Erstes Spiel einer Frau als Cheftrainerin in den Top-5-Ligen endet mit Niederlage: Marie-Louise Eta verliert mit Union gegen Wolfsburg, VfL schöpft Hoffnung im Abstiegskampf, großer Medienauflauf, gesellschaftliche Signalwirkung.

Fußball-Bundesliga: Eta verliert historisches Debüt – Wolfsburg schöpft Hoffnung - Fußball-Bundesliga

Fußball-BundesligaEta verliert historisches Debüt – Wolfsburg schöpft Hoffnung

Marie-Louise Eta rückt Union Berlin ins Rampenlicht des europäischen Fußballs. Doch ihre Premiere gegen Wolfsburg geht schief. Ist es für Dieter Hecking und den VfL der Start einer Aufholjagd?

Berlin- Marie-Louise Eta hat die Negativserie des1. FC Union Berlinnicht stoppen können und ihre historische Premiere als erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesligader Männer verloren. Der TabellenvorletzteVfL Wolfsburgfeierte hingegen den ersten Sieg unter Dieter Hecking und schöpft neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Im ersten Spiel nach der Trennung von Steffen Baumgart mussten sich die Köpenicker im Stadion An der Alten Försterei mit 1:2 (0:1) geschlagen geben.

Patrick Wimmer (11. Minute) mit einem Traumtor und Dzenan Pejcinovic (46.) erzielten die Treffer für extrem effiziente Gäste. Union vergab zahlreiche Chancen und kam durch Oliver Burke (86.) nur noch zum Anschlusstreffer. Es war das erste Spiel in einer der fünf europäischen Top-Ligen mit einer Frau als Cheftrainerin an der Seitenlinie. Als “Fußballgöttin” begrüßte der Großteil der 22.012 Fans die 34-Jährige.

Bei noch vier ausstehenden Partien haben die Eisernen sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und können trotz der Pleite relativ sicher für ihre achte Bundesliga-Spielzeit planen. Dennoch war es eine Woche nach der Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim der nächste harte Dämpfer. Wolfsburg verkürzte den Rückstand auf Rang 16 auf zwei Zähler.

Union plötzlich im internationalen Rampenlicht

Etas Beförderung hatte die sonst so unscheinbaren Köpenicker auch aufgrund der gesellschaftlichen Signalwirkung in den internationalen Fokus gerückt. Der Medienauflauf beim Premierentraining und der ersten Pressekonferenz war so groß wie vielleicht noch nie bei Union.

Wolfsburg konnte sich dagegen nahezu ungestört auf das richtungsweisende Spiel im Abstiegskampf vorbereiten. “Das realistische Ziel, das noch greifbar ist, ist Platz 16”, hatte Hecking erklärt.

Wimmers Traumtor mit dem Außenrist

In der Anfangsphase war vor allem Wimmer auffällig. Der Österreicher nutzte die Räume im Mittelfeld, zog nahezu unbedrängt bis vor die Strafraumgrenze und schlenzte den Ball mit dem Außenrist ins Eck. Der frühe Rückstand wirkte wie ein Weckruf für Union, doch Stürmer Ilyas Ansah ließ gleich zwei hochkarätige Chancen ungenutzt.

Beide Teams neutralisierten sich in der Folge und sowohl Frederik Rönnow im Union-Tor als auch sein Gegenüber Kamil Grabara waren bis zur Halbzeit nur selten gefordert. Eta coachte aktiv und feuerte ihre Schützlinge immer wieder lautstark an.

Wolfsburg schon wieder aus der Distanz

Die 34-Jährige hatte sich nach Wiederanpfiff gerade in ihrer Coaching-Zone positioniert, da schlugen die eiskalten Wolfsburger erneut zu. Wieder hatten dieNiedersachsenviel Platz im Mittelfeld: Pejcinovic marschierte aufs Tor zu und war wie Wimmer mit einem Distanzschuss erfolgreich.

In der Folge geriet der VfL, der bis auf die beiden Treffer kaum Gefahr ausstrahlte, immer stärker unter Druck. Nach zahlreichen vergebenen Chancen belohnte Burke schließlich die Hausherren, die in der Nachspielzeit noch weitere große Möglichkeiten hatten.

Eta verliert historisches Debüt – Wolfsburg schöpft Hoffnung

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