Tirols Rettungsdienste am Limit; Betriebsräte und Gewerkschaft kritisieren Personalmangel, hohe Belastung, fehlende Ausrüstung; viele Sanitäter steigen aus; Forderungen: bessere Bezahlung, moderne Hebehilfen, Ausbildungsreform, Klage wegen unbezahlter Rüstzeiten.


Tiroler Rettungsdienste am Limit - tirol.ORF.at Likely publishing date: 2026-04-14

14.04.2026 13.27 Online seit heute, 13.27 Uhr

„Wer rettet die Retter?“ – unter diesem Titel haben am Dienstag Betriebsräte der Sanitäterinnen und Sanitäter gemeinsam mit der Gewerkschaft auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam gemacht. Steigende Einsatzzahlen und Personalmangel würden die Versorgungssicherheit gefährden.

Viele junge Sanitäterinnen und Sanitäter würden motiviert beginnen, jedoch nach wenigen Jahren den Beruf verlassen. Der Grund dafür sei die hohe Belastung, so Horst Maier, Betriebsratsvorsitzender des Samariterbundes Tirol. Es bleibe kaum Zeit für Pausen, gleichzeitig würden Ressourcen fehlen. Diese Entwicklung würde langfristig die Notfallversorgung beeinträchtigen, befürchtet der Gewerkschafter.

Dem entgegenwirken könnten flächendeckende Primärversorgungszentren und eine funktionierende Patientenhotline 1450, damit die Versorgung von Notfällen sichergestellt werden kann, so Maier.

Sanitäterinnen und Sanitäter seien in Tirol einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt. „Völlig veraltete Konzepte werden aus reinen Kostengründen weiterhin verwendet, den wahren Preis dafür zahlen aber die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, kritisierte Stefan Wehinger, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Roten Kreuzes Innsbruck. Konkret gehe es etwa um fehlende hydraulische Hilfsmittel, die den Patiententransport erleichtern würden. Die derzeitigen Arbeitsmittel würden „krank machen“ und zu regelmäßigen Ausfällen führen, so Wehinger.

Kein Geld für Umkleide- und Rüstzeiten

„Unsere Forderungen sind natürlich, dass das Equipment verbessert wird, dass die Belastung nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf den Rücken der Beschäftigten liegt. Es braucht Bezahlung für diese unbezahlte Arbeit derzeit – Rüstzeit und Umkleidezeiten. Und in Bezug auf die Ausbildung, braucht es dringend eine Reform“, so Sonja Föger-Kalchschmied, geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Tirols.

Neben modernen elektrischen Hebevorrichtungen für die schweren Tragen wird eine bessere und längere Ausbildung wie etwa in Deutschland, der Schweiz oder Tschechien gefordert. Außerdem laufe derzeit eine Feststellungsklage, weil die Umkleide- und Rüstzeiten nicht bezahlt werden.