Studie: weltweite Zunahme künstlicher Beleuchtung sichtbar, vor allem in Asien starkes Wachstum, Rückgang in vielen Teilen Europas; Frankreich größter Rückgang; Lockdowns beeinflussten Helligkeit; Licht als Indikator für sozioökonomische Entwicklung.


Analyse von Satellitenbildern: Künstliche Beleuchtung hat weltweit stark zugenommen - Wissen Likely publishing date: 2026-04-08

Analyse von SatellitenbildernKünstliche Beleuchtung hat weltweit stark zugenommen

Die Erde wird nachts heller: In Asien nimmt die künstliche Beleuchtung besonders stark zu, in Teilen Europas geht sie zurück - vor allem in einem Land. Was steckt hinter diesen Entwicklungen?

Storrs - Die künstliche Beleuchtung auf der Erde hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen - und zwar wesentlich schneller als die Weltbevölkerung. Von Anfang 2014 bis Ende 2022 stiegen die Lichtemissionen einer Studie zufolge weltweit um 16 Prozent - die Erdbevölkerung wuchs in diesem Zeitraum nur um grob zehn Prozent. Allerdings war die Entwicklung nicht einheitlich, wie eine internationale Forschungsgruppe in der Fachzeitschrift “Nature” berichtet: Während die Lichtemissionen in verschiedenen Regionen insgesamt um 34 Prozent zunahmen, waren sie anderenorts um 18 Prozent rückläufig.

Das Team um Zhe Zhu von der University of Connecticut in Storrs stützt sich auf die Analyse von insgesamt 1,16 Millionen Satellitenaufnahmen der US-Weltraumbehörde Nasa. “Die beleuchtete Erde, nachts aus dem Weltraum betrachtet, ist ein eindrucksvolles Zeugnis menschlicher Präsenz und offenbart eine “schwarze Murmel”, die zunehmend vomLichtmenschlicher Siedlungen, Industrieanlagen und Energieinfrastrukturen geprägt ist”, schreiben die Studienautoren. Sie nutzten für ihre Analyse tägliche Satellitenaufnahmen aus einem Nasa-Datensatz “Black Marble Night-Time Light”. Dieser berücksichtigt unter anderem atmosphärische Bedingungen, Geländetypen, etwaige Schnee- und Eisbedeckung und auch das Licht des Mondes und korrigiert diese Einflüsse.

Insbesondere in Europa ging die nächtliche Beleuchtung zurück

Besonders groß war die Zunahme der nächtlichen Beleuchtung in dem neunjährigen Untersuchungszeitraum in Asien. Auf nationaler Ebene gab es inChinaund Indien die größten Veränderungen, wenn auch nicht landesweit einheitlich. “In China konzentriert sich die Aufhellung auf die östlichen und zentralen Regionen, bedingt durch Verstädterung und industrielle Aktivität, während die westlichen Gebiete geringere Veränderungen und räumlich fragmentiertere Muster aufweisen”, schreiben Zhu und Kollegen.

In Indien wurden die wirtschaftlich starken Regionen im Süden während des gesamten Zeitraums heller. Im Norden kam ein Programm zur Elektrifizierung ländlicher Räume vor allem in den ersten Jahren zum Tragen.

Insbesondere in Europa ging dagegen die nächtliche Beleuchtung zurück. “Das ist das Ergebnis eines umfassenden technologischen Wandels von älteren, weniger effizienten Beleuchtungssystemen hin zu neueren LED-Systemen, Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und Energieverbrauch sowie umfassenderer nationaler und EU-weiter Vorgaben zur Energieeffizienz”, heißt es in der Studie.

Innerhalb Europas fiel der Beleuchtungsrückgang inFrankreichmit Abstand am deutlichsten aus (minus 33 Prozent), gefolgt vonGroßbritannien(minus 22 Prozent) und den Niederlanden (minus 21 Prozent). InDeutschlandgab es je nach Region teils eine Zunahme, teils aber auch einen Rückgang der nächtlichen Beleuchtung.

Klar zu erkennen war in vielen Ländern die Verringerung der Beleuchtungsstärke durch die Lockdowns während der Corona-Pandemie. Die präzise Datenanalyse zeigt den Forschern zufolge, dass Veränderungen in der künstlichen Beleuchtung sehr verschiedene Ursachen haben können. Dazu zählen etwa der Ausbau von Siedlungen, Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte, das Einrichten und Abschalten von Gasfackeln in Zusammenhang mit der Erdgasförderung oder der Wechsel zu LED-Beleuchtung.

Das Team plädiert dafür, die nächtliche Lichtintensität als Hinweis auf die sozioökonomische Entwicklung eines Landes zu werten. Veränderungen der Beleuchtung könnten auf einen raschen technologischen Wandel hindeuten, aber auch auf politische Eingriffe oder wirtschaftliche Instabilität.

Generell sei das Signal jedoch klar, bilanziert das Team: “Die schwarze Murmel Erde wird nicht nur heller; sie pulsiert mit immer stärkeren Ausschlägen und hallt wider vom sich verstärkenden Herzschlag menschlicher Aktivität.”

Künstliche Beleuchtung hat weltweit stark zugenommen

Zukunft der ZivilisationWie sich die Menschheit entwickeln kann, ohne sich zu ruinieren

Grippe, Covid, RSVWie Infektionen Herzinfarkte verursachen können

Schwer verlaufende Infektionskrankheiten wie Grippe oder Covid können schwerwiegende Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Forschende wissen jetzt, woran das liegt und raten deshalb zu bestimmten Schutzmaßnahmen.

StraßenverkehrMerkt man, wenn man geblitzt wird?

Warnzeichen erkennenSo fühlt sich ein Herzinfarkt an

WHO-Liste zu Bakterien und VirenDas sind die 17 gefährlichsten Krankheitserreger weltweit

Der letzte WartburgEnde einer sozialistischen Nobelkarosse

Waffenruhe zwischen Iran & USAIst jetzt ein guter Zeitpunkt, um Heizöl zu tanken?

FreiheitsstrafeWas bedeutet “lebenslang” in Deutschland?

Krieg in NahostWarum ist Diesel teurer als Benzin? - Das sind die Gründe

Steinzeitlicher Steinbruch in SüdafrikaSchon vor 220.000 Jahren bauten Menschen gezielt Rohstoffe ab

Der Abbau von Rohstoffen für die Herstellung von Werkzeugen war fundamental für die Weiterentwicklung des Menschen. In Südafrika haben Tübinger eine 220.000 Jahre alten Tagebau von Hornfels entdeckt.

Eine neue Studie mit Zukunftsszenarien richtet den Blick weit nach vorn. Sie zeichnet ein Bild von Klima und Umwelt bis Ende des 21. Jahrhunderts. Bezugspunkt sind die „planetaren Grenzen“, die einen sicheren Handlungsraum für die Menschheit markieren.

Blitzer lauern an vielen Ecken und die Bilder können schnell teuer werden. Aber merkt man es immer, wenn man geblitzt wurde?

Plötzlich ist er da: Ein heftiger Druck auf der Brust, als würde darauf ein Elefant stehen. Warnzeichen für einen Herzinfarkt. Es gibt aber auch subtilere Symptome, die man schnell verwechselt.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie schlecht die Menschheit auf globale Erkrankungen vorbereitet ist. Die WHO hat deshalb erstmals eine Liste der gefährlichsten Keime erstellt, gegen die dringend Impfstoffe entwickelt werden sollten.

Vor 35 Jahren sind die letzten Autos der Marke Wartburg fabriziert worden.

Seit dem Beginn des Kriegs zwischen Iran und USA haben die Preise für Heizöl historische Hochs erreicht. Mit der heute beginnenden zweiwöchigen Waffenruhe fallen nun allerdings die Rohölpreise wieder. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Heizöl zu tanken?

Nach dem tödlichen Autorennen von Ludwigsburg wurde ein Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch was bedeutet „lebenslang“ im deutschen Strafrecht tatsächlich – und wie lange bleiben Verurteilte wirklich im Gefängnis?

Diesel war lange Zeit günstiger als Benzin, doch mit der Eskalation im Nahostgebiet ist Diesel nun plötzlich teurer. Aber warum ist das so?