Wohnungsinitiative will kantonale Wohnbaugesellschaft gründen, Dotationskapital 500 Mio., Förderung gemeinnütziger Wohnungsbau, Gegenmodell zu explodierenden Mieten, klares Nein zum Gegenvorschlag der Regierung.
JA zur Wohnungsinitiative – NEIN zum Gegenvorschlag - GRÜNE Kanton Zürich Likely publishing date: 2026-04-15
JA zur Wohnungsinitiative – NEIN zum Gegenvorschlag
Beim Wohnungsmarkt im Kanton Zürich haben wir es mit einem kompletten Marktversagen zu tun. Niemand kann auf Wohnen verzichten. Daher können teilweise völlig überrissene Mieten verlangt werden, die sich weniger an den tatsächlichen Kosten als an der Zahlungsfähigkeit der Mieter:innen ausrichten. Gebaut wird vor allem für die Bedürfnisse der Investoren und nicht für die Bedürfnisse der Menschen.
Das hat dazu geführt, dass die Mieten in den letzten Jahren geradezu explodiert sind. Insgesamt sind die Mieten im Kanton Zürich in den letzten 25 Jahren um beinahe 70% gestiegen. Insbesondere die Neumieten sind überproportional gewachsen – bei jedem Mieterwechsel wird die Rendiete maximal erhöht.
Mit der Wohnungsinitiative möchten wir das stoppen. Der Kanton und die Gemeinden werden verpflichtet, aktiv für ein gutes Angebot an bezahlbaren und ökologischen Wohnungen zu sorgen. Zum einen wird dafür eine kantonale Wohnbaugesellschaft gegründet, die Wohnraum zur Kostenmiete für die Bevölkerung im Kanton Zürich erstellt und anbietet. Ähnlich, wie vor rund 150 Jahren die ZKB gegründet wurde, damit Kleingewerbler und Bauern wieder an tragbare Kredite kommen konnten.
Zum anderen soll der gemeinnützige Wohnungsbau gestärkt werden. Dort, wo es bereits Genossenschaften oder andere Strukturen für gemeinnütziges Wohnen gibt, sollen diese unterstützt werden durch die Vergabe von Baurechten, Darlehen oder Staatsbeiträgen. Denn Genossenschaften leisten bereits jetzt einen wichtigen Beitrag für bezahlbare Wohnungen. In Quartieren mit einem hohen Anteil an gemeinnützigen Wohnungen sind auch die sogenannten Marktmieten tiefer.
Die kantonale Gesellschaft soll mit einem Dotationskaptial von 500 Millionen ausgestattet werden sowie mit Grundstücken und Wohnungen, welche bereits dem Kanton gehören. Dadurch kann sie rasch ihre Tätigkeit aufnehmen. Zudem verlangt die Initiative, dass bei den geförderten Bauten konsequent auf Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft geachtet wird.
Der Gegenvorschlag ist leider nicht mehr als ein taktisches Manöver, um die Initiative zu verhindern. Der Regierungsrat könnte bereits jetzt Massnahmen prüfen, und eine Vereinfachung der Baugesetzgebung zugunsten der renditeorientierten Investitionsfirmen braucht es auch nicht. Wichtig ist nicht nur, dass gebaut wird, sondern vor allem von wem und für wen.
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