Ausgefallenes Geschäftsmodell: Werkzeughändler in Remshalden verkauft hochwertige Werkzeuge und griechische Feinkost unter einem Dach; Feinkostsegment aus Familienwitz entstanden, jetzt zehn Prozent Umsatz, Präsenz bei Slow-Food-Messe.
Einzelhandel im Rems-Murr-Kreis: Feinkost zwischen Bohrhammer, Schleifpapier und Oberfräse - Rems-Murr-Kreis Likely publishing date: 2026-04-10
Einzelhandel im Rems-Murr-KreisFeinkost zwischen Bohrhammer, Schleifpapier und Oberfräse
Werkzeughändler Stefan Sarris aus Remshalden hat ein eigenwilliges Geschäftsmodell entwickelt – und verkauft auch griechischen Honig und kalt gepresstes Olivenöl in seinem Laden.
Wenn Zimmerleute nach Ersatz für ihre Handkreissäge suchen, ein Malermeister ein Rührwerk für seine Farbeimer braucht oder der Schreiner sich eine neue Hobelmaschine bestellen will, wird er inRemshaldennicht nur bei hochwertigem Werkzeug fündig. So mancher Handwerker deckt sich im Gewerbegebiet von Grunbach auch gleich mit Leckereien vom Frühstück bis zum Vesper ein.
Eingelegte Peperoni sind im Werkzeuggeschäft von Stefan Sarris ebenso zu haben wie karamellisiertes Zwiebel-Chutney. Den griechischen Honig gibt es ebenso wie Erdnussbutter, Auberginen-Bruschetta und Balsamico-Creme mit Granatapfel-Note. Und wer Schleifpapier und Stichsägeblätter besorgt hat, nimmt auch mal einen Fünf-Liter-Kanister feinstes Olivenöl mit.
Am Wochenende ist Sarris auch bei der Slow-Food-Messe in Stuttgart dabei
„Wir haben inzwischen viele Handwerker-Familien, bei denen der Göttergatte für den Weg zu uns einen Einkaufszettel mitbekommt“, sagt Stefan Sarris über die eigenwillige Mischung aus Arbeitsgeräten und Kulinarik. Dass Feinkost und Fräsmesser über den gleichen Tresen gehen, dürfte einmalig sein im bundesweiten Handel – zumal es sich weder beim Werkzeug noch bei den Lebensmitteln um Billigware auf Discounter-Niveau handelt.
Statt auf Massenproduktion wird in Remshalden auf Qualität gesetzt. Bei den Arbeitsgeräten finden sich High-End-Marken wie Mafell, Milwaukee, Fein und Festo in den Regalen. Ein Akku-Nagler für Dachdecker oder Spezialwerkzeuge wie eine Ziegelfräse bewegen sich preislich schnell mal im vierstelligen Bereich. Bei den kulinarischen Leckerbissen wiederum setzt Stefan Sarris auf die griechischen Wurzeln seiner Familie – und die handwerklich saubere Arbeit kleinbäuerlicher Betriebe.
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Industrieprodukte sind deshalb unter den vor allem von der Insel Tassos stammenden Lebensmitteln nicht zu finden, künstliche Konservierungsstoffe oder Zusätze aus dem Chemielabor fehlen nicht nur auf dem Etikett. Weil sich das rumgesprochen hat, ist Sarris mit seinem Feinkost-Standbein an diesem Wochenende auch auf der Slow-Food-Messe vertreten – ein Ritterschlag für einen Geschäftszweig, der eigentlich aus einer Bierlaune heraus entstand.
Vor Jahren nämlich waren Stefan Sarris und seine Schwester Joana auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für Vater Alexandros. Der Senior hatte sich 1987 mit dem Verkauf von Holzbearbeitungsmaschinen selbständig gemacht und den Betrieb in der Austraße gegründet. Zwei Jahrzehnte später stiegen Sohn und Tochter mit ein, der Elektromaschinenbauer überließ dem Nachwuchs schrittweise die Regie. Offiziell gehört hatte der auf seine Frau laufende Betrieb dem Senior aber nie – weshalb der Familienpatron immer mit der Behauptung kokettierte, er sei ja nur ein kleiner Angestellter.
Mit Blick auf dieses geflügelte Wort kamen Sohn und Tochter auf die Idee, dem auf seine alten Tage vor allem in Griechenland lebenden Papa zum 60. eine eigene Firma zu schenken – und hoben als Jux die Feinkost-Marke „Barbalekos & Friends“ aus der Taufe. Der Name setzt sich zusammen ausBarba, dem griechischen Kosenamen fürs Familienoberhaupt, und der für den Vornamen Alexandros stehenden Kurzformalekos.
Aus der alten Heimat wurden jedenfalls handverlesene Lebensmittel besorgt, die Geschwister gestalteten ein Firmenlogo und Mitarbeiter-Shirts, selbst Visitenkarten und Etiketten wurden für die Präsentation des neuen Geschäftszweigs für den Lebensabend gedruckt.
„Barbalekos & Friends“ wurde für den Geburtstag des Vaters aus der Taufe gehoben
Die in einer Ecke des Werkzeuggeschäfts stehenden Waren, wie erwähnt nur als familieninterner Scherz gedacht, stießen allerdings bei der Kundschaft auf durchaus ernst zu nehmendes Interesse. Und irgendwann kam die Frage, ob es das Olivenöl und den griechischen Honig auch zu kaufen gibt, so oft, dass Stefan Sarris und seine inzwischen fürs familieneigene Boutique-Hotel auf Tassos zuständige Schwester ernsthaft über die Aufnahme von Lebensmitteln ins Werkzeug-Sortiment nachdachten.
Inzwischen fährt regelmäßig ein Lastwagen mit Barbalekos-Bedarf aus dem sonnigen Süden ins Remstal, die Umsätze haben sich sozusagen vom Kofferraum-Niveau auf Paletten-Größe gesteigert. Stefan Sarris veranstaltet mit seinem Team regelmäßige Genuss-Abende, an denen zwischen Bohrschraubern und Winkelschleifern kleine Köstlichkeiten probiert werden können. Gut zehn Prozent des Geschäfts, schätzt der Händler, macht inzwischen die Feinkost-Sparte aus. „Manche unserer Kunden kommen zweimal im Jahr wegen der Maschinen und einmal im Monat wegen der Lebensmittel“, sagt er lachend.
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Feinkost zwischen Bohrhammer, Schleifpapier und Oberfräse
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