Marie-Louise Eta wird erste Cheftrainerin eines Männer-Bundesliga-Vereins; massives Medienecho, strukturelle Hürden für Trainerinnen, DFB/FIFA-Initiativen, Frauenquote diskutiert, geringe Zahl weiblicher Pro-Lizenzen, Vorbildcharakter fraglich. Fußball-Bundesliga: Eta als Alibi-Frau? Über den Mangel an Trainerinnen - Fußball-Bundesliga Likely publishing date: 2026-04-15 Fußball-BundesligaEta als "Alibi-Frau"? Über den Mangel an Trainerinnen Marie Louise-Eta ist die einzige Fußball-Trainerin in den beiden höchsten deutschen Männer-Ligen. Warum das so sein könnte und wie DFB und FIFA die Zahl der Frauen an der Seitenlinie erhöhen wollen. Berlin- Für gewöhnlich ist der 1. FC Union ein Berliner Thema. Doch dank Marie-Louise Etas historischer Beförderung interessiert der Fußball-Bundesligist plötzlich international. Als die 34-Jährige ihr erstes Training in Köpenick leitete, war der Presseauflauf am Rande der Hauptstadt so groß wie selten zuvor. Das gewaltige Medienecho, die vielen (Hass-)Kommentare im Netz und die Reaktionen etlicher Kollegen aus dem In- und Ausland verdeutlichen die Dimension der Berliner Personalentscheidung. Eine Frau als Cheftrainerin - ein Schritt, den zuvor noch kein anderer Männer-Verein im deutschen Oberhaus gegangen ist. Zwangsläufig stellt sich da die Frage nach dem Warum. Kommentatorin Neumann: Problem beginnt in Ausbildung "Die bestehenden Strukturen sind klar auf männliche Fußballtrainer ausgerichtet und erschweren Frauen systematisch den Einstieg und Aufstieg", sagte Sportkommentatorin Claudia Neumann der Deutschen Presse-Agentur. Die 62-Jährige war 2016 selbst Pionierin, als sie als erste Frau ein EM-Männerspiel im TV kommentierte. Das Problem beginne schon in der Ausbildung. "Im Trainerbereich müssten Lizenzen erworben werden, doch selbst in den vergangenen Jahren gab es nur vereinzelt Alibi-Frauen. Die Anforderungen für den Zugang zu diesen Lehrgängen stellen für Frauen hohe Hürden dar. Insbesondere der Nachweis praktischer Erfahrungen wird schnell zur Herausforderung, weil bereits die ersten Schritte in diese Bereiche schwer zugänglich sind", erklärte Neumann. Effekte etwaiger Anpassungen seien bislang nicht zu spüren. Seit 2024: Nur zwei Frauen erwerben Pro-Lizenz Mit seiner 2021 ins Leben gerufenen Initiative "FF27" will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Teilhabe von Frauen im Fußball signifikant vorantreiben. Zumindest mit Blick auf die Trainerinnen in den höchsten deutschen Ligen ist das kaum gelungen. Selbst in der Frauen-Bundesligawerden nur sechs von 14 Teams von Frauen trainiert. Unter den 50 Absolventen, die der DFB in den letzten drei Jahren mit einer Pro-Lizenz auszeichnete, waren nur zwei Frauen. Sabrina Wittmann von Drittligist Ingolstadt und Eva-Maria Virsinger, die Hoffenheims Bundesligaspielerinnen trainiert. Dennoch heißt es auf der Verbandshomepage: "Der DFB hat im Vergleich mit allen anderen europäischen Nationalverbänden die meisten Trainerinnen mit einer Pro-Lizenz ausgebildet – insgesamt 31." Ob künftig beispielsweise Quoten bei den Lehrgängen eine Option seien, ließ der DFB auf dpa-Anfrage unbeantwortet. Der Weltverband FIFA beschloss hingegen solch eine Quote, um mehr Trainerinnen in Führungspositionen zu etablieren. Schon bei der Frauen-WM 2027 muss entweder der Chefcoach oder dessen Assistenz weiblich sein. Bei der Frauen-WM 2023 waren lediglich zwölf der 32 Teamchefs weiblich. InDeutschlandbildet Bundestrainer Christian Wück ein Gespann mit seinen Assistentinnen Maren Meinert und Saskia Bartusiak. "Fußball ist die heilige Kuh in Deutschland. Und dort wird eine Frau als Eindringling empfunden und da versucht man eher, sich der Konkurrenz zu entledigen", sagte Medienwissenschaftlerin Daniel Schaaf von der Deutschen Sporthochschule Köln einmal dem "Deutschlandfunk". Imke Wübbenhorst: "Das wäre nicht fair" Eta ist eine Ausnahme, reiht sich aber ein in eine Liste von Frauen, die in den letzten Jahren Pionierarbeit geleistet haben. Etwa Nicole Kumpis, die seit 2022 Präsidentin bei Zweitligist Eintracht Braunschweig ist. Oder Imke Wübbenhorst, die 2020 als erste Frau nach Inka Grings (SV Straelen) in Lotte einen Männer-Viertligisten übernahm. "Man sieht, dass es im Fußball vorangeht", sagte Wübbenhorst der dpa. Die heutige Cheftrainerin des Schweizer Frauen-Erstligisten Young Boys Bern befürchtet bei Eta aber auch negative Reaktionen im Falle des Misserfolgs. "Ich wünsche ihr, dass sie auch die Punkte holt, weil sonst wird es halt immer wieder daran festgemacht werden, dass sie eine Frau ist. Das wäre nicht fair", sagte Wübbenhorst. Ex-Unioner sieht große Herausforderung für Eta Lucas Tousart kickte für die Eisernen, als Eta vor über zwei Jahren als Co-Trainerin einsprang - und sieht auch ein Problem. "Es geht eher um den zwischenmenschlichen Bereich. Sie wird Entscheidungen treffen, klar Stellung beziehen und etwas Abstand schaffen müssen. Das ist eine Rolle, die schwieriger zu bewältigen ist", sagte der Mittelfeldspieler der "L'Équipe". Für Union Berlin war Etas Beförderung eine "logische Konsequenz". Die Köpenicker nehmen in Sachen Gleichberechtigung ohnehin eine Vorreiterrolle ein. In Jennifer Zietz gibt es eine Geschäftsführerin Profifußball Frauen. Die Spielerinnen erhielten bereits in der Regionalliga Verträge, die ihnen ermöglichten, nur vom Fußball zu leben. Schon vor dem Bundesliga-Aufstieg absolvierten sie ihre Heimspiele wie die Männer in der Alten Försterei. Etas Aufstieg hat Vorbildcharakter. Doch wie groß der tatsächliche Effekt ist, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. "Das eröffnet Möglichkeiten für kleine Mädchen, die gerade Fußball spielen und nun denken, ich könnte überall Trainerin werden, sehr erfolgreich sein und eine richtige Karriere haben", vermutete etwa Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany. Eta als "Alibi-Frau"? Über den Mangel an Trainerinnen Fußball-BundesligaInklusive Torrekord: Bayern bereit für Real-Rückspiel Bundesligapartie gegen FC BayernTritt gegen Schiedsrichter-Tür: Geldstrafe für Matthias Ginter vom SC Freiburg Bayer LeverkusenTrainerwechsel „kein Szenario“ – Rolfes stärkt Hjulmand BundesligaKwasniok nicht mehr Trainer des 1. FC Köln TSG 1899 HoffenheimHoffenheims Stürmer Bebou trauert um Kind Fußball BundesligaBayern-Torfest auch ohne Kane - Neue Sorgen um Neuer Fußball BundesligaLeverkusen gewinnt Nachholspiel beim HSV 3:2 Sieg des RekordmeistersMeisterschaft scheint entschieden: Bayern enteilt dem BVB 1. FC HeidenheimHolger Sanwald: „Wir können Historisches schaffen“ Fußball-BundesligaPleite in Augsburg – Heidenheims Hoffnung schwindet 54 Jahre hielt der Bundesliga-Torrekord der großen Bayern-Generation. Jetzt hat das aktuelle Team diese Bestmarke geknackt. Gegen St. Pauli fiel das 102. Bayern-Tor dieser Saison. Matthias Ginter verliert nach der späten Niederlage gegen den FC Bayern die Nerven. Für seinen Wutausbruch wird der Ex-Weltmeister vom SC Freiburg nun vom DFB bestraft. Die Leverkusener stecken in einer Krise. Für Simon Rolfes aber kein Grund, auf der Trainerposition zu handeln. Am Tag nach dem 3:3 gegen Gladbach beraten die Verantwortlichen des 1. FC Köln über die Zukunft von Trainer Lukas Kwasniok. Am Ende muss der Trainer gehen. Mitten im Jubel denken Hoffenheims Torschütze Prass und das Team an den trauernden Bebou. Die rührende Geste sorgt für Verwirrung bei den Heidenheimer Fans. Der FC Bayern stimmt sich gegen Gladbach auf die Champions League ein. Musiala übernimmt Kanes Job als Elferschütze. Goretzka treibt an. Bayer Leverkusen steht beim HSV nach drei sieglosen Spielen zuvor unter Druck. Lange tun sich die Gäste schwer. Der Ersatz des verletzten Torjägers Patrik Schick erlöst die Rheinländer. Die Bayern enteilen dem BVB nach dem 3:2 im Bundesliga-Gipfel. Nico Schlotterbeck wird zur tragischen Figur. Harry Kane erzielt seine Saisontore 29 und 30. Wie groß ist beim 1. FC Heidenheim noch die Hoffnung auf den Bundesligaverbleib? Wird Frank Schmidt Trainer bleiben? FCH-Chef Holger Sanwald äußert sich vor dem Duell mit dem VfB. Die Fans in Augsburg bekommen schwere Kost geboten. Ein eiskalter Moment reicht den Hausherren zum Sieg. Für die Heidenheimer wird die Rettung vor dem Absturz immer unwahrscheinlicher. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fussball-bundesliga-eta-als-alibi-frau-ueber-den-mangel-an-trainerinnen.122e1985-9d96-44a9-bff0-b7b47a75cffd.html sdDatePublished: 2026-04-15T07:20:00Z Topics: football, women's rights, gender, sports coaching, diversity, equity and inclusion Locations: Dortmund, Köln, Germany, Baden-Württemberg, Bavaria, Steinfurt, Heidenheim, Braunschweig, Augsburg, Leverkusen, Mönchengladbach, Mitte, Ingolstadt, Aachen, Berlin, Calw, Hamburg-Mitte, Bern-Mittelland, Stuttgart