Kritik am neuen hvv-Seniorenticket: Fehlende soziale Treffsicherheit durch pauschale Altersgrenze, wohlhabende Seniorinnen profitieren, viele arme Hamburgerinnen ausgeschlossen, Forderung nach einkommensorientiertem Sozialticket, Mobilitätsgarantie für Bedürftige gefordert.


Diakonie Hamburg | „Soziale Treffsicherheit des neuen hvv-Seniorentickets fehlt“ Likely publishing date: 2026-04-07

Aktuelles:„Soziale Treffsicherheit des neuen hvv-Seniorentickets fehlt“

Zwar begrüßt er eine Entlastung für einkommensschwache ältere Menschen - doch greife die pauschale Verknüpfung an eine Altersgrenze aus sozialpolitischer Sicht zu kurz.

Paul Grabbe, Armutsexperte Diakonie Hamburg:

„Dass Senior*innen unterhalb der Armutsgrenze und ohne Sozialleistungsbezug nun ein vergünstigtes Ticket erhalten, ist ein richtiger Schritt. Dennoch fehlt dem Hamburger Seniorenticket die soziale Treffsicherheit, weil auch Menschen, die nicht arm sind, von den steuerfinanzierten Rabatten profitieren. Ein Sozialticket sollte sich konsequent am Einkommen statt am Alter orientieren.“

Während nun auch wohlhabende Seniorinnen der Preissenkung auf 49 Euro profitieren, bleiben viele Hamburgerinnen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, bei der Entlastung unberücksichtigt.

„Mobilität muss für alle Hamburgerinnen unterhalb der Armutsgrenze bezahlbar sein. Notwendig ist ein Sozialrabatt für alle Menschen in Armutslagen – für Erwerbsarme, Einkommensarme und Seniorinnen gleichermaßen. Das wäre sozial gerechter und politisch konsequenter als jede pauschale Altersgrenze.“

Ziel müsse eine Mobilitätsgarantie sein, die sich an der tatsächlichen finanziellen Bedürftigkeit misst, um echte Teilhabe für alle Hamburger*innen zu ermöglichen.