Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in NRW 2025 übergewichtig; fast ein Fünftel adipös. Zahl stationärer Krankenhausbehandlungen wegen Adipositas in zehn Jahren mehr als verdoppelt, Anstieg besonders bei Frauen.

NRW: Mehr als die Hälfte der Volljährigen war 2025 übergewichtig | Landesbetrieb IT.NRW Likely publishing date: 2026-04-16

NRW: Mehr als die Hälfte der Volljährigen war 2025 übergewichtig

Fast ein Fünftel der Erwachsenen galt als adipös

Zahl der vollstationären Behandlungsfälle von Adipositas im Krankenhaus mehr als zweieinhalbmal so hoch wie zehn Jahre zuvor

Rückgang stationärer Reha-Behandlungen um 19 % im Zehnjahresvergleich

Düsseldorf (IT.NRW). Mehr als die Hälfte (54,9 %) der Erwachsenen in Nordrhein-Westfalen (ab 18 Jahren) war im Jahr 2025 gemessen am Body-Mass-Index (BMI) übergewichtig. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus mitteilt, war knapp jede fünfte erwachsene Person (19,2 %) adipös; 35,6 % der Erwachsenen waren präadipös.

Die Einordnung erfolgt gemäß den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die bei Erwachsenen ab einem BMI von 25 von Übergewicht spricht. Dabei wird differenziert zwischen einer Vorstufe (Präadipositas: BMI von 25 bis unter 30) und starkem Übergewicht (Adipositas: BMI ab 30).

Den höchsten Anteil an Personen mit Übergewicht verzeichnete die Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen mit insgesamt 61,4 %. In dieser Altersgruppe waren knapp zwei Fünftel (38,1 %) präadipös und fast ein Viertel (23,3 %) adipös.

Bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Mit 35,9 % ist der Anteil übergewichtiger Personen hier am geringsten. Während knapp ein Viertel (24,6 %) dieser Altersklasse einen BMI von 25 bist unter 30 aufwies, lag der Anteil der Menschen mit Adipositas bei 11,3 %.

Anstieg der vollstationären Behandlungsfälle von Adipositas in Krankenhäusern

Im Jahr 2024 wurden gemäß Diagnosestatistik der Krankenhäuser 11.065 Patientinnen und Patienten aus Nordrhein-Westfalen aufgrund von Adipositas vollstationär in Krankenhäusern behandelt. Das entspricht einem Anstieg von 2,6 % gegenüber 2023. Damit lag die Zahl dieser Behandlungsfälle mehr als zweieinhalbmal so hoch wie zehn Jahre zuvor (2014). Seitdem war die Fallzahl, mit Ausnahme eines Rückgangs um 4,6 % im ersten Jahr der Coronapandemie, stetig angestiegen.

Gut 70 % der im Jahr 2024 wegen Adipositas vollstationär behandelten Personen waren Frauen. Der Anstieg der Fälle in 2024 ist ausschließlich auf die Zunahme der Behandlung von Frauen zurückzuführen: Während sich die Zahl der Behandlungen von Männern um 0,3 % verringerte, stieg sie bei Frauen um 3,8 %.

Die wegen Adipositas in Krankenhäusern behandelten Personen waren größtenteils mittleren Alters: 70,7 % waren zwischen 30 und 59 Jahre alt. Lediglich 1,7 % der Patientinnen und Patienten waren minderjährig.

Anstieg stationärer Reha-Behandlungen von Adipositas – Fallzahlen dennoch geringer als zehn Jahre zuvor

Im Jahr 2024 wurden in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen (ab 100 Betten) 3.145 Personen aus NRW mit der Diagnose Adipositas behandelt. Das waren 5,4 % mehr als im Vorjahr. Damit setzte sich der leichte Anstieg der Fallzahlen seit dem Tiefststand in 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie, fort. Im Vergleich zu 2014 sind die Fallzahlen um 19 % gesunken.

Männer und Frauen nahmen Reha-Behandlungen von Adipositas dabei nahezu gleich häufig in Anspruch. Wie bei den Krankenhausbehandlungen stieg auch die Zahl der Reha-Behandlungen bei Frauen mit 10,5 % stärker an als bei den Männern mit 0,7 %. Gut ein Fünftel (22,3 %) der Patientinnen und Patienten waren minderjährig.

Der hier zur Definition von Übergewicht herangezogene Body-Mass-Index (BMI) ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße (Gewicht dividiert durch Körpergröße zum Quadrat). Die vorgestellten Ergebnisse zu Personen mit Übergewicht basieren auf einer Unterstichprobe desMikrozensus. Sie beruhen auf freiwilligen Selbstauskünften volljähriger Personen in privaten Haushalten.

Bei derDiagnosestatistik der Krankenhäuser und Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungenhandelt es sich um eine jährliche Erhebung von Patienten und Patientinnen, die im Berichtsjahr aus der vollstationären Behandlung eines Krankenhauses oder einer Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtung entlassen wurden. Sie liefert Erkenntnisse über die Hauptdiagnose, Behandlungsdauer und -ort, sowie Alter, Geschlecht und Wohnort der behandelten Person. Es werden nur Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen ab 100 Betten berücksichtigt.

Als Behandlungsfall werden hier die vollstationären Behandlungsfälle ausgewertet, bei denen eine Hauptdiagnose mit den ICD-10-GM-Kodes E65 (Lokalisierte Adipositas) und E66 (Adipositas) kodiert wurde. ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”, zu Deutsch und vereinfacht: „Internationale Klassifikation der Krankheiten”. Es werden hier alle vollstationären Behandlungsfälle von Personen mit Wohnsitz in NRW – ungeachtet des Behandlungsortes – ausgewertet.

Der Landesbetrieb IT.NRW ist derzentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

  1. Düsseldorf, den 16. April 2026

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