Vorwürfe gegen DRK-Chef Wolfgang Hesl wegen ruppigem Führungsstil, hohe Fluktuation in Führungsetage, Mitarbeiter klagen über Druck, Kündigungen, belastende Arbeitsbedingungen; DRK-Kreisverband streitet Darstellungen ab; personelle Veränderungen im Rettungsdienst.


Ärger beim DRK im Kreis Böblingen: Hartes Durchgreifen stößt manchen auf – Kreisverband nimmt Stellung - Landkreis Böblingen Likely publishing date: 2026-04-09

Ärger beim DRK im Kreis BöblingenHartes Durchgreifen stößt manchen auf – Kreisverband nimmt Stellung

Der DRK-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hesl polarisiert: Während ihm die Führungsriege ausdrücklich den Rücken stärkt, zeichnen manche Hauptamtliche ein anderes Bild.

Im Roten Kreuz schlagen die Wogen weiter hoch. Am vergangenen Montag trafen sich erneutRettungssanitäter mit einer Anwältin der DRK-Rettungsdienst gGmbH vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht. Es ging um die Untersagung von Nebentätigkeiten im Krankentransport. Die Fronten zeigten sich allerdings verhärtet: eine gütliche Einigung kam nicht zustande. Noch viel höher schlagen die Wellen, seitdem unsere Zeitung Mitte März die auffällig hohe Fluktuation auf der Führungsetage aufgedeckt hat.

Die mutmaßlichen Gründe dafür: Die Art und Weise wie Kreisgeschäftsführer Wolfgang Hesl mit einzelnen Mitarbeitern umgehen soll. Geschildert werden Wutausbrüche, Herabwürdigungen, Kündigungen oder deren Androhung.Nach der Veröffentlichungerreichte unsere Redaktion eine ungewöhnlich hohe Zahl an Zuschriften, die die geschilderten Zustände bestätigen. Die Kommentare unter dem Bericht in den sozialen Medien unterstreichen dieses Bild.

Deutsches Rotes Kreuzin Böblingen: Es sollen Tränen geflossen sein

Zwar hielten einzelne etwa auf Facebook öffentlich dagegen. Doch viele sprechen von unerträglichen Situationen und einem schlechten Betriebsklima. Unserer Zeitung liegen Berichte vor, nach denen der Kreisgeschäftsführer bei einer Besprechung auf einer Rettungswache Mitarbeiter so angeschrien haben soll, dass diese in Tränen ausbrachen. Um eine Stellungnahme dazu gebeten, bestreitet der Kreisverband den Vorgang: „Ein derartiger Vorfall hat nicht stattgefunden.“ Weitere Schilderungen gehen in eine ähnliche Richtung. Bei einer Mitarbeiter-Versammlung soll Wolfgang Hesl auf eine kritische Nachfrage aus der Belegschaft harsch reagiert und mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht haben.

Rotes Kreuz in BöblingenKritik an DRK-Chef: Harscher Führungsstil?

Dies räumt der Kreisverband zum Teil ein. Es sei zwar keine Kündigung angedroht worden, heißt es. Es sei aber richtig, „dass im Rahmen von Mitarbeiterversammlungen anlassbezogen arbeitsrechtliche Verhaltensanforderungen sowie mögliche Konsequenzen von Fehlverhalten thematisiert werden“. Dies sei Teil der Organisations- und Fürsorgepflicht. Vieles deutet daraufhin, dass der Geschäftsführer ein Freund davon ist, hart durchzugreifen. Das zeigen die Schilderungen in einem anderen Fall. Dieser spielt im Bereich der Alten- und Pflegeheime – einem großen Bereich des DRK.

An ihre letzte Station beim Roten Kreuz denkt Liana Hovsepyan nur ungern zurück. Nachdem sie elf Jahre in der Verwaltung des DRK-Pflegeheims Haus am See gearbeitet hatte, entschloss sie sich 2024 zu einer Weiterbildung, um selbst eine ganze Einrichtung leiten zu können. Noch vor Abschluss ihrer berufsbegleitenden Seminare wurde ihr eine Stelle als Heimleiterin des Pflegeheims in Malmsheim angeboten, die sie annahm. Dieser Karriereschritt sollte sich allerdings als enorme persönliche Belastung entpuppen.

DRK-Führungskraft: Doppelbelastung führt zu Zusammenbruch

Sie habe von Anfang an die zugesagte Unterstützung vermisst, noch dazu sei kurz nach ihrem Antritt eine wichtige Verwaltungskraft in ein anderes Heim versetzt worden, sagt sie. Sie habe nicht nur die Heimleitung zu stemmen gehabt – sondern zusätzlich die Verwaltung. Die Doppelbelastung mit vielen Überstunden und Personalengpässen gepaart mit einem aus ihrer Sicht schwierigen Verhältnis zur Geschäftsführung gingen nicht lange gut: Fünf Monate nach Übernahme der Stelle brach Liana Hovsepyan im Juli 2025 bei der Arbeit zusammen und kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Als sie am Montag darauf – entgegen des ärztlichen Rats – wieder zur Arbeit erschien, habe sie die Kündigung vom Roten Kreuz ausgehändigt bekommen. Der Kreisverband nimmt dazu wie folgt Stellung: „Hintergrund der beabsichtigten Beendigung des Arbeitsverhältnisses waren wiederholte Abweichungen von gesetzlich vorgegebenen Standards. In diesem Zusammenhang lagen Beanstandungen sowohl der Heimaufsicht als auch anderer externer Prüfstellen vor.“ Dies war das Ende der Zusammenarbeit. Das Kapitel Rotes Kreuz sei für sie endgültig beendet, dachte Liana Hovsepyan.

Rotes Kreuz im Kreis BöblingenZwei Personalien kurz hintereinander: Stühlerücken beim DRK-Rettungsdienst

Vier Monate nach ihrem Ausscheiden erhielt sie jedoch Post von einer Anwaltskanzlei mit einer Inkasso-Forderung: Sie habe die Rechnung für Breinahrung monatelang nicht beglichen. Durch den Zahlungsverzug seien Anwalts- und Gerichtskosten aufgelaufen sowie Verzugszinsen zu bezahlen. Tatsächlich hatte sie sehr häufig routinemäßig die Nahrung in ihrer Funktion als Heimleiterin bestellt, erinnert sie sich. Sie fragte beim DRK nach: Dort habe man die ursprüngliche Rechnung zwar mittlerweile beglichen. Doch die Kosten für die Inkasso-Kanzlei seien ihre Sache, erhielt sie als Antwort.

Dazu nimmt der Kreisverband wie folgt Stellung: „Hinsichtlich der angesprochenen Bestellung ist festzuhalten, dass diese durch die Mitarbeiterin unter Verwendung ihrer privaten Daten bei einem externen Anbieter vorgenommen wurde.“ Die Inkassoforderungen beträfen sie daher privat. Unserer Redaktion liegen Dokumente vor, die einen anderen Schluss zulassen: Die Inkasso-Anwälte stellten Kosten für eine Adressermittlung in Rechnung. Wo der Fehler letztlich entstanden ist, bleibt unklar. Sicher ist nur, dass die Inkasso-Kosten und der damit verbundene Ärger an der gekündigten Heimleiterin hängen geblieben sind.

GrundideeDas Deutsche Rote Kreuz engagiert sich im Katastrophenschutz, im Rettungsdienst sowie in der humanitären Hilfe im In- und Ausland.

OrganisationDas DRK ist ein eingetragener Verein mit föderaler Struktur, bestehend aus Bundes-, Landes- und Kreisverbänden sowie Ortsvereinen. Neben hauptamtlichen Kräften wird das DRK deutschlandweit durch rund 400 000 ehrenamtliche Helfer getragen.

Mitarbeiter werfen dem Geschäftsführer Wolfgang Hesl vor, mit ruppigen Methoden die Böblinger Kreisgeschäftsstelle des Roten Kreuzes zu führen. Die Stimmung ist mies.

An zwei wichtigen Positionen des Rettungsdienstes vom Roten Kreuz gibt es personelle Veränderungen. Diese geschehen kurz hintereinander.

Hartes Durchgreifen stößt manchen auf – Kreisverband nimmt Stellung

Zu Gast in LeonbergFernseh-Star Helmut Zierl blickt auf sein Leben

Außengastronomie in BöblingenBis Mitternacht draußen sitzen

Porträtfotograf Antony NorthcuttMorgens„Postman with the kurze Hose“, mittags Fotograf: ein Brite in Renningen

Tipps fürs WochenendeJazz mit Preisträger, Kirmes auf dem Flugfeld und Blütenhocketse: Es ist was los

Sanierung in Weil der StadtWie die Türmer in luftiger Höhe der Kälte trotzten

Energie GärtringenNeue Energiegesellschaft gegründet: Welche Chancen Gärtringen darin sieht

HerrenbergEinbrecher flüchtet mit E-Scooter – Polizei sucht Zeugen

Forst im Kreis Böblingen„Der Borkenkäfer ist immer noch der Schädling Nummer eins“

Autobahn bei HerrenbergPolizei sucht Zeugen nach illegalem Autorennen auf der A81

Der Schauspieler Helmut Zierl erzählt am 21. April bei den Leonberger Theatertagen von seinem beschwerlichen Weg vor die Kameras. Alles begann mit einem Rauswurf.

SPD+Linke im Böblinger Gemeinderat wollen, dass im Sommer Gäste freitags bis sonntags bis 24 Uhr im Freien bewirtet werden dürfen. Die Fraktion beantragt eine Modellphase.

Antony Northcutt ist gebürtiger Londoner, Fotograf und Postbote. Bei Letzterem hat ihm eine ganz bestimmte Tatsache zu einem gewissen Bekanntheitsgrad verholfen.

Wer am Wochenende im Kreis Böblingen Lust auf ein buntes Programm hat, wird fündig. Hier kommen vier Tipps. Es geht dabei laut und leise zu, man kann drinnen oder draußen verweilen.

Die Sanierung der historischen Türmerwohnung in der Pfarrkirche Peter und Paul birgt enorme Anstrengungen. Ein tonnenschweres Hindernis fordert das Team heraus.

Die Gemeinde Gärtringen hat mit der Energie Calw ein Energieunternehmen gegründet. Zwölf weitere Kommunen ebenfalls. Was sich beide Seiten davon versprechen.

In Herrenberg ist ein Unbekannter in einen Fahrradkeller eingebrochen. Ein Bewohner bemerkte den Täter und alarmierte die Polizei. Der Mann konnte jedoch entkommen.

Die Startbedingungen für den Wald sind in diesem Jahr gut. Auf welches Wetter Förster Achim Klausner in den nächsten Wochen hofft.

Die Polizei ermittelt wegen eines mutmaßlichen illegalen Autorennens auf der A81 bei Herrenberg. Zwei Fahrer sollen andere Verkehrsteilnehmer ausgebremst und gefährdet haben.