Zecken infolge milder Temperaturen ganzjährig aktiv, FSME-Risiko steigt; keine Winterruhe mehr. Impfung nur gegen FSME wirksam, nicht gegen Borreliose. 30 Prozent der Zecken tragen Borrelien. Auch städtische Gebiete betroffen.
Zecken werden zum Ganzjahresproblem - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-07
07.04.2026 16.15 Online seit heute, 16.15 Uhr
Von Zecken übertragene Infektionen, wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis, werden durch die milden Temperaturen immer mehr zum Ganzjahresproblem. Eigentlich fallen Zecken im Winter in eine Ruhephase, das ist laut der Tiroler Gesundheitsdirektorin aber inzwischen kaum mehr der Fall.
Im Vorjahr wurden in Tirol 23 Fälle von FSME gemeldet. FSME ist eine Infektionserkrankung, die meist durch Zecken übertragen wird und nicht unterschätzt werden dürfe, erklärt Theresa Geley, Gesundheitsdirektorin für Tirol.
„FSME ist sicher für ältere Menschen gefährlicher. Kinder üblicherweise, da ist der Verlauf in der Regel nicht sehr ausgeprägt oder eher auf der harmlosen Seite. Aber gerade ab 40, 50 Jahren muss man sich bewusst machen, dass da auch die Anfälligkeit steigt“, so Geley.
Impfung schützt nicht vor Borrelien
Da das FSME-Virus mittlerweile ein Ganzjahresproblem sei, sollte mit der Auffrischungsimpfung nicht bis weit ins Frühjahr gewartet werden. Mit einer Impfrate von 85 Prozent österreichweit sei man aber zufrieden, sagt Geley.
Allerdings schützt die Impfung nicht vor der Infektionskrankheit Borreliose. Diese bakterielle Erkrankung kann ebenfalls nach Zeckenstichen auftreten und im schlimmsten Fall Nerven, Herz oder Gelenke schädigen. Anders als FSME sei Borreliose nicht so gut dokumentiert, da es dafür keine Meldepflicht gibt, sagt Geley.
Zecken auch im städtischen Bereich
Man wisse aber, dass bis zu 30 Prozent der Zecken in Österreich mit Borrelien verseucht seien. „Das ist bei FSME nicht so. Und dementsprechend stecken sich natürlich auch mehr Patienten an.“
Wer viel draußen unterwegs ist, sollte sich entsprechend schützen. Zecken bevorzugen Wälder und hohes Gras. Sie kommen aber auch im städtischen Bereich vor.