Jugendliche aus 14 Ländern debattieren als Abgeordnete beim EU-Jugendparlament in Schorndorf. Sie opfern Ferien, diskutieren Wettbewerbsfähigkeit, beschließen EU-Förderung für Mittelstand, verbessern Englisch, erleben parlamentarischen Alltag hautnah. EU-Jugendparlament in Schorndorf: Jugendliche als Politiker: „Ich will die Welt verändern“ - Rems-Murr-Kreis Likely publishing date: 2026-04-12 EU-Jugendparlament in SchorndorfJugendliche als Politiker: „Ich will die Welt verändern“ Junge Europäer in der Rolle von Politikern: Das Jugendparlament in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) vereint 150 motivierte Jugendliche. Zwischenrufe, Applaus, manche steigen sogar auf ihre Stühle: Es geht lebhaft zu bei dieser Vollversammlung des Europäischen Parlaments. Keiner döst, niemand fummelt am Handy. Dass diese Debatte zur Sicherung von Europas Wettbewerbsfähigkeit inSchorndorf(Rems-Murr-Kreis) stattfindet, hat einen bestimmten Grund. Die rund 100 Delegierten, die hier tagen, sind zwischen 15 und 19 Jahre alt und Mitglieder des Europäischen Jugendparlaments. Sie kommen aus Deutschland und 13 weiteren europäischen Ländern. Vier Tage lang erarbeiten sie im Burg-Gymnasium Lösungen zum Thema „Europas Weg zur Wettbewerbsfähigkeit“. Diskutieren darüber, wie die EU kleinen und mittelständischen Betriebe helfen könnte, wie sich mehr bezahlbarer Wohnraum schaffen oder wie sich verhindern lässt, dass Firmen die Sanktionen gegen Russland umgehen. Vortrag in WeinstadtArtenvielfalt in Städten: Hoffnungsträger Thomas Lehenherr erklärt, wie es geht Die Organisatoren des Events sind kaum älter als die Teilnehmenden. „Die ältesten bei uns im Team sind 25 Jahre alt“, sagt Ben Hilgemann. Er ist Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins Europäisches Jugendparlament in Deutschland (EJP) und wie die anderen im Projektteam ehrenamtlich tätig. Viel Verantwortung sei das schon, sagt Ben Hilgemann. Um Verantwortung geht es auch bei Treffen wie dem in Schorndorf. Sie sollen den Teilnehmenden ein möglichst realitätsnahes Bild von der politischen Arbeit der Parlamentarier und Parlamentarierinnen vermitteln – inklusive der Arbeit in Ausschüssen, der Erarbeitung von Beschlüssen und der Beratung und Abstimmung in der Plenarsitzung. Ein Ziel dabei ist, dass die Jugendlichen erleben, dass aktive Partizipation Spaß machen kann. Zudem lernen sie, für ihre Überzeugungen einzustehen und schulen ihre rhetorischen Fähigkeiten. Jugendliche opfern Ferien für die EU-Debatte in Schorndorf Das klappt offenbar: Die Stimmung ist gut und alle sind voll dabei. Allein die Tatsache, dass die Jugendlichen vier Ferientage für das Event opfern, spreche für sich, findet Lucia-Marie Roßmann. Die 17-Jährige ist Pressesprecherin für das Treffen in Schorndorf und war im vergangenen Jahr noch als Delegierte dabei. Eben haben die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses beantragt, dass die EU kleine und mittelständische Betriebe finanziell fördern sollte. „90 Millionen Menschen sind betroffen, die EU muss ihre Jobs erhalten“, fordert eine junge Parlamentarierin unter Applaus. Der Antrag erhält eine Mehrheit – weiter geht’s zum nächsten. Englische Debatten und ein schottischer Kilt Die Debatte läuft komplett in englischer Sprache – schließlich sind Delegierte aus den verschiedensten Ländern angereist. „In den vier Tagen kann man eine Lernkurve sehen“, erzählt Ben Hilgemann: „Das Englisch ist danach deutlich besser.“ Die meisten Teilnehmer sind im Business Look gekleidet, tragen dunkelblaue, schwarze oder graue Blazer und Sakkos, Kostüme oder gar Anzüge. Der 19-jährige Aidan bietet das Kontrastprogramm: weißer Strickpullunder, rotkarierter Kilt und rotes Hütchen. Dazu dunkle Kniestrümpfe, in der Leistengegend baumelt ein Sporran, ein Ledertäschchen, als Ersatz für die fehlende Hosentasche. Der 19-Jährige kommt aus dem schottischen Glasgow, war drei Mal als Delegierter beim Treffen und ist dann ins Organisationsteam gewechselt. Zusammen mit weiteren Jugendlichen ist der Student der TV-Produktion nun im internationalen Medienteam aktiv. Dass er bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit neue Orte und Menschen aus ganz Europa kennen lernt, findet er klasse. Ein 16-jähriger Schüler aus München, der seinen Namen lieber nicht nennen will, ist zum ersten Mal als Delegierter dabei. Die Nacht in der Turnhalle sei ein bisschen laut gewesen, sagt er, aber insgesamt mache es viel Spaß – wenn er sich auch noch mehr Debatten gewünscht hätte. Er sitzt im Ausschuss, der sich mit Wohnungspolitik beschäftigt, ansonsten interessiert er sich sehr für die Menschenrechte. Sein Berufswunsch steht bereits fest: „Ich habe vor, Politiker zu werden, weil ich die Welt verändern will.“ JugendparlamentDas „Europäische Jugendparlament in Deutschland“ ist ein 1990 gegründeter Verein, der ehrenamtlich von Schülerinnen, Schülern und Studierenden getragen wird. Er will Politik und Demokratie in Europa für junge Menschen hautnah erlebbar machen. Dazu organisiert er pro Jahr mindestens zehn Parlamentssitzungen mit 140 bis 300 Teilnehmenden im Alter von 15 bis 25 Jahren. Bei den Treffen können diese Debatten nach dem Vorbild des Europäischen Parlaments, Ausschussarbeit und parlamentarische Verfahren erleben. SchorndorfRund 100 Jugendliche haben als Delegierte an der Regionalen Sitzung in Schorndorf teilgenommen. Wer sich für die Nationale Auswahlsitzung in Nürnberg im Mai qualifiziert und dort eine Jury von sich überzeugt, darf bei Internationalen Sitzungen Deutschland repräsentieren. Foto: EYP (European Youth Parliament) Thomas Lehenherr hat Bad Saulgau in eine artenreiche Vorzeigestadt verwandelt. Sein Biodiversitätskonzept könnte für andere Kommunen wegweisend sein. Er erklärt, was dahinter steckt. Jugendliche als Politiker: „Ich will die Welt verändern“ d) für Produkt- und Terminalschulungen Vorfall bei WaiblingenRaser bedrängen jungen Autofahrer: Zeugen gesucht Falcommunity ist entzücktLive aus Fellbach: Drei Wanderfalken-Küken schlüpfen auf Schwabenlandtower Müllanalyse im Rems-Murr-KreisViel zu viele Wertstoffe landen im Restmüll – warum das bald teuer werden könnte Kinder- und Jugendhilfe in FellbachDiese zwei kämpfen für jedes Kind: „Wenn sie die Kurve kriegen, weint man fast“ Tempolimit auf B14 bei WinnendenLeutenbachtunnel wird ausgebremst – warum Autofahrer langsam fahren müssen Unfall auf B 29 bei WeinstadtFahrerin reagiert nicht mehr: Auto prallt gegen Leitplanke – und fährt weiter Einzelhandel im Rems-Murr-KreisFeinkost zwischen Bohrhammer, Schleifpapier und Oberfräse Kurz abgelenkt am SteuerPlötzlicher Niesanfall: Ford-Fahrer kommt bei Kernen-Stetten von der Straße ab Ein junger Autofahrer gerät auf der B14 29 bei Waiblingen in eine gefährliche Situation: Zwei Raser bedrängen ihn, was zu einem Unfall führt. Die Polizei sucht Zeugen. 107 Meter über der Stadt beginnt ein kleines Wunder: Drei Küken sind geschlüpft – und eine Webcam zeigt jeden Moment. Doch ein Ei sorgt weiter für Spannung. Bioabfall, Glas, Papier, Batterien: Die Restmüllanalyse im Rems-Murr-Kreis zeigt ein Problem. Was in grauen Tonnen landet, könnte Gebühren sparen – wenn es richtig entsorgt würde. Simone Dammann und Jörg Willerding sind ein gutes Team. Seit 25 Jahren versuchen sie, sozial auffällige Schüler wieder in die Spur zu bringen. Dienst nach Vorschrift – Fehlanzeige. Eine neue Geschwindigkeitsbegrenzung verändert zurzeit den Verkehr im Tunnel bei Winnenden. Parallel stehen weitere Eingriffe an – vor allem nachts. Mehrere Verkehrsteilnehmer bemerkten am Freitag auf der B 29 bei Weinstadt einen auffällig unsicher fahrenden Pkw. Kurz darauf geriet die Situation außer Kontrolle. Werkzeughändler Stefan Sarris aus Remshalden hat ein eigenwilliges Geschäftsmodell entwickelt – und verkauft auch griechischen Honig und kalt gepresstes Olivenöl in seinem Laden. Ein Niesanfall hat am Freitagmorgen einen Autofahrer auf der L1199 bei Kernen-Stetten überrascht. Für einen kurzen Moment verliert der 43-Jährige die Kontrolle über seinen Wagen. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.eu-jugendparlament-in-schorndorf-jugendliche-als-politiker-ich-will-die-welt-veraendern.83b3c3f9-d32c-492d-960d-26158fc874ad.html sdDatePublished: 2026-04-12T12:24:00Z Topics: political development, students Locations: Germany, Nürnberg, Scotland, Bavaria, Sigmaringen, Rems-Murr-Kreis, Stuttgart