Empörung im Gericht: Verteidiger fordert nach tödlichem Unfall in Esslingen-Weil Führerschein-Rückgabe. Drei Tote, Angeklagter sieht medizinische Ursache, Gutachter schließen technischen Defekt aus. Publikum und Nebenkläger reagieren heftig. Empörung im Gerichtssaal: Verteidiger fordert Führerschein-Rückgabe nach tödlichem Unfall in Esslingen-Weil - Landkreis Esslingen Likely publishing date: 2026-04-15 Empörung im GerichtssaalVerteidiger fordert Führerschein-Rückgabe nach tödlichem Unfall in Esslingen-Weil Im Prozess um die Unfallfahrt in Esslingen-Weil, bei der drei Menschen starben, sorgte das Plädoyer des Verteidigers für Unruhe. Er vermutet eine medizinische Ursache für das Unglück. Zwischenrufe, lautes Gemurmel und Unruhe im Zuschauerraum gaben die Empörung des Publikums wieder. Der Verteidiger des Angeklagten im Prozess um dieUnfallfahrt von Esslingen-Weilhatte in seinem Plädoyer von derRückgabe des Führerscheins an den Angeklagtengesprochen. Der Jurist hatte zudem eine eigene Version des Unfallhergangs geliefert. Ein Auto war am 22. Oktober 2024 im Esslinger Stadtteil Weil in eine Fußgängergruppe gefahren. Die 39-jährige Frau und ihre beiden kleinen Söhne im Alter von drei und sechs Jahren erlagen am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Seit Anfang Februar muss sich ein 55-jähriger Mann wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung in drei tateinheitlichen Fällen dafür vor dem AmtsgerichtEsslingenverantworten. Der Verteidiger des Angeklagten hatte zu Beginn seines Plädoyers den Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen. Wenn man ihm mitteilen würde, dass seine Frau und seine Kinder bei einem Unfall ums Leben gekommen seien – er wisse nicht, wie er reagieren würde, so der Jurist. Das Geschehen sei furchtbar. Sein Mandant aber sei nach wie vor davon überzeugt, dass ein technischer Defekt an seinem Fahrzeug ursächlich für den Unfall sei, so der Rechtsanwalt. Er habe auf die Bremse treten wollen, doch das Auto habe ohne sein Zutun Gas gegeben. Gutachter hatten im Prozessverlauf einen technischen Defekt am Fahrzeug nahezu ausgeschlossen. Dieser Glaube seines Mandanten sei eine subjektive Wahrheit, führte der Jurist in seinem Plädoyer aus. Der Angeklagte habe es so empfunden und halte diese persönliche Überzeugung vom technischen Defekt am Fahrzeug als Unfallursache wohl auch aufgrund einer Gehirnerschütterung oder anderer neurologischer Folgen unmittelbar nach dem Unfall für Realität. Verteidiger des Angeklagten hat eigene Erklärung zur Unfallursache Doch die sieht nach Darlegung des Verteidigers anders aus. Die von den Gutachtern als wahrscheinlichste Unfallursache angesehene Verwechslung von Brems- und Gaspedal hält der Rechtsanwalt seinem Plädoyer zu Folge für nicht glaubhaft. Welcher erfahrene Autofahrer, so fragte er mehrfach, werde denn während einer Fahrstrecke von 153 Metern und einer Zeitspanne von mehr als fünf Sekunden das Gaspedal durchdrücken und auf vor einer roten Ampel stehende Fahrzeuge zufahren? Jeder Autofahrer würde sofort auf die Bremse treten. Tödlicher Unfall in Esslingen-WeilAngeklagter bricht sein Schweigen: „Ich bin nicht kaltherzig“ Dass dies aber laut Gutachtern nicht erfolgt sei, führt der Rechtsanwalt auf eine medizinische Ursache zurück. Wohl in Folge einer Synkope, also einer Art Kreislaufkollaps, sei sein Mandat vermutlich nicht mehr in der Lage gewesen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Es habe wohl eine Art Verkrampfung gegeben, die ein solches Verhalten unmöglich machte. Zudem sei es zu einer zeitweiligen Bewusstseinstrübung oder -störung seines Mandanten gekommen. Die Auswertung der Fahrdaten des Unfallfahrzeugs hatte zudem laut Gutachtern ergeben, dass im Verlauf des Unfalls eine Lenkbewegung stattgefunden habe. Ein solches Verhalten, so der Verteidiger, sei nur damit zu erklären, dass der Angeklagte in diesem Moment zu sich gekommen sei und versucht habe zu reagieren. Auch aufgrund der von ihm vermuteten medizinischen Ursache als Unfallgrund sei sein Mandant vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freizusprechen und dem Angeklagten sei sein am zweiten Verhandlungstag eingezogener Führerschein wieder zurückzugeben. Aufgrund der empörten Reaktionen im Zuschauerraum musste die Vorsitzende Richterin um Ruhe bitten. Leises Raunen auch beim Plädoyer der Staatsanwältin Für ein leises Raunen bei den Besuchern der Verhandlung hatte auch das Plädoyer der Staatsanwältin gesorgt. Die Juristin forderte als Strafmaß zwei Jahre auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Der Angeklagte lebe in geordneten privaten und beruflichen Verhältnissen und sei auch im Straßenverkehr noch nie auffällig geworden. Allerdings habe er aus Sicht der Staatsanwältin mehrere schwere Fahrfehler begangen. Er habe sich am 22. Oktober 2024 gegen 17 Uhr der roten Ampel in der Weilstraße mit seinem Hybridfahrzeug genähert, an der bereits wartende Autos standen. Der Wagen des Angeklagten habe wohl in den Verbrennermodus gewechselt, der Angeklagte habe dann vermutlich Gas- und Bremspedal verwechselt. Durch die dadurch aufkommende Stresssituation habe er den Fehler nicht korrigieren können. Weitere Fahrzeuge wurden während des Unfalls beschädigt In der Folge habe er sein Fahrzeug an den stehenden Autos vor der roten Ampel vorbei auf den Gehweg gelenkt. Wäre er auf die stehenden Fahrzeuge aufgefahren, so die Staatsanwältin, hätte es wohl hohen Sachschaden und vielleicht auch Verletzungen, vermutlich aber keine Todesopfer gegeben. So aber habe der Angeklagte mit seinem Auto die Fußgängergruppe auf dem Gehweg erfasst und sei in einen Zaun gefahren. Durch den Aufprall mit dem Zaun habe sich das Auto gedreht, sei gegen den Schaltkasten einer Ampel geprallt und zum Stehen gekommen. Durch die herumfliegenden Teile dieses Schaltkastens seien weitere Fahrzeuge beschädigt und eine Person leicht verletzt worden. Unfallfahrt Esslingen-WeilOma der getöteten Kinder bittet den Angeklagten: „Bitte lächeln Sie nicht“ Die drei Vertreter der als Nebenkläger auftretenden Angehörigen der Opfer gaben ebenfalls Plädoyers ab. Der Vertreter des Ehemanns und Vaters hielt an seiner Version fest, der Angeklagte könne ein Einzelrennen mit seinem Fahrzeug gefahren haben. Daher käme auch der Verdacht einer bedingten Tötungsabsicht auf. Zudem sei der Fall an das Landgericht zu verweisen, das höhere Strafmaße als das Amtsgericht verhängen könne. Der Vertreter der Mutter und Großmutter forderte die Entziehung der Fahrerlaubnis des Angeklagten auf Lebenszeit. Er führte noch einmal die Berechtigung zweier seiner Anträge aus. Er hatte eine weitergehende Untersuchung eines bei der Wohnungsdurchsuchung des Angeklagten gefundenen Präparats und der nach dem Unfall abgenommenen Blutprobe beantragt. Von ihnen erhoffe er sich weitere Erkenntnisse zum Unfallhergang. Die Vorsitzende Richterin hatte diese beiden Anträge abgelehnt, woraufhin der Vertretereinen Befangenheitsantrag gegen sie gestellt hatte. Dieser Befangenheitsantrag aber, so hatte die Vorsitzende Richterin zu Beginn des Prozesstages erklärt, sei von der zuständigen Richterin am Amtsgericht abgelehnt worden. Das Urteil im Prozess um die Unfallfahrt von Esslingen-Weil wird am Donnerstag, 23. April, erwartet. Im Prozess um die Unfallfahrt von Esslingen-Weil mit drei Toten haben sich sowohl der Vater und Ehemann der Opfer als auch der Angeklagte zu Wort gemeldet. Am dritten Tag des Prozesses um die Unfallfahrt von Esslingen-Weil mit drei Toten kam es zu bewegenden Momenten. Mit Spannung war auch das verkehrstechnische Gutachten erwartet worden. Verteidiger fordert Führerschein-Rückgabe nach tödlichem Unfall in Esslingen-Weil Kreis Esslingen„Könnte man Stunden verweilen“: Die spektakulärsten Felsen am Albtrauf NeuhausenDer Narrenpräsident sagt Adieu – „Junge Leute für Brauchtum begeistern“ Filderstadt„Marder, Waschbär und Co.“ – Der neue Stadtjäger hat viel zu tun Lichtenwald im Kreis EsslingenWie geht es mit den beschädigten Straßen in Hegenlohe weiter? Parken in EsslingenNeue Gebühren zu hoch? – Parkplatz an der Burg bleibt leer Rockkonzerte in KöngenDas „Rock under the Glock“ feiert sein Zehnjähriges im Doppelpack Brand in KöngenHeizdecke brennt: Zwei Personen leicht verletzt Unfall bei AichtalMit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut Crash verursacht Kreis EsslingenAn diesen Tankstellen gibt es aktuell den günstigsten Sprit Hohe Gebühren„Das ist ungerecht“: Kita-Eltern treffen Esslingens OB Klopfer im Rathaus Im Kreis Esslingen reihen sich beeindruckende Naturbalkone am Albtrauf aneinander. Jeder Felsen hat seinen eigenen Charakter – von Klassikern bis zu versteckten Geheimtipps. Nach 20 Jahren an der Spitze gibt Narrenpräsident Ronald Witt sein Amt in neue Hände ab. Dem Narrenbund Neuhausen bleibt er aber erhalten. Tim Meschner ist der neue und der dritte Stadtjäger in Filderstadt. Er kennt sein Revier sehr gut. Aber was genau macht ein Stadtjäger eigentlich? Einige Straßen in Lichtenwald müssen erneuert werden. Ein sogenannter Dünnschicht-Belag soll massiven Schäden und teuren Bauarbeiten vorsorgen. Was hat es damit auf sich? Nach der Einführung von Parkgebühren an der Esslinger Burg wird der Platz kaum noch genutzt. Die Stadt will den Tarif senken, doch viele Räte fordern eine andere Lösung. Zum zehnjährigen Bestehen gibt es das „Rock under the Glock“ in Köngen gleich an zwei Abenden. Dauerbrenner Schreyner „brettert“ am Samstag durch die Eintrachthalle. Nächtlicher Feuerwehreinsatz in Köngen: Eine defekte Heizdecke löst einen Brand aus. Zwei Personen werden leicht verletzt. Ein alkoholisierter 45-Jähriger verursacht auf der B 27 bei Aichtal einen Unfall. Er muss seinen Führerschein abgeben. Nur noch einmal am Tag dürfen die Preise an deutschen Tankstellen erhöht werden - doch der von der Bundesregierung erhoffte, preissenkende Effekt verpufft. Wo sind Diesel und Benzin im Kreis Esslingen noch am günstigsten? Die Kitagebühren in Esslingen sind verhältnismäßig hoch – zu hoch, sagen einige Eltern. Sie durften nun bei Oberbürgermeister Matthias Klopfer vorsprechen. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.unfallfahrt-von-esslingen-weil-verteidiger-fordert-fuehrerschein-rueckgabe-nach-toedlichem-unfall.2fd6bb6f-1128-4d59-88c4-68cd57a51973.html sdDatePublished: 2026-04-15T14:22:00Z Topics: judiciary, accident and emergency incident, road accident and incident, crime Locations: Esslingen, Baden-Württemberg, Stuttgart