Stadt Innsbruck stellt zusätzlich 30 Wohnungen für ‚Housing First‘ zur Verfügung; alle bisherigen 28 Wohnungen ohne Mieterwechsel; Hilfsorganisationen beteiligt; Forderung nach Ausweitung des Programms auf Regionen Tirols; über 2.000 Obdachlose geschätzt. 30 weitere Wohnungen für „Housing First“ - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-11 11.04.2026 06.34 Online seit heute, 6.34 Uhr 30 weitere Wohnungen für „Housing First“ Die Stadt Innsbruck stellt im Jahr 2026 weitere 30 Wohneinheiten zur Unterstützung des Projekts „Housing First“ zur Verfügung. Diese Entscheidung traf die Stadtregierung einstimmig. Mit „Housing First“ soll obdachlosen Menschen wieder zu einer stabilen Wohnsituation und einem stabilen Alltag verholfen werden. Das Projekt „Housing First“ begleitet wohnungslose Menschen auf dem Weg zur eigenen Wohnung. Für die Miete kommen die Betroffenen selbst auf, Unterstützung gibt es beispielsweise in Form von Sozialarbeit oder für die Kaution – mehr dazu inHousing First: Endlich ein eigenes Zuhause. Das Modell gilt international als eine wirksame Methode, um chronische Wohnungslosigkeit zu beenden und für die Betroffenen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Von Seiten der Stadt Innsbruck wurden bisher 28 Wohnungen für das Programm „Housing First“ zur Verfügung gestellt. Vorwiegend waren es Wohnungen für Einzelpersonen, die Mietverträge wurden direkt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern abgeschlossen. Diese wohnen nach Auskunft der Stadt noch immer in den jeweiligen Wohnungen, es habe keinen Mieterwechsel gegeben. Nun werden weitere 30 gemeinnützige Wohnungen für die „AG Wohnschirm Housing First“ bereitgestellt – einem Zusammenschluss der Hilfsorganisationen Lilawohnt, Caritas, Verein für Obdachlose, Diakonie, NoRA-Tiroler Soziale Dienste und Chill Out. Die Geschäftsführerin von „Lilawohnt“ Julia Schratz zeigte sich gegenüber dem ORF Tirol erfreut, dies sei großartig, die 30 Wohnungen würden dringend benötigt. Psychosoziale Unterstützung und sozialarbeiterische Begleitung sollen sicherstellen, dass die Wohnungen dauerhaft gehalten werden können, so Schratz. „Eine eigene, sichere Wohnung schaffe die Grundlage dafür, dass Menschen ihr Leben wieder stabilisieren, neu ordnen und persönliche Probleme nachhaltig bewältigen können“, hieß es weiters in einer Aussendung der Stadt Innsbruck. „Housing First“ auch in die Regionen Julia Schratz fordert nun, dass das Programm „Housing First“ auch in den Regionen ankommen müsse. Wohnungsnot gebe es auch in den ländlichen Gebieten Tirols bzw. in den Bezirksstädten, auch wenn sie „nicht so sichtbar sei wie in Innsbruck“. Es sei an der Zeit, dass sich die Bezirke „an Innsbruck ein Beispiel nehmen“, so Schratz. Zahlreiche Projekte im In- und Ausland würden zeigen, dass die Obdachlosigkeit mit dem Konzept „Housing First“ dauerhaft verringert werden kann und viele Betroffene langfristig nicht mehr auf Unterstützungen angewiesen sind. Dies belegt auch die Bilanz in Innsbruck, wo es bislang bei den 28 von der Stadt bereit gestellten Wohnungen keinen Mieterwechsel gegeben habe. Wie viele Menschen in Tirol wohnungslos sind, darüber gibt es keine validen Zahlen. Schätzungen gehen aber von über 2.000 Personen aus. --- Source: https://tirol.orf.at/stories/3349181/ sdDatePublished: 2026-04-11T05:02:00Z Topics: homelessness, social services, public housing Locations: Innsbruck, Austria, Tyrol