruder. Eva, Jonas und Magnus haben den Schiedsrichter genau im Blick Bis dahin sind sie gemeinsam also weiter vor allem auf der Couch beim Fußballschauen anzutreffen. Wenn vor allem die Schiedsrichterentscheidungen ganz genau unter die Lupe genommen werden. Schiedsrichter-Chef Knut Kircher wird an Aschermittwoch die Fastenrede beim Böblinger Fischsuppenessen halten. Im Vorfeld sprach er im Interview über Höhen und Tiefen seiner Karriere. „Ich knicke da nicht ein“ – die Schiedsrichter-Leidenschaft dreier Geschwister Karate bei der SV BöblingenFabian Straub ist deutscher Vizemeister in der Landesklasse Gewichtheben beim VfL SindelfingenKaito Möhle erreicht beachtlichen vierten Platz bei DGJ Supercup Fußball-Kreisliga B, Staffel VIIISpVgg Aidlingen II gelingt der späte Ausgleich Fußball-BezirksligaSpVgg Holzgerlingen trauert um 43-jährigen Betreuer Fußball-Kreisliga A, Staffel IIIDer TV Altdorf überholt den TSV Waldenbuch Radrennen „Rund um Schönaich“Franziska Brauße hat Verspätung – und gewinnt trotzdem Fußball-BezirksligaSV Rohrau bleibt über dem Strich Fußball-Landesliga, Staffel IIGSV Maichingen holt den Derbysieg dank einer stabilen Defensive Fußball-Landesliga, Staffel II„Ein Rettungsboot geschickt“ – SV Böblingen gewinnt Derby in Ehningen Fußball-Landesliga, Staffel IIZwei Derbys am Karsamstag Der Kata-Spezialist Fabian Straub von der SV Böblingen ist bei den Deutschen Meisterschaften der Landesklasse Vizemeister geworden. Ein herausragender Erfolg. Kaito Möhle vom VfL Sindelfingen hat beim Supercup der Deutschen Gewichtheber-Jugend das Podest knapp verpasst. Dennoch unterstrich er seine positive Entwicklung. Der SV Oberjesingen II ist in der Fußball-Kreisliga B, Staffel VIII dank des 4:1-Erfolgs beim TSV Waldenbuch II nun Punktgleich mit Tabellenführer GSV Maichingen III. Die SpVgg Holzgerlingen muss von einem Betreuer der Fußballmannschaft Abschied nehmen. Aufgrund des Trauerfalls sind Spiele des Clubs abgesetzt worden. In der Fußball-Kreisliga A, Staffel III hat der TV Altdorf den TSV Waldenbuch überholt. Bei der 50. Auflage von „Rund um Schönaich“ gewinnt erstmals ein Neuseeländer das Männerrennen. Bei den Frauen siegt Franziska Brauße – trotz Verspätung am Start. Der SV Nufringen wollte in der Fußball-Bezirksliga an den jüngsten Erfolg gegen den SV Rohrau anknüpfen. Doch im Heimspiel gegen den VfL Herrenberg hagelte es eine 2:7-Klatsche. Der GSV Maichingen entscheidet das Derby beim VfL Sindelfingen für sich. Dank einer starken Abwehr und einer effizienten Offensive. Die Fußballer der SV Böblingen zeigen drei Tage nach der 2:3-Niederlage gegen den VfL Sindelfingen eine ganz starke Leistung und gewinnen mit 4:1 beim TSV Ehningen. Keine Verschnaufpause in der Fußball-Landesliga, Staffel II: An diesem Samstag stehen die nächsten Spiele an. Und erneut gibt es spannende Nachbarschaftsduelle. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.schiri-familie-aus-magstadt-ich-knicke-da-nicht-ein-die-schiedsrichter-leidenschaft-dreier-geschwister.4bbd0a79-2db4-4f75-b9ec-ae6fa04b3c8f.html Published: 2026-04-07T15:39:00Z Topics: football, people, newspaper Locations: New Zealand, Baden-Württemberg, Böblingen, Germany, France