Rotwild-Tuberkulose bleibt Fokus, erneut neue Fälle bei Rindern entdeckt; 90 Prozent Abschussquote erreicht, 11.892 Rotwild entnommen; Jagd und Monitoring als wichtige Maßnahmen, besonders in Risikoregionen Landeck, Reutte, Lechtal.


Abschussquote zu 90 Prozent erfüllt - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-08

08.04.2026 10.03 Online seit heute, 10.03 Uhr

Abschussquote zu 90 Prozent erfüllt

Das Land hat sich am Mittwoch mit einer Abschussquote von 90 Prozent zufrieden über abgelaufene Jagdjahr 2025

25 gezeigt. Die Jägerschaft habe 90 Prozent der vorgegebenen Quote erfüllt. 11.892 Stück Rotwild wurden als Abgang verzeichnet.

Landesjägermeister Anton Larcher sprach von einem soliden Ergebnis, auch wenn das abgelaufene Jahr fordernd gewesen sei: “Wir erleben in der täglichen Revierarbeit sehr unmittelbar, wie sich das Verhalten des Wildes verändert – sei es durch zunehmende Störungen im Lebensraum oder durch witterungsbedingte Verschiebungen. Das verlangt viel Erfahrung, Geduld und ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Die Jägerschaft ist bereit, diesen Weg weiterzugehen und ihren Beitrag zu leisten.“

Witterungseinflüsse, Veränderungen der Lebensräume und eine stetig intensivere Freizeitnutzung der Wälder würden laufend flexibleres Handeln der Jägerschaft mit sich bringen, so das Land in einer Aussendung.

Die Rotwild-Tuberkuose (TBC) bleibt ein Thema für die Jägerschaft. Vor allem im Oberland und im Außerfern herrsche ein erhöhtes Risiko. Die Rotwild-Tuberkulose betrifft sowohl Wild- als auch Nutztiere. So werden seit Jahren nach dem Almabtrieb im Herbst jährlich rund 4.000 Rinder in rund 500 Betrieben untersucht. Seit dem Jahr 2016 bis einschließlich 2023 wurden dabei nur vereinzelt Fälle von Rinder-Tuberkulose nachgewiesen. Nachdem im Jahr 2024 bei den Herbstuntersuchungen bei insgesamt fünf Rindern aus fünf Beständen Tuberkulose festgestellt wurde, waren im Jahr 2025 zwei Rinder in zwei Beständen im Bezirk Landeck betroffen. Bei allen betroffenen Tieren handelte es sich um frische Infektionen in einem sehr frühen Stadium, bei denen noch keine Weiterverbreitung stattgefunden hat.

Reduktion des Wildbestandes als wichtige Maßnahme

Auch beim Rotwild werde durch ein umfassendes Untersuchungs- und Screeningprogramm in den bekannten Risikogebieten jährlich ein genaues Lagebild geschaffen. Im Jagdjahr 2025

26 wurden 583 Stück Rotwild untersucht, 27 Fälle waren positiv (23 im Bezirk Landeck, vier im Bezirk Reutte). Zudem wurden in der bereits bekannten Schwerpunktregion im hinteren Lechtal zehn weitere positive Fälle festgestellt. Man müsse weiter mit aller Konsequenz gegen diese Krankheit Maßnahmen ergreifen, so Landesveterinärdirektor Matthias Vill: „Die bisherigen Fortschritte sind das Ergebnis eines engen Zusammenspiels aller Beteiligten. Jede Reduktion der Infektionsrate trägt dazu bei, das Risiko eines Eintrags in die Rinderbestände weiter zu minimieren.“

Die Reduktion der Wilddichte, ein engmaschiges Monitoring sowie gezielte Hygienemaßnahmen – etwa im Bereich von Fütterungen und zur Minimierung von Kontaktmöglichkeiten zwischen Wild- und Nutztieren – bleiben dabei zentrale Bausteine.