75 Jahre Institut français Stuttgart: Jubiläum feiert kulturelle Brückenbildung zwischen Frankreich und Deutschland; Ausstellung, Gala, Tag der offenen Tür, Audioguide; 3600 Schüler jährlich in Sprachkursen; führend bei Online-Kursen.

75 Jahre Institut français: Ein Stück „Fronkreich“ im Herzen Stuttgarts - Stuttgart

75 Jahre Institut françaisEin Stück „Fronkreich“ im Herzen Stuttgarts

Am 21. April 1951 wurde in Stuttgart das Institut français eingeweiht. Vielen Menschen hier hat es Frankreich näher und nahe gebracht. Jetzt wird ausgiebig gefeiert.

Bilder sagen manchmal mehr als Worte. Das gilt auch für das Plakat, mit dem das Institut français inStuttgartfür die 22. Französischen Wochen vom 21. April bis 3. Mai wirbt. Es zeigt den Eiffelturm, der mit dem Fernsehturm verschlungen ist.Frankreichund Stuttgart bilden eine Symbiose. Das war drei Generationen zuvor noch unvorstellbar. In zwei Weltkriegen und davor im Deutsch-Französischen Krieg wurden tiefe Wunden geschlagen; Frankreich – das galt lange Zeit als der „Erzfeind“. Auch noch als am 21. April vor 81 Jahren französische Truppen Stuttgart besetzen, ehe die Stadt im Juli 1945 an die Amerikaner übergeben wurde.

Umso bahnbrechender ist, was sich in den Jahrzehnten danach entwickelte. Aus der vorsichtigen „Annäherung“ wurde Aussöhnung und Freundschaft. Seit Mai 1962 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Stuttgart und Straßburg. Im September 1962 folgte die berühmte„Rede an die deutsche Jugend“ von Charles de Gaullesin Ludwigsburg, die als ein Meilenstein in den deutsch-französischen Beziehungen gilt. Vier Monate später wurde der deutsch-französische Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Aus Feinden wurden Freunde.

Dem Institut français, „eine tragende Säule der französischen Kulturpräsenz in der Landeshauptstadt und das Sprachlernzentrum des französischen Staates in Stuttgart und Umgebung“, wie es offiziell heißt, kam in diesem Prozess frühzeitig eine wichtige Rolle zu. Das ist anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums auch an seinem Standort in der Schlossstraße 11 ausgiebig zu besichtigen. Das Treppenhaus dort hängt voller Geschichte. Auf vier Stockwerken zu denen – ein Zufall! – exakt 75 Stufen führen, ist dieses Dreivierteljahrhundert in Schlaglichtern abgebildet: die großen Themen wie die Kultur- und die Sprachvermittlung, die großen Köpfe, wie sein ehemaliger Direktor Jean-Baptiste Joly, die vielen französischen Intellektuellen und Kunstschaffen, die im Laufe der Jahre nach Stuttgart kamen, auch die Freunde und Förderer, angefangen von Manfred Rommel, Wolfgang Schuster und dem Verleger Michael Klett. Dazu die zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen, mit denen die Einrichtung häufig in Kooperation mit anderen Einrichtungen auf sich und die französische Kultur aufmerksam macht.

Dokumentiert sind in der Ausstellung auch die verschiedenen Standorte des Instituts in der Stadt. Es begann am 21. April 1951 in der Villa in der Diemershaldenstraße 11 oberhalb des Eugenplatzes, wo seit 2017ein stationäres Kinderhospizeingerichtet ist. Treibende Kraft war der erste französische Botschafter inDeutschland, André-François Poncet.

Im Jahr zuvor war die Stiftung Institut français de Stuttgart gegründet worden, „um der friedlichen Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen zu dienen, die Verbreitung der französischen Sprache und der französischen Geisteskultur in Deutschland zu fördern“. Bereits 1949 war in der Stauffenbergstraße als Vorläufer ein „Centre d’Etudes françaises“ eröffnet worden – als Außenstelle einer gleichlautenden Einrichtung in Tübingen, das damals Sitz der französischen Militärregierung für Württemberg-Hohenzollern war.

So repräsentativ die von dem Schokoladenfabrikanten Karl Leos gebaute Villa in der Stuttgarter Halbhöhenlage war, so weit weg war das Institut von den Adressaten seiner Kulturarbeit: den Menschen. Das ist heute ganz anders.Seit 2013 ist das Institut français in der Schlossstraße 51 am Berliner Platz untergebrachtund damit im Herzen der Stadt. Vorausgegangen waren Provisorien in der Augustenstraße und am Rotebühlplatz.

Seit 2006 folgte der Zusammenschluss mit dem Generalkonsulat. Der Generalkonsul übernahm damit auch die Direktion des Instituts. Der aktuelle Vertreter Frankreichs, Gaël de Maisonneuve, ist seit vier Jahren im Amt. Er hat nun das Vergnügen, das Jubiläum zu begießen und lässt vorab verlauten: „Seit 75 Jahren bauen wir Brücken zwischen Frankreich und Deutschland. Dieses Jubiläum ist ein Anlass zum Feiern und eine Einladung, gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Die Feierlichkeiten sind für uns zugleich eine Gelegenheit, unsere Partner sowie die zahlreichen deutsch-französischen Partnerschaften im Großraum Stuttgart zu würdigen und den gemeinsamen Austausch weiter zu vertiefen.“

Mehr als 3000 Schülerinnen und Schüler nehmen an Sprachkursen teil

Zum Start 1951 berichteten die Stuttgarter Nachrichten über den Amtsantritt des ersten Direktors des Instituts, René Cheval, und legten Wert auf die Feststellung, dass der Kauf der Villa in der Diemershalde (500.000 Mark) „nicht aus der Kasse für Besatzungskosten, wie überhaupt die ganze Einrichtung des Instituts nichts mit der französischen Besatzungsmacht zu tun hat“. Johanne Mazeau-Schmid, die Kulturbeauftragte des Instituts, kann darüber heute nur schmunzeln. Das Thema Geld ist allerdings sehr wohl relevant. Die vielen Aktivitäten wollen finanziert sein. Zur Unterstützung wurde 1997 ein Freundeskreis gegründet, die „Amis d‘Institut français Stuttgart“. Sponsorensuche ist Teil der Arbeit, heute vielleicht sogar mehr denn je.

Über mangelnde Nachfrage kann sich das Haus, das auch mit einer großen Mediathek ausgestattet ist, nicht beklagen. „Von Anfang an haben die Stuttgarter großes Interesse gezeigt“, sagt die Kulturbeauftragte. Das drückt sich auch in Zahlen aus: Pro Jahr nehmen rund 3600 Schülerinnen und Schüler an Sprachkursen teil. Die meisten in virtuellen Klassenzimmern, eine Entwicklung, die durch die Corona-Beschränkungen eingesetzt hat. „Bei den Online-Kursen sind wir unter den bundesweit 13 Standorten führend“, sagt Mazeau-Schmid.

Gala, Ausstellung, Tag der offenen Tür und Audioguide

Auch das, ein Grund zu feiern. Das will das Institut français in Stuttgart nun ausgiebig tun. Am Einweihungstag, dem 21. April, findet in der Liederhalle ab 19.30 Uhr ein Galaabend statt, moderiert von dem Kabarettisten Alfons. Er bildet zugleich den Auftakt der 22. Französischen Wochen im Großraum Stuttgart. Vier Tage später, am 25. April, ist Tag der offenen Tür in der Schlossstraße 11 (14- 23 Uhr). Dort kann auch die Jubiläumsausstellung besichtigt werden (22. April bis 31. Juli). Als Besonderheit präsentiert das Institut français einen Audioguide „Balado – La France à Stuttgart“. Dieser führt zu 24 Stationen in der Stadt, die Berührungspunkte mit Frankreich aufweisen und an denen sich „französische Kultur, Geschichte und persönliche Lebenswege in das Stadtbild eingeschrieben haben“. Der zehn Kilometer lange Rundgang startet im Institut français und führt hinauf in die Villa in der Diemershaldenstraße – zu den Anfängen einer Erfolgsgeschichte.

Weitere Infos über die Französischen Wochen unter:www.französischewochen.de

Ein Stück „Fronkreich“ im Herzen Stuttgarts

Abteilungsleiter Finanzen, Mitglieder und Services (m

d) - Strategie und Grundsatzfragen

Wasen-Hacks und TricksSchlauer feiern – das sind die besten Tipps für das Frühlingsfest

Teure neue Toiletten in StuttgartVon wegen selbstreinigend? – Video zeigt verschmutzte öffentliche Klos

Adipositastag in CannstattEssen ist auch Kopfsache – Infotag für Übergewichtige in Stuttgart

Schule in Stuttgart muss schließen97 Kinder haben ab Montag keinen Unterricht – „fühlt sich an wie Corona 2.0“

Stuttgarter FrühlingsfestBesuch auf dem Wasen: Was kosten Pommes, Mandeln, Achterbahn und Riesenrad?

Getöteter RentnerIst der Dreck unter der Waschmaschine Auslöser für den tödlichen Schlag?

Neues Urteil zu AltbachHaftstrafe erhöht – und doch ist Altbach-Prügler auf freiem Fuß

Versammlung in StuttgartDüsterer Aufruf zu Palästina-Demo am Samstag sorgt für Kritik

Ausstellung in DegerlochDie Toten vom Stuttgarter MG-Schießstand: verfolgt wegen fehlender „Manneszucht“

höchst küchenmanufaktur Inh. Dominik Höchst e.K.

Von der Mülltüte bis zum richtigen Trinkgeld: Wer diese Tipps kennt, ist bestens für das Frühlingsfest vorbereitet– und spart sich Ärger, Kälte und verlorene Sachen.

Insgesamt zwölf Millionen Euro lässt sich die Stadt Stuttgart selbstreinigende Toiletten kosten. Ein TikTok-Video zeigt jetzt eine verschmutze Anlage. Was sagt die Stadt dazu?

Was hilft beim Kampf gegen die Kilos? Am Krankenhaus Bad Cannstatt findet nun ein Infotag zum Thema Übergewicht und Adipositas statt.

Wegen erhöhten Legionellenwerten im Trinkwasser bleibt das Hauptgebäude der Gustav-Werner-Schule in Zuffenhausen vorerst geschlossen. Die Eltern sind wütend und verzweifelt.

Das Frühlingsfest ist mehr als nur Festzelte. 250 Betriebe sind auf dem Wasen, Fahrgeschäfte und Imbisse. Was bieten sie an? Und was muss man zahlen?

Was war der Auslöser für den tödlichen Schlag? Angeklagter spricht von Beleidigungen durch sein späteres Opfer. Nachbarn berichten von wiederholten Streitigkeiten.

Noch immer beschäftigt das Handgranaten-Attentat von Altbach das Stuttgarter Landgericht. In einem Revisionsprozess gibt es dreieinhalb Jahre für einen 22-Jährigen.

Am Samstag ist eine pro-palästinensische Demo in Stuttgart angekündigt. Der Aufruf dazu ruft Kritik hervor – bis hin zu Verbotsforderungen. Wie reagiert die Versammlungsbehörde?

Mindestens 21 Polizisten und Soldaten wurden zwischen 1941 und 1945 auf dem MG-Schießstand auf der Dornhalde hingerichtet. Eine Ausstellung in Degerloch erinnert an das Unrecht.