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title: "Bürgerproteste gegen geplante Verkehrsverlagerung: Anwohner kritisieren Sindelfinger Verkehrskonzept"
sdDatePublished: "2026-04-15T13:20:00Z"
source: "https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.verkehrsplanung-in-sindelfingen-buerger-protestieren-gegen-mehr-autos-in-ihren-wohngebieten.6367c98b-0209-47c0-b0f1-31fe7a947721.html"
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Bürgerproteste gegen geplante Verkehrsverlagerung: Anwohner kritisieren Sindelfinger Verkehrskonzept wegen mehr Autoverkehr in Wohnstraßen; Kontroversen über neue Umfahrung, Sperrungen für Durchgangsverkehr, fehlende Lösungen für Rad- und Parkverkehr.

Verkehrsplanung in Sindelfingen: Bürger protestieren gegen mehr Autos in ihren Wohngebieten - Landkreis Böblingen
Likely publishing date: 2026-04-15

Verkehrsplanung in SindelfingenBürger protestieren gegen mehr Autos in ihren Wohngebieten

Bei einem Bürgerdialog in Sindelfingen kritisieren Anwohner das Verkehrskonzept der Stadtverwaltung. Sie lehnen eine Verlagerung der Verkehrsströme zu ihren Ungunsten ab.

Weniger Durchgangsverkehr für die Bewohner und Besucher der Sindelfinger Altstadt,dafür aber mehr Autos in umliegenden Wohnstraßen am Rande der Innenstadt: Dieses geplante Konzept der Sindelfinger Stadtverwaltung sorgt für Unmut. Bei der öffentlichen Präsentation des Verkehrskonzepts am Dienstagabend im Rathaus, zu der mehr als 200 Interessierte, darunter auch einige Stadträte, gekommen waren, gab es harsche Kritik vieler Bürger.

Wo heute in der Langen Straße noch Autos parken, könnten bald Blumenrabatte stehen und Menschen im Café auf der Straße sitzen. Statt trister Fahrstraße mit Parkplätzen rechts und links ein Mix aus Flaneuren, Radlern und Außengastronomie in der Planie. So sehen die Vorschläge der Baubürgermeisterin Corinna Clemens und ihres Teams für die Sindelfinger Innenstadt aus.Denn anders als in vielen anderen Städten in der Region, ist die Sindelfinger Altstadt mit ihren historischen Fachwerkhäusern nicht autofrei. Nicht nur Bewohner, sondern auch Besucher und Kunden der örtlichen Läden sind mit dem Auto in den engen Gassen unterwegs – zumeist auf der Suche nach einem Parkplatz. Das führt immer wieder zu Konflikten mit Fußgängern und Radlern.

„Wir werden nicht jeden einzelnen Wunsch erfüllen können.“

Die Stadträte und die Verantwortlichen der Verwaltung möchten das nun ändern. Die Innenstadt soll „ein attraktiver öffentlicher Raum mit hoher Aufenthaltsqualität“ werden, der aber für alle Verkehrsteilnehmer, also auch Autofahrer, weiterhin gut zu erreichen ist.Dafür braucht es eine neues Verkehrs- und Parkkonzept. Die Verwaltung hatte damit das Planungsbüro Modus Consult Gericke aus Karlsruhe beauftragt.

Bei der Dialogveranstaltung stellten Michael Paak, der Leiter des Amts fürStadtentwicklung, und Eva Klenert vom Planungsbüro das Konzept vor. Ziel, so Klenert, sei „die Bündelung des Durchgangsverkehrs, die Verringerung des Parksuchverkehrs und die Entlastung des Straßennetzes in der Altstadt“. Dazu soll zusätzlich zur bereits bestehenden Umfahrung Hanns-Martin-Schleyer-Straße – Neckarstraße eine weitere Achse für die Umfahrung der Innenstadt entstehen: durch einen Umfahrungshalbring.

Dieser soll die Straßen Gansackerweg – Bleichmühlstraße – Gartenstraße – Calwer Straße – Bachstraße – Wurmbergstraße – Obere Vorstadt umfassen und in beiden Fahrtrichtungen durchgehend befahrbar gemacht werden. Bestehende Fahrbeschränkungen in der Wurmbergstraße sowie der Gartenstraße würden dafür aufgehoben. Die Altstadtquartiere dazwischen sollen für den Durchgangsverkehr für Autos gesperrt werden, allerdings muss die Durchfahrt für Linienbusse und Radler weiter möglich sein. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel Poller, die hoch und runter geschoben werden.

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Für die Ziegelstraße gibt es zwei Varianten. Variante eins sieht eine Durchfahrtssperre zwischen der Böblinger Straße und der Ziegelstraße sowie zwischen der Mahdental- und der Vaihinger Straße vor. Dies würde die Verkehrsbelastung in der Ziegelstraße deutlich reduzieren: Statt knapp 8000 Fahrzeuge pro Tag wie im Moment würden dann nur noch knapp 3000 Autos durchfahren. Der Durchgangsverkehr in der Gartenstraße, der Bachstraße, Wurmbergstraße und Schillerstraße würde hingegen erheblich zunehmen. Vorteil dieses Models aus Sicht der Planer: Man könnte die Ziegelstraße als Strecke für Radler in beiden Richtungen ausbauen.

Variante zwei verzichtet auf die Absperrung der Ziegelstraße. Dort würde die Verkehrsbelastung annähernd so bleiben wie bisher. Allerdings wäre der Durchgangsverkehr in der Bachstraße geringer als bei Variante eins. Der Nachteil: Die Öffnung der Ziegelstraße für Radler in der Gegenrichtung ist dann nicht möglich.

Heftig kritisiert wurde das Konzept im Anschluss an die Präsentation. Vor allem Anwohner der denkmalgeschützten Häuser an der Schnödenecksiedlung bei der Stadthalle fürchten die prognostizierte Zunahme des Durchgangsverkehrs. Mit 2500 Autos mehr pro Tag rechnet man in der Schillerstraße.

„Sie haben an die Bewohner der Altstadt gedacht, aber nicht an uns“, empörte sich Gert Fenselau als Sprecher der etwa 400 Bewohner der Schnödenecksiedlung, die sich bereits in einem öffentlichen Brief an die Stadtverwaltung gewandt hatten. Und er forderte, dass die Anwohner in die Planungen miteinbezogen werden müssten. Aber auch Bewohner anderer Straßen wie der Bachstraße fürchten sich vor einer Zunahme des Autoverkehrs.

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Ein anderer Bürger kritisierte: „Das ist das falsche Konzept. Sie verringern den Autoverkehr nicht, sondern verlagern ihn nur.“ Michael Paaks Antwort: „Der Verkehr ist nun mal da. Sindelfingen ist eine Autostadt. Und wir wollen ja, dass die Leute in der Innenstadt einkaufen gehen.“

Es gehe darum, Lösungen zu finden, mit denen alle leben könnten. Und er versprach, dass man mit allen Betroffenen, auch den Anwohnern der umliegenden Gebiete, ins Gespräch gehen werde.

Kritik gab es auch am fehlenden Konzept zum Parken sowie für den Radverkehr. „Das passiert alles im nächsten Schritt. Zunächst geht es darum, den Autoverkehr vernünftig zu lenken“, sagte die Sindelfinger Baubürgermeisterin Clemens.

Die Diskussionen in der Stadt werden sicherlich weitergehen. Oberbürgermeister Markus Kleemann warnte allerdings: „Wir werden nicht jeden einzelnen Wunsch erfüllen können.“ Es gehe darum, vernünftige Kompromisse zu finden.

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