Eröffnung erste Samenplantage für heimische Sträucher in Schleswig-Holstein; Forstministerin Schmachtenberg und SHLF starten Projekt in Heidmoor; Ziel: Versorgung mit lokalem Saatgut, Unterstützung Waldumbau, Ausgleichsflächen, Renaturierung.


schleswig-holstein.de - Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz - Erste Samenplantage für heimische Sträucher Likely publishing date: 2026-04-08

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Erste Samenplantage für heimische Sträucher

In der Försterei Hasselbusch bei Heidmoor eröffnete Forstministerin Schmachtenberg die erste Samenplantage für gebietseigene Sträucher in Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holstein stärkt die Versorgung mit heimischem Saatgut für Baumschulen, den Waldumbau, Ausgleichsflächen und Renaturierungsprojekte. Forstministerin Cornelia Schmachtenberg eröffnete heute gemeinsam mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) die erste Samenplantage für gebietseigene Sträucher in der Försterei Hasselbusch bei Heidmoor. Gleichzeitig entstehen auf dem Gelände neue Waldflächen.

Gebietseigenes Saatgut: Nachfrage übersteigt das Angebot

Seit März 2020 schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass bei Pflanzmaßnahmen in der freien Landschaft ausschließlich Saat- und Pflanzgut aus der jeweiligen natürlichen Herkunft verwendet werden darf. Besonders für Sträucher ist zertifiziertes Pflanzgut am Markt jedoch oft nur begrenzt verfügbar, da die Nachzucht aufwendig ist. Engpässe betreffen unter anderem Ausgleichsflächen und Ersatzmaßnahmen bei Infrastrukturprojekten.

Forstministerin Schmachtenberg sagte bei der Eröffnung: „Wir nehmen die Herausforderung, qualitativ hochwertiges gebietseigenes Saatgut im Land verfügbar zu machen, sehr ernst. Mit dieser Samenplantage schaffen wir eine wichtige Grundlage für die heimischen Baumschulen und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Neuwaldbildung in Schleswig-Holstein."

Bewährtes Prinzip auf Sträucher übertragen

Dr.Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, erklärte: „Bei Waldbäumen achten wir seit Jahrzehnten darauf, nur geeignetes Saatgut aus heimischen Herkünften zu verwenden. Diese Erfahrungen übertragen wir nun auch auf Sträucher. So sichern wir genetische Vielfalt, biologische Anpassungsfähigkeit und einen gesunden Naturhaushalt."

DieSHLFsichern die künftige Versorgung über zwei Wege: spezielle Saatgutplantagen und natürliche Saatgutbestände in den Wäldern. Saatgutplantagen liefern größere Mengen und sind technisch einfacher zu ernten, unterliegen aber höheren Kosten und strengeren Zulassungsanforderungen. Natürliche Bestände sind einfacher anzulegen, die Ernte dafür aufwendiger. Durch diese Kombination stellt das Land langfristig sicher, dass ausreichend heimisches Saatgut für Pflanzungen, Renaturierungen und Ausgleichsmaßnahmen bereitsteht.

Heidmoor: 14,6 Hektar neuer Wald

Die Fläche in Heidmoor umfasst insgesamt 14,6 Hektar, auf denen neuer Wald entsteht. Rund 10 Prozent der Fläche werden für heimische Sträucher genutzt, die gleichzeitig als Samenplantage dienen. Insgesamt werden hier später rund 65.000 Bäume und Sträucher wachsen – darunter 5.000 heimische Sträucher wie Hasel, Schwarzer Holunder, Hundsrose, Pfaffenhütchen, Schneeball und Schlehe.

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Neuwaldbildung mit 700.000 Euro jährlich. Für die Anlage der Samenplantage wurden bisher rund 40.000 Euro investiert; bis zur Fertigstellung werden die Gesamtkosten etwa 140.000 Euro betragen. Ein weiterer Standort ist bereits in der Revierförsterei Satrup geplant.

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