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  "description": "Erste kleinwüchsige Abgeordnete Simone Fischer, Grüne, seit einem Jahr im Bundestag; setzt sich für Inklusion und bezahlbare Pflege ein; kritisiert AfD offen; Integrationskurse aktuell nicht mehr gefördert.",
  "articleBody": "Die Grüne Simone Fischer: „Manchmal rufe ich ,Das ist gefährlicher Unsinn!’“ - Stuttgart\nLikely publishing date: 2026-04-11\n\nDie Grüne Simone Fischer„Manchmal rufe ich ,Das ist gefährlicher Unsinn!’“\n\nAls erster kleinwüchsiger Mensch zog Simone Fischer vor einem Jahr für Stuttgart in den Bundestag ein. Was hat sie in Berlin bisher erlebt und erreicht?\n\nSimone Fischer kommt mit dem Fahrrad zum Treffpunkt Rotebühlplatz. Dunkelgrau ist es, mit Satteltaschen und schon ein paar Schrammen im Lack. Englisches Fabrikat, speziell für Menschen angefertigt, die kleiner sind als der Durchschnitt. „Die beste Investition überhaupt“, sagt Simone Fischer. Das Fahrrad hilft ihr, die Wege, für die sie sehr viele kleine Schritte brauchen würde, schneller zurückzulegen. Deshalb cruist sie damit auch per Sondergenehmigung durch die Flure des Deutschen Bundestags in Berlin.\n\nSimone Fischer, 46 Jahre alt, gebürtige aus Buchen (Odenwald), ist die erste Kleinwüchsige im Parlament.Als sie vor einem Jahr für den Stuttgarter Wahlkreis I mit nur fünf Stimmen Vorsprung vor der CDU-Kandidatin ins Hohe Haus einzog, bekam sie nicht nur mediale Aufmerksamkeit.Auch der Verwaltungsapparat des Bundestages bemühte sich um sie.Sie erhielt ein Büro nahe zum ehemaligen Reichstagsgebäude gelegen und einen Platz mit tieferer Sitzfläche. Die Anwesenheitslisten wurden niedriger gehängt und Toiletten im Gebäude mit Hockern ausgestattet. Nur das Rednerpult passte schon. Es wurde für den Rollstuhlfahrer Wolfgang Schäuble höhenverstellbar angefertigt.\n\nEin Jahr später hat sich nicht nur derBundestagauf diese Frau eingestellt, die vor ihrer Wahl Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderungen war. Auch Simone Fischer ist in Berlin angekommen, wo sie etwa die Hälfte des Monats verbringt. Sie hat ihr Büro eingerichtet, erstmals in ihrem Berufleben, das im Stuttgarter Sozialamt begonnen hat, Mitarbeiter angestellt. Am Mauerweg in Mitte hat sie eine Wohnung gefunden, in die sie ihr Partner, der von daheim arbeiten kann, oft begleitet.\n\nUnd sie hat zehn Redengehalten als pflegepolitische Sprecherin ihrer Fraktion.Nicht übertrieben aufgeregt, wie sie sagt, aber sich des Glücks, mitgestalten zu können, bewusst: Es sei schon ein „eindrücklicher Platz, ein sehr besonderes Gefühl“ am Pult vor den 630 blauen Stühlen zu reden. „Und die Akustik ist auch toll.“\n\nSimone Fischer: passe nicht ins AfD-Weltbild\n\nSimone Fischer ist ein überlegt wirkender Mensch, der alert zuhört, gezielte Antworten gibt oder Fragen stellt. Umso überraschender, dass sie im Landtagswahlkampf ein Instagram-Video teilte, das den CDU-Spitzenkandidaten in die Nähe der Pädophilie rückte, weil sie es sich vorher nicht genau genug angesehen habe, wie sie erklärte.Zwar löschte sie es schnell, die Entschuldigung an Manuel Hagel ließ aber länger auf sich warten. Das brachte ihr ungewollte Aufmerksamkeit.\n\nEine gewisse Impulsivität leistet sie sich im Bundestag, wenn Abgeordnete der AfD in ihren Ohren Krudes von sich geben. „Das ist gefährlicher Unsinn!“ rufe sie dann schon mal dazwischen, sagt Fischer. Sie selbst sei noch nicht von rechts außen angegangen worden, dabei passe sie nicht ins AfDsche Weltbild als eine, die von derInklusionprofitiert hat: Als sie mit sechs Jahren auf eine Sonderschule gehen sollte, wehrten sich die Eltern. Mit Erfolg: Die Regelgrundschule eröffnete dem Mädchen einen Bildungsweg, der sie zum Studium der öffentlichen Verwaltung in Kehl, in den Stuttgarter Gemeinderat und ins Herzstück parlamentarischer Demokratie führen sollte. „Ich will zeigen, was möglich ist“, sagt Simone Fischer.Inklusion, der Einsatz für jene ohne Lobby, das ist für sie ein Lebensthema im wortwörtlichen Sinne.\n\nDie Grünen-Abgeordnete will erfahren, wie Bundespolitik wirkt\n\nAuch am Tag des Treffens inStuttgartgeht sie an Orte, die unterschiedlichste Menschen miteinander verbinden. Es ist eine sitzungsfreie Woche, die Abgeordnete ist deshalb im Wahlkreis unterwegs. Zwei, drei, vier Termine macht sie pro Tag. In Unternehmen, Theatern, sozialen Einrichtungen und Schulen. Auf Baustellen und Veranstaltungen. Sie will dann hören, wie Bundespolitik wirkt und wie sie sich in Berlin für Stuttgart einsetzen kann.\n\nIm Treffpunkt Rotebühlplatz besucht sie heute einen Integrationskurs der VHS. Das CDU-geführte Bundesinnenministerium fördert diese freiwilligen Integrationskurse nicht mehr. Fischer will wissen, was das bedeutet. Kurz die Lederjacke gegen den schwarzen Blazer aus der Satteltasche getauscht, schon steht sie in ihrer freundlich-ruhigen Art vor 18 Menschen, die seit drei Monaten zusammen Deutsch lernen. Ingenieure und ein Arzt aus der Ukraine, ein Psychologe aus Ruanda, eine Krankenschwester aus Indien und eine Frau aus dem Nordirak, die Apothekerin werden will, sind dabei.\n\nSie lernen Deutsch, um hier qualifiziert arbeiten zu können. Sie sind die Fachkräfte, die auch Stuttgart so dringend braucht. Aber unter den neuen Voraussetzungen würde etwa der Hälfte von ihnen die Kursgebühren von 458 Euro pro Monat nicht mehr bezahlt. Fischer verspricht, sich dafür einzusetzen, dass der Bund wieder einsteigt, macht aber klar, dass ihr Einfluss aus der Opposition heraus begrenzt ist.\n\nÜberhaupt diese Rolle der Opposition, die sei schon manchmal unbefriedigend, sagt Simone Fischer. Da bleibe, sich inhaltlich zu schärfen und zu profilieren für die Wahl 2029, für ihren Wahlkreis ein möglichst gutes Netzwerk in der Hauptstadt zu spannen. Kernerarbeit sozusagen. Deshalb hat sie federführend die „Grünen Leitlinien für bezahlbarePflege“ erarbeitet, formuliert Anträge, hört Experten. Den Themen Pränataldiagnostik und dem Aufbau von Pflegeregionen will sie sich annehmen.\n\nEin Jahr im BundestagDer „Partisan“ aus Stuttgart – von seiner Diät behält er nur 2950 Euro\n\nAuf ihrer Tour in Stuttgart bekommt sie aber auch gespiegelt, wie die grünen Überzeugungen mitunter in der Praxis von Stuttgart-Heslach wirken. Am Nachmittag wartet im Pflegezentrum des Generationenhauses am Erwin-Schöttle-Platz Einrichtungsleiter Joachim Arp auf die Abgeordnete. Als Simone Fischer nach seinen Sorgen fragt, nennt Arp die „generalistische Pflegeausbildung“, die seit 2020 die Bereiche Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege vereint. Seither würden viele nach der Ausbildung ins Krankenhaus abwandern, sagt Arp. Und Simone Fischer, deren Fraktion für die Generalistik ist, sagt: „Sie ist ein richtiger und notwendiger Schritt. Gleichzeitig müssen wir genau hinschauen, wo es in der Praxis hakt.“\n\nSpäter wird sie beeindruckt auch vom gelingenden Miteinander des Generationenhauses auf ihr Fahrrad steigen und das Gehörte mitnehmen. Denn in der nächsten Woche geht es schon wieder nach Berlin.\n\nNur zwei VertreterSeit der vergangenen Wahl sitzen für Stuttgart nur noch zwei Abgeordnete im Bundestag. Neben Simone Fischer noch Luigi Pantisano von der Linken. Auch ihn haben wir nach einem Jahr im Bundestag porträtiert.Den Text finden sie hier.\n\nLuigi Pantisano spielt in der Linken-Fraktion im Bundestag eine wichtige Rolle. Im Parlament provoziert er die AfD, in seinem Wahlkreis berät er Hilfesuchende.\n\n„Manchmal rufe ich ,Das ist gefährlicher Unsinn!’“\n\nDie Stadt lebt aufStuttgart im Frühling, das ist Stuttgart in schön\n\nStreifzug durch die AltstadtHidden Gems – so cool ist Stuttgarts Schmuddelviertel wirklich\n\nProzess vor dem LandgerichtToter Rentner in Stammheim – das Opfer versuchte noch, wieder aufzustehen\n\nStuttgart-GiebelBrand in Hochhaus ausgebrochen – 250.000 Euro Schaden\n\nKrieg im Nahen Osten„Weiß nicht, wer lebt und wer nicht“ – wie iranischstämmige Stuttgarter bangen\n\nOffline ist sexyNeue Events: Hier können Stuttgarter:innen wieder im echten Leben daten\n\nNeuseeland-AuswanderinJagen, fischen, Freiheit –Stuttgarterin startet Frauen-Abenteuer in Neuseeland\n\nKunstmuseum StuttgartBye bye Kubus: ein letzter Rundgang vor der Sanierung\n\nUrlaub vor der HaustürStuttgarts neue Flotte: Mit Floß, Wein und Tapas über den Neckar\n\nOb der Schlossplatz der schönste Platz Europas ist, sei dahingestellt. Er ist auf jeden Fall sehr schön. So schön, dass es fast nichts zu meckern gibt. Und das will hier was heißen!\n\nOb Kunst, gemütliche Cafés oder schicke Bars: Im Bohnen- und Leonhardsviertel gibt es einige Geheimtipps und Lieblingsorte, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.\n\nZum tödlichen Schlag in der Tiefgarage sagt der Angeklagt nichts. Wohl aber zu seiner Kindheit voller Gewalt. Doch auch er hat laut Vorstrafenregister immer wieder zugeschlagen.\n\nIm vierten Obergeschoss eines Hochhauses in Stuttgart bricht ein Feuer aus. Die Ursache und das Ausmaß sind noch unbekannt.\n\nIranischstämmige Stuttgarter blicken mit großer Sorge in die Heimat – Hoffnung und Zuversicht sind von Angst, Unsicherheit und Ohnmacht abgelöst worden.\n\nDating-Burnout wegen Hinge, Bumbl und Co.? Es wird Zeit, wieder im realen Leben nach der Liebe zu suchen! Frühlingsgefühle und coole neue Events in Stuttgart machen es möglich.\n\nDie Auswanderin Isabell Zitzelsberger lebt seit Jahren in Neuseeland. Mit Outdoor-Kursen speziell für Frauen hat die Stuttgarterin dort eine kleine feministische Revolution ausgelöst.\n\nLieblinge haben ihren festen Ort. Auch und gerade in einem Kunstmuseum. Am 12. April schließt das Kunstmuseum Stuttgart für mehrere Monate. Grund genug für einen letzten Besuch.\n\nKleine Flotte, große Nachfrage: Am Max-Eyth-See startet die Saison mit neuen Angeboten für den Feierabend auf dem Wasser. Lohnt sich das? Aber ja!",
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