Invest Stuttgart wächst, Finanzexperten loben Ruhe der Privatanleger trotz Iran-Krieg und Trump-Unsicherheiten; US-Indizes auf Rekordhoch, Dax zieht nach; Experten warnen vor Aktionismus, empfehlen breite Streuung, Goldanteil, langfristige Strategie. Invest Stuttgart: Anleger zwischen Angst und Zuversicht - Wirtschaft Invest StuttgartAnleger zwischen Angst und Zuversicht Inflation, Energiepreise, Trump: Die turbulenten Märkte beschäftigen die Anleger. Profis auf der Finanzmesse Invest geben Tipps, wie man einen kühlen Kopf bewahrt. Wer auf der Finanzmesse Invest in die große Halle vier strebt, kann auf Einladung derBörseStuttgarteine Schießübung absolvieren: „Weil Deine Trefferquote überzeugt.“ Angesichts der aktuellen Situation an den Aktienmärkten könnte dies durchaus zutreffen. Die Momentaufnahme an der Börse sieht gut aus: Die US-Indizes Nasdaq und S&P 500 erreichen neue Allzeithochs, auch der deutsche Leitindex Dax setzt zu neuen Höhenflügen an. Die Börsen haben den Iran-Krieg demnach quasi für beendet erklärt. Messe StuttgartInvest wächst zum Jubiläum Das sah vor sieben Wochen mit Beginn des Iran-Kriegs noch ganz anders aus. Ein „sehr schönes Comeback“ sei das gewesen, sagt der Wall-Street-Experte und Finanzjournalist Markus Koch. Das Negative sei von den Märkten mit Beginn des Krieges zu stark eingepreist worden. Nun besönnen sie sich wieder auf Fundamentaldaten – und da sehe es in Sachen Gewinn- und Wachstumserwartungen der US-Unternehmen gut aus. Warnung vor zu viel Aktionismus im Depot Koch warnt angesichts der irrlichternden Politik von US-Präsident Donald Trump vor zu viel Aktionismus im Depot: „Man muss über die Schlagzeilen hinwegschauen.“ Es sei auch in Trumps Interesse, die Märkte zu beruhigen. Der sogenannte „Taco-Trade“, also die Tatsache, dass Trump angesichts zu stark fallender Kurse seine Politik korrigiert, habe nach der Zollkrise funktioniert und nun wieder beim Iran-Krieg. Auch Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, gibt sich zuversichtlich: „Das Schlimmste im Iran-Konflikt haben wir gesehen.“ Zugleich warnt er die Anleger: „Der größte Fehler, den man machen kann, ist Trump ernst zu nehmen in dem, was er sagt.“ AktienvorschauDer Krieg und der Dax: Sind die Anleger zuversichtlich oder nur naiv? Zumindest in Stuttgart scheinen sie das nicht getan zu haben: Dragan Radanovic, Handelsvorstand der Börse Stuttgart Gruppe, attestiert den Privatanlegern Besonnenheit: „Wir haben weder Gier noch Angst in den Märkten gesehen.“ Manche Anleger hätten die sehr volatile Phase auch genutzt, um sich mit Derivaten abzusichern. Mit Discount-Zertifikaten beispielsweise lasse sich hohe Volatilität teilweise neutralisieren. Ein vordringliches Thema für Sparer ist die steigende Inflation. Halver sieht hier ein Problem: Angesichts hoher Verschuldungen der Staaten würden die Notenbanken dieses Mal kaum eingreifen können. Er rechnet mit einer Zinserhöhung der EZB, aber keiner vonseiten der Fed in den USA. „Wir haben eine Inflation, aber sie wird nicht bekämpft.“ Sein Rat: Nur die Renditen an den Aktienmärkten könnten helfen, den Kaufkraftverlust auszugleichen. Der Andrang ist riesig wie nie zuvor, das Publikum bunt gemischt. Für jeden Besucher – ob Börsenroutinier oder Neuling – ist etwas dabei. Dazu gehören schlichtere Weisheiten wie: „Börsen gewöhnen sich an schlimme Dinge.“ Es könne „mal rappeln“, aber grundsätzlich seien die Märkte robust, wie Falko Block von der DZ-Bank sagt. Schwächephasen bringen das Kurs-Gewinn-Verhältnis runter – das ist ein gutes Zeichen. Denn die Aktienmärkte seien von einem „extrem hohen Bewertungsniveau“ gekommen. Fünf oder sechs Prozent könnten sie noch zurückgehen – da werde es Einstiegskurse geben. Am besten die Investitionen zeitlich stückeln und „breit streuen“, rät der Kapitalmarktexperte. Und: „Nicht jedem Trend hinterher laufen!“ Doch lohne es sich auf jeden Fall, langfristig dabei zu sein. Messe Invest 2025Profis loben Privatanleger: Viele bewahren „kühlen Kopf“ Auch der beliebte Index MSCI World ist auf Rekordhoch – weil die „Big Techs“ und überhaupt US-Aktiendarin ein so großes Gewicht haben. Zugleich handelt es sich um ein „Klumpenrisiko“, wie kritisch angemerkt wird. Ein Welt-ETF müsste demnach anders aussehen und die global wichtigsten Unternehmen – etwa auch aus Japan oder China – umfassen. Ob Meta, Nvidia & Co. gerade auch unter dem Energiepreisschock leiden, darüber gehen die Meinungen jedoch auseinander. Viele Experten auf den Bühnen vereint ein großes Sendungsbewusstsein – kein Wunder vor dicht gefüllten Reihen. Etliche von ihnen scheuen sich daher auch nicht vor handfesten Anlagetipps – Widersprüche inklusive. Andreas Lipkow, Chefanalyst von CMC Markets, setzt auf Amazon wegen all der Schnittstellen zur Künstlichen Intelligenz und „weil die sich immer wieder neu erfinden“. Auch Alphabet gehört zu seinen Favoriten und, „etwas antizyklisch“, Oracle. Nvidia sehe er nicht mehr so „bullish“, weil die Auftragshersteller der Chips in Südkorea wegen der Krise am Persischen Golf die Preise anheben müssten. Jürgen Riße von Acatis Investment hingegen mag „Oracle nicht anfassen“, weil das Unternehmen viel zu hoch verschuldet ist. Die Aktie von Nvidia wiederum sei angesichts der Wachstumsraten gar nicht so teuer. Außerdem habe der Hersteller von Grafikprozessoren kaum Schulden. Gibt es noch sichere Häfen? Edelmetalle gehören nur noch bedingt dazu, denn deren Werte schwanken wegen der Attraktivität für reine Börsenspekulanten erheblich. Dennoch findet Gold eine erhöhte Aufmerksamkeit auf der Invest. Innerhalb eines Jahres hat der Goldpreis in Dollar knapp 44 Prozent zugelegt – trotz einer jüngsten Verkaufswelle durch den Iran-Krieg. Halver gibt sich überzeugt: Langfristig sei das Edelmetall für Anleger eine „Lebensversicherung gegen den Schwachsinn dieser Welt“. Ein Gold-Anteil von fünf bis acht Prozent am Portfolio mache Sinn, sagt Block. Hauptsache, der Anleger sehe es nicht als spekulatives Objekt. Ob man es in physischer Form oder als Zertifikat investiere, das spiele keine große Rolle. Kupfer könnte auch dazu gehören, wegen des großen Bedarfs in den nächsten Jahren. Der einzige sichere Hafen, den es noch gebe, befindet Riße, sei „die langfristige Investition in resiliente Aktien, die es in 20, 30 Jahren noch gibt“. Wohl dem Besucher, der so einen weiten Anlagehorizont hat. Das größte Finanzevent im deutschsprachigen Raum, die Invest auf der Stuttgarter Messe, startet an diesem Freitag mit mehr Fläche – und hat auch einen Grund zu feiern. Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Der Konflikt in Nahost versetzt die Aktienmärkte bisher nicht in Panik. Doch schon droht eine neue Eskalation. Auf der Messe Invest 2025 heben Finanzexperten die Ruhe der meisten Privatanleger trotz turbulenter Börsen hervor. Viele beschäftigt die Frage, wie stark man nun noch in US-Werte investieren sollte. Anleger zwischen Angst und Zuversicht Abteilungsleiter Finanzen, Mitglieder und Services (m d) - Strategie und Grundsatzfragen Vereinigung CockpitPiloten beenden vorerst Streiks bei der Lufthansa Luftverkehr in DeutschlandKerosin für Urlaubsflieger könnte knapp werden Konkurrenz für die Deutsche BahnMit Highspeed auf Schienen nach Italien Entwicklungen im Nahen OstenSpritpreise sinken weiter – aber langsamer Stuttgarter Autozulieferer172 Prozent Steuern: Wie aus Gewinn bei Bosch plötzlich ein Verlust wird Entlastungsprämie von bis zu 1.000 EuroBekommen Studenten den Krisenbonus? Trigema-Chefin„Ich bin da skeptisch“ – Bonita Grupp zweifelt an 1.000-Euro-Krisenbonus Unternehmen aus StuttgartBis zu 200 Millionen: Daimler Buses investiert ins europäische Servicenetz Entlastungsprämie von bis zu 1.000 EuroBekommen auch Rentner einen Krisenbonus? höchst küchenmanufaktur Inh. Dominik Höchst e.K. Trotz angekündigter Schließung der Lufthansa Cityline haben Piloten den Flugbetrieb weiter lahmgelegt. Es wurden erneut hunderte Flüge gestrichen. Nun soll es eine Atempause geben. Geht dem Luftverkehr zur Reise-Saison im Sommer der Treibstoff aus? Laut Luftverkehrsverband spitzt sich die Lage zu. Für Passagiere wird es auf jeden Fall teurer. Ab Dezember soll der italienische Frecciarossa 1000 erstmals München direkt mit Rom verbinden. Vor allem Diesel gibt nach. E10 gibt es an einzelnen Tankstellen unter 2 Euro - doch die Dynamik lässt Richtung Wochenende nach. Bosch meldet Verlust – doch operativ erwirtschaftet der Konzern Milliarden. Wie 868 Millionen Euro Steuern den Gewinn auslöschen, warum das kein Widerspruch ist und was dahintersteckt. Arbeitnehmer sollen von ihrem Arbeitgeber einen steuerfreien Bonus erhalten können. Doch was ist mit Studenten? Die Bundesregierung will eine 1000-Euro-Prämie für Beschäftigte – bezahlen sollen die Arbeitgeber. Trigema-Chefin Bonita Grupp übt deutliche Kritik am Vorhaben. Daimler Buses plant Investitionen von bis zu 200 Millionen Euro für neue Service-Standorte und Modernisierung bestehender Betriebe. Was sich Busunternehmen davon versprechen können. Bekommen auch Rentner die Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro oder gehen sie beim Krisenbonus leer aus? --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.invest-stuttgart-anleger-zwischen-angst-und-zuversicht.1ca6b4c1-92a5-448a-aea0-a41090fa7bbc.html sdDatePublished: 2026-04-18T06:37:00Z Topics: stocks and securities, economic trends and indicators, inflation, financial and business service, international relations Locations: Israel, Italy, United States, Japan, Bavaria, China, Germany, Baden-Württemberg, Iran, Stuttgart