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  "datePublished": "2026-04-07T16:15:00Z",
  "description": "Australien vor zentralem Kriegsverbrecherprozess gegen Ex-Elitesoldat Ben Roberts-Smith; Vorwürfe gezielter Tötungen wehrloser Gefangener in Afghanistan; vernichtendes Zivilgerichtsurteil, Brereton-Bericht: systematische Morde, umfassende Ermittlungen, internationale Aufmerksamkeit.",
  "articleBody": "Ex-Elitesoldat: Droht Australien ein  Kriegsverbrecherprozess? - Politik\nLikely publishing date: 2026-04-07\n\nDer ehemalige Elitesoldat Ben Roberts-Smith steht im Verdacht, in Afghanistan Gefangene getötet zu haben. Er bestreitet die Anschuldigungen.\n\nAm Dienstagmorgen wurde Ben Roberts-Smith am Flughafen Sydney in Handschellen abgeführt. 17 Jahre zuvor soll er, an einem Ostersonntag im südlichen Afghanistan, einen gefangenen Mann mit einer Beinprothese mit mindestens zehn Schüssen in den Rücken getötet haben. Die Prothese soll er anschließend als Trophäe behalten – und daraus mit Kameraden Bier getrunken haben. Roberts-Smith bestreitet diese und alle weiteren Vorwürfe. Strafrechtlich gilt der 47-Jährige als unschuldig – bis ein Gericht etwas anderes entscheidet. Roberts-Smith ist Träger des Victoria-Kreuzes, der höchsten Tapferkeitsauszeichnung des Commonwealth. Sein Foto mit Queen Elizabeth II. ging um die Welt. Seine Uniform hängt im australischen Kriegsmuseum in Canberra. 2013 wurde er zum „Vater des Jahres“ gekürt. Und nun steht er vor der möglicherweise bedeutendsten Kriegsverbrecherverfolgung in der Geschichte Australiens.\n\nEx-Elitesoldat soll wehrlose Gefangene getötet haben\n\nWährend seines Einsatzes in Afghanistan zwischen 2006 und 2012 soll Roberts-Smith mehrere wehrlose Gefangene eigenhändig getötet oder Untergebene dazu angewiesen haben. Angeklagt wird er in fünf Fällen, die Höchststrafe für die Vergehen ist lebenslange Haft. Zwei Fälle haben besondere Medienaufmerksamkeit erhalten: Im September 2011 soll Roberts-Smith im afghanischen Dorf Darwan einen gefesselten Bauern eine zehn Meter hohe Klippe in ein ausgetrocknetes Flussbett hinuntergestoßen haben. Untergebene sollen diesen dann erschossen haben – auf Befehl von Roberts-Smith.\n\nUntersuchungsberichtAustralische Soldaten töteten 39 Afghanen\n\nWenige Jahre zuvor, im April 2009, hatten australische Spezialeinheiten ein Taliban-Gelände namens „Whiskey 108“ angegriffen. Zwei Männer kamen unbewaffnet aus einem Tunnel, ergaben sich. Einer von ihnen trug die besagte Beinprothese. Roberts-Smith soll ihn außerhalb des Geländes mit einem Maschinengewehr von hinten erschossen haben. Den zweiten Mann soll er einen jungen Soldaten töten lassen haben – als eine Art Initiierung ins Kriegshandwerk. Die Tötung wäre nach der Genfer Konvention ein Kriegsverbrechen – und australische Soldaten werden darin umfassend geschult. Zum Vorwurf des Mordes an dem Mann mit der Beinprothese stellten drei Bundesrichter in ihrem Berufungsurteil 2025 trocken fest: „Anders als bei den meisten Morden gab es hier drei Augenzeugen.“\n\nVernichtendes Urteil auf Roberts-Smiths Verleumdungsklage\n\nRoberts-Smith selbst klagte 2018 gegen die australischen Tageszeitungen „Sydney Morning Herald“, „The Age“ und „Canberra Times“, die seine mutmaßlichen Verbrechen detailliert dokumentiert hatten. Der Journalist Nick McKenzie und seine Kollegen hatten sich auf Augenzeugenberichte und interne Militärdokumente gestützt. Roberts-Smith strengte eine Verleumdungsklage an, finanziert vom Medienmilliardär Kerry Stokes. Der Schuss ging nach hinten los. 110 Verhandlungstage, schätzungsweise 25 Millionen australische Dollar Kosten – und am Ende ein vernichtendes Urteil: Richter Anthony Besanko befand 2023, dass die Vorwürfe „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ der Wahrheit entsprächen. Das Berufungsgericht bestätigte dies 2025. Der Weg zum High Court blieb Roberts-Smith versperrt – sein Antrag auf eine weitere Berufung wurde abgelehnt.\n\nParallel dazu arbeitete seit 2021 das Office of Special Investigations (OSI): abgehörte Telefone, Abhörgeräte, Razzien – und die Kooperation von SAS-Veteranen, die bereit waren, gegen einen der Ihren auszusagen. Einer von ihnen sagte dem „Sydney Morning Herald“ „Es geht um die Wahrheit und um Ehre. Wie ehrt man die Männer, die wir in Afghanistan verloren haben? Indem man die Wahrheit sagt.“ Der Fall wirkt auch deshalb so beunruhigend, weil er über die Person hinausweist. Der Brereton-Bericht, 2020 nach vierjähriger Untersuchung vorgelegt, stützt sich auf mehr als 20 000 Dokumente und 423 Zeugenaussagen und kommt zum Schluss, dass australische Elitesoldaten zwischen 2005 und 2016 mutmaßlich 39 Zivilisten und Kriegsgefangene getötet haben. Die Vorwürfe deuten nicht auf einzelne Exzesse im Gefecht hin, sondern auf kalkulierte Tötungen.\n\nNach vier Jahren Ermittlungen bestätigt ein Bericht den Verdacht: Australische Soldaten haben in Afghanistan Zivilisten getötet. Die Kriegsverbrechen sollen sie danach versucht haben, zu verschleiern.\n\nZwischen Alltag und AlarmIn Israel sinkt der Rückhalt für den Krieg im Iran\n\nNewsblog zu Angriffen auf IranTrump: \"Ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen\"\n\nIran-KriegLösung im Streit um Straße von Hormus?\n\nVorstoß der JustizministerinSchwarzfahren entkriminalisieren – CDU lehnt Hubigs Vorstoß ab\n\nWas sind die Gründe?Justizministerin Hubig will Schwarzfahren entkriminalisieren\n\nWahl in EuropaUngarns ewiger Platzhirsch in Atemnot\n\nKrieg im Iran„Bastards“: Trumps Ultimatum – Kaum Hoffnung auf Waffenruhe\n\nIran-KriegStraße von Hormus: Ultimatum läuft ab – droht jetzt die große Eskalation?\n\nWas bedeutet die schleichende Kriegsmüdigkeit für Netanjahus Regierung – und die nahenden Parlamentswahlen?\n\nNach der Tötung von Irans oberstem Führer setzen die USA und Israel ihre Angriffe fort. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen. Mit unserem Newsblog bleiben Sie auf dem Laufenden.\n\nDer Iran verhandelt mit dem Nachbarn und Hormus-Anrainer Oman über eine gemeinsame Verwaltung der weltwirtschaftlich wichtigen Meerenge.\n\nSollten Schwarzfahrer ins Gefängnis, wenn sie ihre Geldstrafen nicht bezahlen? Jetzt ist die Debatte neu entfacht. Eine Änderung des Strafrechts scheint aber unwahrscheinlich.\n\nWer kein Ticket hat, landet manchmal im Gefängnis. Warum Justizministerin Stefanie Hubig das ändern will und was das für Betroffene und Justiz bedeuten könnte.\n\nDie Lage ist schwierig für den bayerischen CSU-Ministerpräsidenten.\n\nVerbissen und mit harten Bandagen kämpft Premierminister Viktor Orban gegen seine drohende Abwahl. Herausforderer Peter Magyar sitzt ihm im Nacken.\n\nIm Iran-Krieg liegen die Nerven blank. Trump droht Teheran mit wüsten Worten und spricht ein vermeintlich letztes Ultimatum aus. Der Iran gibt sich unbeeindruckt – und poltert selbst.\n\nDonald Trump will ab Dienstag Kraftwerke und Brücken im Iran bombardieren lassen. Teheran droht mit Vergeltungsschlägen am Golf.",
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