Trotz Budgetüberschuss von 19,7 Mio. Euro nimmt Innsbruck fast 50 Mio. Euro neue Schulden auf; Ausgaben deutlich unter Plan; geringere Darlehensaufnahme; Investitionen in Soziales, Kultur; weitere Sparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen angekündigt.

Innsbruck: Budgetplus aber neue Schulden - tirol.ORF.at

17.04.2026 11.33 Online seit heute, 11.33 Uhr

Innsbruck: Budgetplus aber neue Schulden

Die Stadt Innsbruck weist in ihrem Rechnungsabschluss für 2025 ein Plus von 19,7 Millionen Euro auf. Einnahmen von 567 Millionen standen Ausgaben von 547,2 Millionen gegenüber, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Gleichzeitig wurden aber knapp 50 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen.

Budgetiert worden waren Einnahmen von 564,7 und Ausgaben von 574,4 Millionen Euro. Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck) verwies auf ein verantwortungsvolles Sparen und eine „seriöse Finanzpolitik“, die mehr Spielraum ermögliche.

Auch geringere Darlehenshöhe als geplant

Man habe dank „Budgetstrenge“ somit um 27,2 Millionen Euro weniger ausgegeben als geplant, resümierte der Stadtchef. Innsbrucks Finanzdirektor Martin Rupprechter zufolge hatte man auch eine Darlehensaufnahme von 60 Millionen Euro eingeplant, aber schlussendlich nur 47 Millionen Euro abgerufen. Im Gegenzug investierte die Stadt 69 Millionen Euro, hieß es. „Seriöse Finanzpolitik und Zukunftsinvestitionen sind kein Widerspruch“, so Anzengruber.

Auch Vizebürgermeister Georg Willi (Grüne) betonte, ein solider Rechnungsabschluss sei „kein Selbstzweck“, sondern Voraussetzung für wichtige Investitionen in Soziales bis hin zu Kultur. Auch Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr (SPÖ) lobte einen „verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln“ und gleichzeitig „einen klaren Blick auf den sozialen Zusammenhalt in der Stadt“.

Für das laufende Jahr versprachen die Verantwortlichen, sich nicht auf den positiven Zahlen ausruhen zu wollen. Es seien weitere „Sparschritte bei Projekten und bei den Personalkosten notwendig“, erläuterte Anzengruber. Auch plane die Dreierkoalition bestehend aus der Bürgermeisterpartei JA – Jetzt Innsbruck, Grünen und SPÖ Effizienzsteigerungen im Magistrat, strukturelle Anpassungen im Personalbereich sowie maßvolle Gebührenanpassungen. Der Bericht zum Rechnungsabschluss werde dem Gemeinderat im Oktober zur Beschlussfassung vorgelegt.