Historischer Machtwechsel möglich: Orban nach 16 Jahren erstmals ernsthaft bedroht; Herausforderer Magyar und Tisza-Partei führen in Umfragen; Fidesz profitiert von Wahlsystem; Chance auf Regierungswechsel; Komplexes Wahlsystem, Unsicherheit über Zweidrittelmehrheit. Parlamentswahl: Ungarns Schicksalswahl: Orban muss um seine Macht zittern - Politik Likely publishing date: 2026-04-12 ParlamentswahlUngarns Schicksalswahl: Orban muss um seine Macht zittern 16 Jahre lang hat der Rechtspopulist nahezu unangefochten im Donauland geherrscht. Jetzt droht ihm die Abwahl. Geht in Ungarn die Ära Orban nun zu Ende? Im EU- und Nato-LandUngarnwird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989 90. Ihr Ausgang bestimmt darüber, ob MinisterpräsidentViktor Orbanein weiteres Mandat erhält oder die Macht verliert. Die Aussichten auf einen Regierungswechsel sind so real wie noch nie seit 2010. Orbans ehemaliger Gefolgsmann und heutiger Herausforderer Peter Magyar hat mit der bürgerlichen Tisza-Partei eine Oppositionskraft geschaffen, der die meisten Umfragen einen Wahlsieg zutrauen. Der Rechtspopulist Orban hat in den 16 Jahren seiner Regierung einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Administration von Präsident Donald Trump verbündet. Sein Bund Junger Demokraten (Fidesz) unterhält freundschaftliche Beziehungen zu anderen rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa, so auch zur deutschen AfD. Nur eine weiter Partei hat Chance auf Einzug ins Parlament Am Samstagabend hielten die beiden Hauptkontrahenten ihre Schlusskundgebungen ab. Orban warb auf der Burg von Buda vor gut 2.000 Anhängern mit seiner langen Regierungserfahrung. Er empfahl sich als „die sichere Wahl“ und als Garant dafür, dass das Land nicht in den Krieg in der benachbarten Ukraine hineingezogen werde. Magyar wiederum versprach in der ostungarischen Stadt Debrecen einen Neuanfang nach Jahrzehnten schlechten und oft korrupten Regierens. Ihm hörten mehr als 10.000 begeisterte Menschen zu. Wahl in EuropaUngarns ewiger Platzhirsch in Atemnot Den Umfragen zufolge könnte nur eine einzige weitere Partei die für den Einzug ins Parlament maßgebende Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Die rechtsextreme Partei Unsere Heimat (Mi Hazank) gilt als potenzieller Bündnispartner des Fidesz für den Fall, dass Magyars Tisza keine Parlamentsmehrheit erringt. Linke, grüne und liberale Parteien haben diesmal keine Chance auf einen Parlamentseinzug oder treten erst gar nicht zur Wahl an, um dem Orban-Herausforderer Magyar nicht Stimmen wegzunehmen. Wahlen in UngarnAktuelle Umfragen - Wer gewinnt am Sonntag die Parlamentswahl? Ungarns Wahlsystem ist sehr komplex. Orban und seine Juristen haben es so ausgestaltet, dass die Fidesz-Partei unverhältnismäßige Vorteile genießt. 106 der 199 Mandate werden in Einzelwahlkreisen vergeben. Das Mandat gewinnt der Kandidat, der die relativ meisten Stimmen hat. Die Wahlkreise sind so zugeschnitten, dass größere Städte auf mehrere Kreise aufgeteilt sind, denen ländliche Gebiete zugeschlagen sind. In den kleineren Dörfern verfügt Fidesz über eine starke Wählerbasis, während die Bürger in den Städten mehrheitlich der Tisza zuneigen. Wahlforschern zufolge kann der Fall eintreten, dass Tisza mit ein bis drei Prozentpunkten Vorsprung vor dem Fidesz gewinnt und die Orban-Partei am Ende dennoch eine Parlamentsmehrheit hat. Rund acht Millionen Bürger wahlberechtigt Rund acht Millionen Bürger sind wahlberechtigt. Die Wahllokale öffnen um 6 Uhr und schließen um 19 Uhr. Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet. Die Wahlkommission gibt nach der Schließung der Wahllokale fortlaufend Teilergebnisse auf der Grundlage des jeweiligen Auszählungsstandes bekannt. Bei einem knappen Ergebnis könnte der Fall eintreten, dass jene Stimmen, die ungarische Wahlberechtigte an Botschaften und Konsulaten im Ausland abgeben, das Ergebnis noch verändern könnten. Diese Stimmen werden erst bis zum nächsten Samstag ausgezählt. Am diesem Sonntag würde dann noch kein definitives Ergebnis vorliegen. Die meisten Umfragen gehen aber von einem klaren Wahlsieg Magyars aus, mit einem Vorsprung von rund zehn Prozentpunkten oder mehr. Offen wäre die Frage, ob Magyars Tisza eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament haben wird. Dies würde dem Oppositionellen das Regieren erheblich erleichtern. Orban hatte über diese Super-Mehrheit nach allen Wahlen seit 2010 verfügt. Aufgrund der Unausgewogenheit des Wahlsystems und der Zersplitterung der damaligen Opposition reichten ihm dafür Stimmanteile zwischen 45 und 54 Prozent. Auf diese Weise besetzte er wichtige Institutionen wie das Verfassungsgericht, den Obersten Gerichtshof oder die Medienaufsichtsbehörde mit treuen Gefolgsleuten. Sie könnten zahlreiche politische Vorhaben Magyars wie etwa die Bekämpfung der Korruption blockieren. Den meisten Umfragen zufolge ist eine Zweidrittelmehrheit für Magyar nicht ausgeschlossen, zugleich aber auch eher unwahrscheinlich. Verbissen und mit harten Bandagen kämpft Premierminister Viktor Orban gegen seine drohende Abwahl. Herausforderer Peter Magyar sitzt ihm im Nacken. In wenigen Tagen finden die Parlamentswahlen in Ungarn statt. Hier gibt es die aktuellsten Umfragen im Überblick. Ungarns Schicksalswahl: Orban muss um seine Macht zittern d) für Produkt- und Terminalschulungen Newsblog zum Krieg im IranUS-Vizepräsident Vance: Keine Einigung mit Iran erzielt JerusalemIsrael wirft Spanien aus Mission zur Überwachung der Gaza-Waffenruhe Deutschland in der KriseEntscheidung oder Stillstand? Koalition ringt weiter um Reformen First Lady sorgt für AufsehenMelania Trump streitet engere Verbindung zu Epstein ab Krieg in der UkraineKreml: Putin verkündet Oster-Waffenruhe Trump und die NatoChance für die Europäer Im Schatten des Iran-KriegsIsrael treibt illegalen Siedlungsbau im Westjordanland voran Fragen & AntwortenVereinbarte Waffenruhe: Wie ist der Stand in der Straße von Hormus? CDU-Eierhaus-Kreisverband StuttgartCDU-Geschäftsstellen werden bei Google Maps bundesweit zu „Eierhaus“ Der Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Mit unserem Newsblog bleiben Sie auf dem Laufenden. Israels Regierungschef Netanjahu schließt Spanien aus einer US-geführten Mission zur Überwachung der Gaza-Waffenruhe aus. Er wirft Madrid vor, sich gegen Israel gestellt zu haben. Deutschland steckt im politischen Dauer-Stau fest. Nun soll’s der Frühling der Reformen richten, verspricht die Regierung schon seit Wochen. Doch bald ist der Frühling vorbei und es beginnt die parlamentarische Sommerpause. Und was heißt überhaupt Reformen? Nur zusätzliche finanzielle Belastungen für die arbeitende Mitte der Gesellschaft? Melania Trump stand bisher nicht im Mittelpunkt der Epstein-Akten. Jetzt sorgt sie mit einer Presseerklärung zu dem Thema für Aufsehen. Der Kremlchef ordnet zum orthodoxen Osterfest eine Feuerpause im Ukraine-Krieg an. In der Vergangenheit waren solch begrenzte Waffenruhen allerdings nicht sonderlich stabil. Donald Trumps Zorn auf die Nato ist kein Zeichen von Führungsstärke, sondern vielmehr ein Beleg seiner Hilflosigkeit, meint unser Autor Knut Krohn. Im Schatten des Irankriegs hat Israel offenbar weitere Siedlungen in den palästinensischen Gebieten durchgewunken - und das trotz Warnung des eigenen Armeechefs. Nach der Waffenruhe bleibt die Lage in der Straße von Hormus angespannt. Der Iran will Maut verlangen. Was ist erlaubt und wer könnte die Passage sichern? Antworten auf zentrale Fragen. Auf Google Maps können Adressen durch Änderungsvorschläge umbenannt werden. Aber wer hat denn da Böses im Sinn? Die CDU hat nach einer Aktion von Unbekannten alle Hände voll zu tun. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.parlamentswahl-ungarns-schicksalswahl-orban-muss-um-seine-macht-zittern.3d6f9fb8-7ab9-413f-a49e-91ea19b6d5f5.html sdDatePublished: 2026-04-12T07:18:00Z Topics: national elections, political candidates, political campaigns, political parties and movements, government, newspaper Locations: Iran, Russia, United States, Germany, Hungary, Debrecen, Jerusalem, Spain, Stuttgart, Israel, Ukraine