Massenproteste gegen drohende Abschiebung von Joseph und Victoria Oshakuade in Innsbruck; rund 1.500 laut Organisatoren, 700 laut Polizei; Geschwister beantragen humanitäres Bleiberecht; breite politische Unterstützung, Asylanträge mehrfach abgewiesen. Hunderte bei Demo für Geschwisterpaar - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-11 11.04.2026 19.28 Online seit heute, 19.28 Uhr Hunderte bei Demo für Geschwisterpaar In der Innsbrucker Innenstadt haben am Samstag Hunderte Menschen gegen die drohende Abschiebung des Geschwisterpaares Oshakuade demonstriert. Die Organisatoren sprachen von 1.500 Demonstranten, die Polizei hingegen von 700. Victoria und Joseph Oshakuade beantragen jetzt humanitäres Bleiberecht. Hunderte Menschen fanden sich am Samstag um 14.00 Uhr an der Annasäule in Innsbruck ein, um gemeinsam lautstark ein Bleiberecht für Joseph und Victoria Oshakuade einzufordern. Dem Geschwisterpaar droht, wie berichtet, nach acht Jahren in Tirol die Abschiebung nach Nigeria. Seit Wochen setzen sich hochrangige Politikerinnen und Politiker sowie mehrere Organisationen für einen Verbleib der beiden ein. Wegbegleiter, darunter Freunde und ehemalige Lehrerinnen, ergriffen bei der Demonstration in Innsbruck das Wort und rührten die Geschwister zu Tränen. Ilse Gallister, die Victoria Oshakuade in der Handelsakademie Hall unterrichtet hatte, erklärte im ORF-Interview, sie habe die Zeit gut in Erinnerung: „Victoria war eine ausgesprochen engagierte Schülerin.“ Sie habe auf eine Gelegenheit wie die Demonstration gewartet, „um etwas für die beiden zu tun“, betonte Gallister. Die beiden Geschwister waren sichtlich bewegt. „Diese Unterstützung ist der Wahnsinn, wir sind sehr dankbar“, erklärte Joseph Oshakuade gegenüber dem ORF Tirol. Organisiert wurde die Kundgebung vom Bündnis „Mir sein DO!“. Versammlungsleiter Mesut Onay sprach von 1.500 Menschen, die vor Ort gewesen seien, die Polizei hingegen von 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Innsbruck habe jedenfalls „ein starkes Zeichen der Solidarität und Verbundenheit“ gesetzt, so Onay. Tirol sei „die Heimat von Joseph und Victoria, und wir wollen nicht akzeptieren, dass sie abgeschoben werden.“ Erst am Freitag waren die Geschwister in Wien, wo sich bei einer weiteren Demonstration rund 400 Menschen für sie einsetzten. Im Fall der geplanten Abschiebung machte das Innenministerium zuletzt darauf aufmerksam, dass ein Antrag auf einen humanitären Aufenthaltstitel weiter möglich sei. Davor hatte Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) die Forderung nach einem entsprechenden Bleiberecht ausgesprochen, der sich unter anderem NEOS und Grüne anschlossen – mehr dazu inGeschwister noch mit Chance auf Bleiberecht. Rufe nach Verbleib aus der Politik Die beiden Geschwister waren als Jugendliche unbegleitet nach Österreich geflüchtet. Sie hätten in Tirol maturiert und befänden sich nun mitten in Studium und Ausbildung, „sie sind längst Teil unserer Gesellschaft“, betonte SPÖ-Chef Babler. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) wollte indes keine klare Position beziehen. Von der Tiroler FPÖ hieß es, es würde „nicht ganz die Falschen erwischen“, sollte sich ein humanitäres Bleiberecht genehmigt werden. Die Asylanträge der Geschwister wurden jedoch mehrfach abgewiesen. Vergangene Woche wurden Joseph und Victoria Oshakuade vorübergehend in Schubhaft genommen. Antrag als wohl letzte Hoffnung Bei der Demonstration in Innsbruck kündigten die beiden am Samstag an, dass ihr Anwalt kommende Woche einen Antrag auf humanitäres Bleiberecht stellen werde. „Das Innenministerium ist jetzt am Zug, dem medial angekündigtem Ausblick auf ein humanitäres Bleiberechte Folge zu leisten“, erklärte Unay. Die Geschwister hoffen auf ein „positives Ende“ der Geschichte. --- Source: https://tirol.orf.at/stories/3349652/ sdDatePublished: 2026-04-11T18:07:00Z Topics: immigration, demonstration, human rights Locations: Innsbruck, Austria, Tyrol, Vienna, Nigeria