Ministerin Bauer schlägt Verlängerung des Zivildiensts wegen Personalmangel vor; Nachfrage nach Zivildienst hoch, Zahl der Zuweisungen sinkt, Bedarf in Tirols Sozial- und Pflegebereich nicht gedeckt.
Große Nachfrage und steigender Druck - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-11
11.04.2026 07.33 Online seit heute, 7.33 Uhr
Große Nachfrage und steigender Druck
Die Zahl der neu zugewiesenen Zivildiener ist in Tirol seit Jahresbeginn um 27 zurückgegangen. Die für den Zivildienst zuständige Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) plädiert daher für eine Verlängerung des Zivildienstes auf zwölf Monate, wenn die Wehrpflicht verlängert wird.
Die aktuellen Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen ein klares Bild. Das Interesse am Zivildienst ist hoch, gleichzeitig steigt der Druck auf das System.
Hintergrund sind geburtenschwache Jahrgänge und ein stetig wachsender Bedarf im Sozial- und Pflegebereich, so die für den Zivildienst zuständige Ministerin Claudia Bauer. „Wir haben heute deutlich weniger junge Männer als noch vor einigen Jahren, gleichzeitig wird unsere Gesellschaft älter – und der Bedarf an Hilfe steigt. Wir sehen ganz klar: Der Spielraum wird kleiner.“
Bedarf an Zivildienern kann nicht gedeckt werden
In Tirol haben soziale Einrichtungen einen Bedarf von 300 Zivildienern gemeldet, 271 Zuweisungen gibt es, um 14 weniger als vergangenes Jahr.
1.000 Zivildiener versehen derzeit ihren Dienst in Tirol, davon 365 im Rettungswesen, 257 in der Sozial- und Behindertenhilfe und 196 in der Altenbetreuung. Eine Verlängerung des Zivildiensts könnte da einen langfristig drohenden Mangel ausgleichen, so Ministerin Bauer.