Ditzingen zögert trotz Bedarf beim Landes-Sprachförderprogramm „Sprachfit“ wegen Folgekosten; Finanzlage prekär; Stadt müssten nach Förderung laufende Kosten selbst tragen; Stadträte uneinig; Landeszuschüsse nur befristet. Diskussion in Ditzingen: Kita-Kinder sollen sprachfit werden – doch Ditzingen scheut die Folgekosten - Landkreis Ludwigsburg Likely publishing date: 2026-04-15 Diskussion in DitzingenKita-Kinder sollen sprachfit werden – doch Ditzingen scheut die Folgekosten Kindern Deutsch beizubringen ist zunehmend eine Tätigkeit, die in Kita und Schule verlagert wird. Die Ditzinger Stadträte mussten nun über ein Angebot des Landes entscheiden. Das Angebot klingt verlockend, die Notwendigkeit wird unzweifelhaft bejaht – und dennoch zögerten die Stadträte am Montag, sich für die Beteiligung an dem Sprachförderprogramm „Sprachfit“ des Landes auszusprechen. Obwohl sich die Stadt in einer finanziell schwierigen Situation befindet, zögerten die Mitglieder des Ausschusses für Finanzen, Kultur und Soziales, die Landesgelder anzunehmen, um Kinder imKita-Alter beim Erlernen der Sprache zu unterstützen. So ungewöhnlich das Zögern war, so selten waren auch die Worte desOberbürgermeisters Michael Makurath, der berichtete, in der Verwaltung um den Vorschlag an die Stadträte gerungen zu haben. Er sprach vom „goldenen Zügel“ des Landes. Landeszuschüsse in Höhe von maximal knapp 58 000 Euro pro Jahr werden demnach befristet auf drei Jahre bezahlt. In drei Jahren sei das Programm etabliert. Kein Gemeinderat würde dann die Frage mit Ja beantworten, ob man „so grausam sein“ solle, das Programm zu beenden. Kita – auch inDitzingenimmer mehr eine Bildungsstätte Gleichwohl, so Makurath im Verlauf der Diskussion, sei die Verwaltung von einer Beteiligung am Landesprogramm „überzeugt, dass es mehr bringt, als nichts zu tun“. Zumal die Entwicklung der Kindertageseinrichtung deutlich sei: „Kitas entwickeln sich immer mehr zu Bildungseinrichtungen.“ DochBildung, so der Oberbürgermeister an anderer Stelle der Debatte, „ist zu hundert Prozent Sache des Landes“. In diesem Widerspruch befanden sich die Stadträte am Montagabend. Sollten sie also die mutmaßlicheAnschubfinanzierung des Programmsin Anspruch nehmen, wohl wissend, dass sie in der Folge selbst die Finanzierung übernehmen müssten für eine Aufgabe, die eigentlich die des Landes ist? Die Räte taten sich sichtlich schwer mit der Entscheidung. Der Fraktionschef der Freien Wähler, Frank Hagenlocher, meinte, es sei „eigentlich unverantwortlich, was das Land den Kommunen zumutet“. Land übernimmt nicht die gesamten Personalkosten für „Sprachfit“ Er hatte darauf verweisen, dass die Kommune schon bei der angekündigten Förderung ein Teil des Gehalts trage. Die Verwaltung hatte vorgerechnet, dass die Gehaltskosten für diegeforderte Personalstelle– eine Teilzeitstelle – bei gut 60200 Euro liegen, rund 2800 Euro Gehalt also jetzt schon von der Kommune zu übernehmen sei, ungeachtet anfallender Sachkosten. Lage der Kitas inKita-Leitungen ist Sozialkompetenz wichtiger als Sprachförderung Unklar auch, ob die Konzeption „Sprachfit“, in deren Rahmen das Land Gelder bewilligt, hilfreich ist: Sie sei „um jede Hilfe dankbar“, sagte SPD-Fraktionschefin Sabine Roth. Wenngleich offen sei, ob es nicht „eine der vielen Säue ist, die man durchs Dorf treibt und die dann nicht funktionieren“. Dem hielt Makurath später die Erwartung entgegen, dass – „wenn das Land so viel Geld in die Hand nimmt“ – ein großer Sprung nach vorne gemacht werde. Eine solche Diskussion hätten die Ditzinger noch vor wenigen Jahren, also in finanziell guten Zeiten, in dieser Form nicht geführt. Auch das wurde an diesem Abend deutlich. In derselben Sitzung hatte die Verwaltung auch die Genehmigung des Haushalts 2026 vorgelegt. Das Schreiben des Regierungspräsidiums (RP) als Aufsichtsbehörde ist die Voraussetzung für die 2026 geplanten Ausgaben. Das RP hatte den Ditzingern eines deutlich vor Augen gehalten: Die „aktuelle Haushalts- und Finanzplanung deuten auf eine zunehmend prekäre Finanzlage der Stadt Ditzingen hin“. Die Genehmigungsfähigkeit künftiger Kredite, so das RP, sei aus heutiger Sicht gefährdet, eine Trendwende sie auch in der mittelfristigen Finanzplanung nicht absehbar. Laut einer neuen Umfrage gehört die Kooperation mit Grundschulen heute für die meisten Kitas in Baden-Württemberg dazu. Die Intensität ist aber sehr unterschiedlich. Kita-Kinder sollen sprachfit werden – doch Ditzingen scheut die Folgekosten Becken im Prevorster Tal„Die Zeit drängt“ – Hochwasserschutz im Bottwartal vor nächstem Schritt Aufführungen in LudwigsburgDie Pflege als große Herausforderung – dargestellt in einem Theaterstück Diebstahl in LudwigsburgMänner stecken Lebensmittel ein – Ladendetektiv hält sie auf Verbrechen in TammSchüsse auf offener Straße – Fall „Frost“ startet mit Wutausbruch vor Gericht Jubiläum in Ditzingen„Bühne für kunsthandwerkliches Schaffen“ – verkaufsoffener Sonntag in Ditzingen Bietigheim SteelersNach Strafbefehl: So geht es für Bietigheims Ex-Trainer Dück jetzt weiter Tankstelle mitten in GerlingenSelbst die Tankstellen-Chefin wünscht sich günstigere Spritpreise Auf Höhe Korntal-MünchingenWieder im Tunnel-Rückstau: Lieferwagen kracht in Sattelzug, Fahrer eingeklemmt Auf der AutomessePV-Strom statt vielen PS – E-Mobilität beherrscht in Marbach die Autoszene Die Planung von Rückhaltebecken im Bottwartal (Kreis Ludwigsburg) tritt seit Jahren auf der Stelle. Jetzt zeichnet sich ein Fortschritt ab. Das Stück „CAREambolage“ vom Altentanztheater Zartbitter feiert am 17. April Premiere in Ludwigsburg. Es zeigt das Thema Pflege mal anders: alltäglich-poetisch, absurd getanzt. Ein 27- und ein 38-Jähriger wollten in einem Supermarkt in Ludwigsburg Lebensmittel im Wert von 170 Euro stehlen. Im Auto der Männer findet die Polizei dann noch mehr Diebesgut. Nach einer Reihe von Gewalttaten hat am Montag die Aufarbeitung der schwerwiegendsten Tat im Fall „Frost“ begonnen. Besonders die ersten 20 Minuten und ein Zeuge waren entscheidend. Schmuck, Töpferwaren, Lederprodukte – auch das wird am Wochenende in Ditzingen zu sehen und kaufen sein. Der Kunsthandwerkermarkt hat in diesem Jahr Grund zu feiern. Das Verfahren wegen sexueller Belästigung gegen den ehemaligen Coach des Eishockey-Zweitligisten könnte bald enden – es sei denn, er legt Einspruch gegen den Strafbefehl ein. Die Tankstelle von Insa Erdmann-Bartl ist Kult. Seit über fünf Jahrzehnten gibt es sie mitten in Gerlingen. Die 52-jährige Chefin liebt ihren Job – hohe Spritpreise dagegen nicht. Erneut ist es im Rückstau vor dem Engelbergtunnel zu einem Unfall gekommen: Ein Lieferwagenfahrer hat das Stauende übersehen. Am Freitag hatte ein ähnlicher Crash tödlich geendet. Die Freizeit- und Automesse in Marbach (Kreis Ludwigsburg) hat am Wochenende Zwei- und Vierräder ins Rampenlicht gerückt. Die Stars: Stromer und Hybrid-Fahrzeuge. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.diskussion-in-ditzingen-kita-kinder-sollen-sprachfit-werden-doch-ditzingen-scheut-die-folgekosten.25be5549-2daf-4844-b1bf-e1ce51401c81.html sdDatePublished: 2026-04-15T06:22:00Z Topics: education policy, school, local government policy, public finance Locations: Ludwigsburg, Baden-Württemberg, Stuttgart