Durchbruch beim Hochwasserschutz Bottwartal: Planfeststellung für Rückhaltebecken Prevorster Tal kurz vor Abschluss. Becken dringend, da bisheriges System unvollständig. Naturschutz, Denkmalschutz und Finanzierung zentrale Hürden.


Becken im Prevorster Tal: „Die Zeit drängt“ – Hochwasserschutz im Bottwartal vor nächstem Schritt - Landkreis Ludwigsburg Likely publishing date: 2026-04-14

Becken im Prevorster Tal„Die Zeit drängt“ – Hochwasserschutz im Bottwartal vor nächstem Schritt

Die Planung von Rückhaltebecken im Bottwartal (Kreis Ludwigsburg) tritt seit Jahren auf der Stelle. Jetzt zeichnet sich ein Fortschritt ab.

Seit Jahren wird im Bottwartal amHochwasserschutzgearbeitet – zuletzt mit deutlich gedrosseltem Tempo,was harsche Kritik hervorrief. So stecken die beiden geplanten Rückhaltebecken im Prevorster Tal und im Kurzachtal weiterhin im Planfeststellungsverfahren fest. Für den Zweckverband Hochwasserschutz Bottwartal ist diese Hängepartie zunehmend schwer zu ertragen, denn das Gesamtsystem ist ohne diese Bausteine unvollständig.

Der Bedarf für die Rückhaltebecken auf Oberstenfelder Gemarkung ist unbestritten. Die bereits gebauten Becken – etwa im Stockbrunnen, Hoftal und Hasenbach – leisten ihren Beitrag. Doch das Schutzkonzept ist als zusammenhängendes System aus insgesamt sechs Becken angelegt. Drei davon fehlen noch: im Kurzacher Tal, im Prevorster Tal und im Schmidbachtal.

Gerade die beiden Projekte bei Gronau sind wichtig, wie Ralf Zimmermann, der Vorsitzende des Zweckverbandes und Bürgermeister vonGroßbottwar, erklärt: „Kommt es an der oberen Bottwar zu Starkregen, müssen wir die Bottwar zuverlässig in ihrem Bett halten.“ Im krassen Gegensatz zu dieser Notwendigkeit steht jedoch die bisherige Bilanz in Sachen Zeitplan. Zum ersten Mal beriet der Zweckverband im Jahr 2012 über den Bau der Becken – und im Jahr 2020 stellte der Verband beim Landratsamt Ludwigsburg erstmals den Antrag auf Planfeststellung.

Klagen standen im Raum, das Verfahren stockte

Warum also dauert es so lange? Die Gründe sind vielfältig – und zeigen, wie komplex Infrastrukturprojekte inzwischen geworden sind. Ein zentraler Streitpunkt war über Jahre hinweg der Umgang mit dem historischen Gronauer Aquädukt. Ursprünglich sollte das Bauwerk im Zuge ökologischer Ausgleichsmaßnahmen weichen, um der Kurzach wieder einen durchgängigen Verlauf zu ermöglichen. Dagegen regte sich massiver Widerstand von Naturschutzverbänden und Denkmalpflegern. Klagen standen im Raum, das Verfahren stockte.

Ein weiteres Beispiel für die Verzögerungen ist der Artenschutz. So musste etwa das Vorkommen der Haselmaus über einen kompletten Lebenszyklus hinweg untersucht werden. „Tatsächlich haben wir Haselmäuse gefunden“, berichtet Ralf Zimmermann. Nun müsse geklärt werden, welche konkreten Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Diese sollen im Planfeststellungsbeschluss festgelegt werden, der derzeit noch vom Landratsamt Ludwigsburg erwartet wird.

Finanziell geht Ralf Zimmermann weiterhin von einer Förderung durch das Land in Höhe von 70 Prozent aus. Trotz angespannter Haushaltslagen hält er dies für gesichert: „Das ist eine Pflichtaufgabe.“ Auch die beteiligten Kommunen – Großbottwar, Steinheim,OberstenfeldundBeilstein– haben seit Jahren Mittel in ihren Haushalten eingestellt.

Im Bottwartal wächst die Erwartung, dass nach Jahren der Planung und Verzögerung nun bald konkrete Schritte folgen. Denn eines ist klar: Ohne die fehlenden Becken bleibt der Hochwasserschutz Stückwerk – und das Risiko für die Region bestehen.

Die zerstörerischen Schauer können jederzeit auftreten

Ein Aufschub sei keine Lösung, betont Zimmermann. „Die Zeit drängt.“ Gerade lokale Starkregenereignisse hätten an Intensität und Häufigkeit zugenommen. Die zerstörerischen Schauer könnten jederzeit auftreten und erhebliche Schäden verursachen. Die geplanten Becken oberhalb von Gronau sollen mit einem Rückhaltevolumen von insgesamt rund 250.000 Kubikmetern genau hier ansetzen.

Wie ernst die Lage ist, zeigt der Blick zurück: Beim verheerendenHochwasser2002 wurde Großbottwar schwer getroffen. Und selbst nach dem Bau erster Rückhaltebecken war jenes im Hoftal bei einem späteren Ereignis bereits zu 92 Prozent gefüllt – eine Überflutung des unteren Bottwartals konnte nur knapp verhindert werden.

„Wir werden das Verfahren nun zügig vorantreiben.“

Angesichts steigender Baukosten drängt zudem die Zeit. Ralf Zimmermann rechnet mit etwa sechs Millionen Euro für den Bau des Beckens im Prevorster Tal. Dieses Becken werde zuerst gebaut, dann erst das im Kurzachtal – mehr erlaube die Finanzlage der Kommunen derzeit nicht.

Zuversichtlich stimmt den Großbottwarer Bürgermeister, dass das Landratsamt Ludwigsburg das Flurneuordnungsverfahren in die Hand nehme. „Probleme beim Grundstückskauf können durch Tausch gelöst werden.“ Der Zweckverband habe schon viele Flächen im Prevorster Tal erworben.

Ralf Zimmermann rechnet mit einem Planfeststellungsbeschluss im Oktober. Spätestens im März 2027 hätte man dann die Baugenehmigung. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres mit dem Bau beginnen können.“ Nach zwei Jahren Bauzeit wäre das Becken im Prevorster Tal dann fertig. Für das andere im Kurzachtal wäre noch eine Flurneuordnung samt Grundstückskäufen nötig.

Aber noch braucht das Landratsamt Ludwigsburg Zeit für den Planfeststellungsbeschluss zum Rückhaltebecken Prevorster Tal. „Wir werden das Verfahren nun zügig vorantreiben“, teilt die LRA-Sprecherin Marianne Haar mit. Die Unterlagen seien zuletzt im Oktober 2025 aktualisiert worden. Einen konkreten Zeitpunkt für den Beschluss könne die Behörde noch nicht nennen.

„Die Zeit drängt“ – Hochwasserschutz im Bottwartal vor nächstem Schritt

Aufführungen in LudwigsburgDie Pflege als große Herausforderung – dargestellt in einem Theaterstück

Diebstahl in LudwigsburgMänner stecken Lebensmittel ein – Ladendetektiv hält sie auf

Verbrechen in TammSchüsse auf offener Straße – Fall „Frost“ startet mit Wutausbruch vor Gericht

Jubiläum in Ditzingen„Bühne für kunsthandwerkliches Schaffen“ – verkaufsoffener Sonntag in Ditzingen

Bietigheim SteelersNach Strafbefehl: So geht es für Bietigheims Ex-Trainer Dück jetzt weiter

Tankstelle mitten in GerlingenSelbst die Tankstellen-Chefin wünscht sich günstigere Spritpreise

Auf Höhe Korntal-MünchingenWieder im Tunnel-Rückstau: Lieferwagen kracht in Sattelzug, Fahrer eingeklemmt

Auf der AutomessePV-Strom statt vielen PS – E-Mobilität beherrscht in Marbach die Autoszene

Bietigheim-BissingenWeinberghütte aufgebrochen – Polizist jagt Einbrecher auf geliehenem Fahrrad

Unfall in Ludwigsburg16-Jähriger driftet mit Opas Auto – und streift eine Betonmauer

Das Stück „CAREambolage“ vom Altentanztheater Zartbitter feiert am 17. April Premiere in Ludwigsburg. Es zeigt das Thema Pflege mal anders: alltäglich-poetisch, absurd getanzt.

Ein 27- und ein 38-Jähriger wollten in einem Supermarkt in Ludwigsburg Lebensmittel im Wert von 170 Euro stehlen. Im Auto der Männer findet die Polizei dann noch mehr Diebesgut.

Nach einer Reihe von Gewalttaten hat am Montag die Aufarbeitung der schwerwiegendsten Tat im Fall „Frost“ begonnen. Besonders die ersten 20 Minuten und ein Zeuge waren entscheidend.

Schmuck, Töpferwaren, Lederprodukte – auch das wird am Wochenende in Ditzingen zu sehen und kaufen sein. Der Kunsthandwerkermarkt hat in diesem Jahr Grund zu feiern.

Das Verfahren wegen sexueller Belästigung gegen den ehemaligen Coach des Eishockey-Zweitligisten könnte bald enden – es sei denn, er legt Einspruch gegen den Strafbefehl ein.

Die Tankstelle von Insa Erdmann-Bartl ist Kult. Seit über fünf Jahrzehnten gibt es sie mitten in Gerlingen. Die 52-jährige Chefin liebt ihren Job – hohe Spritpreise dagegen nicht.

Erneut ist es im Rückstau vor dem Engelbergtunnel zu einem Unfall gekommen: Ein Lieferwagenfahrer hat das Stauende übersehen. Am Freitag hatte ein ähnlicher Crash tödlich geendet.

Die Freizeit- und Automesse in Marbach (Kreis Ludwigsburg) hat am Wochenende Zwei- und Vierräder ins Rampenlicht gerückt. Die Stars: Stromer und Hybrid-Fahrzeuge.

Ein 27-Jähriger hat es sich in einer Weinberghütte in Bietigheim-Bissingen gemütlich gemacht. Das endete in einer ungewöhnlichen Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Ein 16-Jähriger ist bei Nacht mit dem Auto seines Opas auf einem Parkplatz in Ludwigsburg gedriftet. Nun erwarten den Jugendlichen gleich mehrere Strafnanzeigen.