Dagersheimer Anwohner fordern Blitzer-Kontrollen in Spielstraße Mühlgasse wegen rücksichtslosen Fahrens, Stadt verweist auf bauliche Einschränkungen; Gemeinden begrenzt handlungsfähig, Anwohner improvisieren Blitzer-Attrappen. Anwohner in Dagersheim: „Hier ist eine Spielstraße – warum könnt ihr nicht mal bei uns blitzen?“ - Landkreis Böblingen Likely publishing date: 2026-04-08 Anwohner in Dagersheim„Hier ist eine Spielstraße – warum könnt ihr nicht mal bei uns blitzen?“ Blitzer sind bei Autofahrern verhasst. Der Anwohner einer Dagersheimer Spielstraße sieht das Thema ganz anders. Er würde sich über mehr Kontrollen freuen. Ein Auto fährt die Dagersheimer Albert-Schweizer-Straße hinunter. Dass Tempo-30-Schild hat der Fahrer wohl übersehen, ausgeblendet oder schlichtweg vergessen. Auf Höhe desBezirksamtswird er von einem roten Lichtpunkt unsanft daran erinnert. „Klar! Da blitzen sie, weil es sich da wohl für sie lohnt. Aber eigentlich sollten sie das doch an Gefahrenstellen machen“, findet Bektas Hekim. Der Dagersheimer wohnt an so einer Gefahrenstelle – genauer gesagt in der Mühlgasse, gleich um die Ecke vom Bezirksamt und dem dort aufgestelltenBlitzer. Unbeaufsichtigtes Spielen ist zu riskant Das mit VfB-Aufklebern und Kratzern überzogene blaue Spielstraßenschild am Eingang zu der schmalen Straße ist eigentlich nicht zu übersehen: „Fahren nur in Schrittgeschwindigkeit“ und „Parken nur an markierten Stellen“ steht darauf. Dennoch parken und fahren einige hier ziemlich rücksichtslos. Bektas Hekim ärgert das. Einnahmen aus BlitzernBöblingen ist Blitzerhauptstadt im Landkreis „Früher haben meine Kinder hier gespielt und Straßenmalerei gemacht“, erzählt der 55-Jährige von Zeiten, in denen die Mühlgasse nicht nur dem Schild nach eine Spielstraße war. Mittlerweile hat er Enkelkinder. „Die kannst du hier aber nicht mehr alleine draußen lassen. Da muss immer jemand dabei sein“, sagt Hekim, der seit 35 Jahren im Sindelfinger Mercedes-Werk arbeitet. Seit den Tagen, als seine Kinder hier vergleichsweise gefahrlos spielen konnten, hat sich die parallel zur Schwippe verlaufende Mühlgasse deutlich verändert. Dank Nachverdichtung ragen dort jetzt Mehrfamilienhäuser nach oben; entsprechend viele Autos drängen sich um die begrenzte Parkfläche. Das verschärft die Situation zusätzlich – wie sich auch am Osterwochenende bei demHausbrandin unmittelbarer Nachbarschaft zu Hekims Wohnsitz zeigte. Hier musste die Feuerwehr auf sehr beengtem Raum agieren. Die am Straßenrand abgestellten Autos machen die Straße zudem unübersichtlich. „Aus jeder Ecke kann ein Auto rauskommen“, sagt Hekim. Wie aufs Stichwort prescht ein SUV durch die Gasse. Was, wenn jetzt plötzlich ein anderes Auto aus einer Einfahrt herausfahren oder ein Kind einem Ball hinterherrennen würde? Daran mag Betas Hekim lieber nicht denken. Zusammen mit weiteren Anwohnern würde er sich wünschen, dass die StadtBöblingenin der Mühlengasse endlich Geschwindigkeitskontrollen macht. So einfach geht das aber nicht. Brand in DagersheimFeuer breitete sich in Sekundenschnelle aus - „Ich hab gesagt: Alle raus!“ Wie Böblingens Pressesprecher Gianluca Biela mitteilt, „sind Messungen in verkehrsberuhigten Bereichen grundsätzlich möglich und werden in Böblingen auch durchgeführt“. Voraussetzung dafür sei aber, dass die technischen und örtlichen Gegebenheiten geeignet sind. „Dies ist zum Beispiel in der Mühlgasse aufgrund der geringen Straßenbreite nicht der Fall, da dann die Durchfahrt für Rettungskräfte nicht mehr gegeben ist“, erklärt Biela, der selbst aktiver Feuerwehrmann ist. In solchen Fällen prüfe man den Einsatz einer elektronischen Geschwindigkeitsmesstafel. „Auch diese tragen zur Geschwindigkeitsreduzierung bei“, so Biela. Die Dagersheimer Mühlgasse ist längst nicht die einzige Straße im Landkreis Böblingen, in der Anwohner sich eine konsequentere Umsetzung des Tempolimits wünschen würden. Die Sonnenbergstraße im Grafenauer Ortsteil Dätzingen oder auch die Maichinger Straße im Ortsteil Döffingen sind Beispiele dafür, wie manche Autofahrer ein 30er-Zonen-Schild eher als unverbindliche Empfehlung zu verstehen scheinen. Einfluss der Gemeinden ist begrenzt Allerdings sind die Einflussmöglichkeiten für die Ortsverwaltung auch hier recht begrenzt. „Bei Anfragen aus der Bevölkerung nach Kontrollen verweisen wir an das Landratsamt oder teilen diese – durchaus auch nachvollziehbaren Forderungen – direkt dem Landratsamt mit“, erklärt Grafenaus Bürgermeister Martin Thüringer (parteilos). Allerdings wäge man bei der zuständigen Straßenbehörde in Böblingen eben auch stets ab, ob Kontrollen in Nebenstraßen wie der Sonnenbergstraße überhaupt sinnvoll sind – zumal man dieBlitzerdafür teilweise auf privaten Hofeinfahrten abstellen müsse. Selbst gebastelte Blitzer-Attrappe mahnt zum Langsamfahren Die Möglichkeit, innerorts einen Blitzer-Anhänger beim Landkreis anzufordern, habe man bisher noch nicht für notwendig erwachtet – zumal die Gemeinde dafür zahlen müsste und die Einnahmen ans Landratsamt gehen. Allerdings, sagt Thüringer, zeige die Unfallstatistik der Polizei auch, dass die Verkehrsverhältnisse inGrafenau„sich in einem guten Rahmen“ bewegen würden. Wo dies nach Ansicht der Anwohner nicht der Fall ist, werden die Menschen mitunter auch mal kreativ: Im Sindelfinger Weg, kurz vor dem Döffinger Häckselplatz, mahnte zuletzt eine selbst gebastelte Blitzer-Attrappe aus Karton Autofahrer zum Langsamfahren. Oft wird den Kommunen vorgeworfen, dass es ihnen nur um Abzocke gehe, wenn sie Blitzer aufstellen. Die Einnahmen der Großen Kreisstädte sind beachtlich, es gibt aber eine Ausnahme. Nach dem Brand in der Mühlgasse in Böblingen-Dagersheim versucht sich die betroffene Familie wieder zu sammeln. Körperlich geht es ihnen gut, doch der Schock sitzt tief. „Hier ist eine Spielstraße – warum könnt ihr nicht mal bei uns blitzen?“ Vorfall in JettingenMann überschüttet Auto der Ex-Partnerin mit brennbarer Flüssigkeit Bürger dürfen mitplanenAutoarme Innenstadt – und was soll sonst noch passieren in Sindelfingen? „Riquewihrer Weintage“Ein Stück Elsass kommt nach Weil der Stadt Zwischen Stuttgart und LeonbergPolizei stoppt wildgewordene Motorrad-Raser Kunstprojekt in HerrenbergSchüler peppen graue Klötze mit Sprühdosen auf Nach Schüssen in Holzgerlingen19-Jähriger leistet bei Festnahme Widerstand – Polizei findet Waffen Unfall in BöblingenBeim Überholen in Gegenverkehr gekracht Einsatz in EhningenJugendliche zündeln entlang der Würm In Oberjettingen rastet ein 60-Jähriger am Dienstagabend offenbar aus. Die Polizei kann den Verdächtigen festnehmen, es laufen Ermittlungen wegen versuchter Brandstiftung. Die Verwaltung schlägt Ideen für ein neues Verkehrskonzept in der Innenstadt vor. Aber die Bürgerinnen und Bürger sollen mitdenken. Am 14. April ist Treffpunkt im Foyer des Rathauses. Eine Kult-Veranstaltung seit 39 Jahren: Am Wochenende 11. und 12. April stellen sechs Winzer in der Merklinger Festhalle ihre neuesten Kreationen vor. Drei Biker liefern sich ein lebensgefährliches Rennen. Einer von ihnen ist noch auf der Flucht. Die Polizei sucht nach Zeugen. Bei einem Kunstprojekt besprüht eine neunte Klasse Gasdruckregelanlagen der Stadtwerke Herrenberg. In Holzgerlingen fallen am Dienstagabend Schüsse. Die Polizei rückt aus und trifft auf einen äußerst renitenten alkoholisierten jungen Mann. Durch ein unverantwortliches Überholmanöver kommt es am Dienstagabend zu einem Unfall in Böblingen. Vier Autoinsassen werden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Zeugen melden am Dienstagabend einen Brand in Ehningen. Die mutmaßlichen Brandstifter flüchten in ein Waldstück, werden von der Polizei aber gestellt. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.anwohner-in-dagersheim-hier-ist-eine-spielstrasse-warum-koennt-ihr-nicht-mal-bei-uns-blitzen.89146bae-96d1-42fe-9f0f-e7f5de9ab8bf.html Published: 2026-04-08T13:09:00Z Topics: road transport, safety of citizens, local government policy Locations: Baden-Württemberg, Calw, Germany, Böblingen, France, Grand-Est, Stuttgart