Öli-System wird 25 Jahre alt; rund 54 Mio Liter Altspeiseöl zu Biodiesel recycelt; internationaler Erfolg aus Tirol; 2.000 Gemeinden, 1.700 Gastronomiebetriebe nutzen Sammelsystem; Umweltschutz, Kosteneinsparung, Kreislaufwirtschaft. „Öli“: Vom Abfallprodukt zum Energieträger - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-11 11.04.2026 06.09 Online seit heute, 6.09 Uhr „Öli“: Vom Abfallprodukt zum Energieträger Seit 25 Jahren wird in Tirol gebrauchtes Altspeiseöl und -fett mit dem Öli gesammelt und nahezu vollständig zu Biodiesel weiterverwertet. Insgesamt konnten laut Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM) in diesem Zeitraum rund 54 Millionen Liter Altspeiseöl und -fett gesammelt werden, was spürbaren Nutzen für Umwelt, Gemeinden und Betriebe bringe. 1999 startete der Öli in Schwaz als Pilotprojekt mit dem Ziel: die hohen Entsorgungskosten zu senken und die damals kaum genutzte Sammlung von Altspeiseöl und -fett zu verbessern (nur 0,2 kg pro Einwohner und Jahr). Heute werden pro Jahr 2 Mio Liter gesammelt, in 25 Jahren waren es 54 Mio Liter. Gesucht wurde damals eine einfache, alltagstaugliche Lösung, die verhindert, dass Fett über den Abfluss in den Kanal gelangt, hieß es in einer Aussendung der Abfallwirtschaft Tirol Mitte zum 25-Jahr-Jubiläum. Das Sammel-und Tauschsystem „Öli“ basiert auf einem einfachen Prinzip: Der volle gelbe Eimer wird am Recyclinghof oder bei einer Sammelstelle abgeben und ein sauberen Behälter mitgenommen. Das gesammelte Altspeiseöl und -fett wird beim Abwasserverband Hall in Tirol–Fritzens aufbereitet und anschließend zu Biodiesel weiterverwertet. Die Effizienz sei beachtlich: Aus einem Liter Altspeiseöl entstehe nahezu ein Liter Biodiesel. Mit dem Inhalt eines einzigen 3-Liter-Ölis könne ein Pkw rund 50 Kilometer fahren, verdeutlichen die Verantwortlichen Alfred Egger ( Geschäftsführer ATM) und Markus Freimüller (Obmann Abwasserverband Hall-Fritzens). Was in Schwaz begann, entwickelte sich laut ATM in den vergangenen 25 Jahren zu einem internationalen Erfolgsmodell: 2001 wurde das System in Oberösterreich eingeführt, 2002 folgten Niederösterreich und Wien. 2003 expandierte der „Öli“ nach Deutschland, 2013 kam Italien dazu. Heute setzen demnach rund 2.000 Gemeinden und über 1.700 Gastronomiebetriebe auf das Sammel- und Tauschsystem. Jährlich werden in Fritzens 540.000 Öli-Kübel entleert. Mehrwert für Gemeinden und Umwelt Der Öli sei weit mehr als ein Sammelbehälter: Er reduziere Kosten für die Gemeinden, schützt die Kanalisation und leiste einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz, hieß es. "Der Öli zeigt eindrucksvoll, wie aus einer regionalen Initiative ein internationales Erfolgsmodell der Kreislaufwirtschaft entstehen kann“, so Umweltlandesrat Rene Zumtobel (SPÖ) anlässlich der 25-Jahr-Feier in Fritzens am 9. April. Mayrhofen und Sellrain 2025 Sammelmeister 2025 wurden laut ATM rund 238.000 Liter gebrauchtes Speisefett gesammelt und wiederverwertet. Die Gemeinden Mayrhofen (Bezirk Schwaz) und Sellrain (Bezirk Innsbruck-Land) sicherten sich dabei den Titel „Öli-Sammelsieger 2025“. --- Source: https://tirol.orf.at/stories/3349543/ sdDatePublished: 2026-04-11T05:02:00Z Topics: renewable energy, environmental pollution, waste management, sustainability Locations: Italy, Lower Austria, Tyrol, Austria, Germany, Vienna, Upper Austria, Schwaz