Uni Jena zeigt auf der Hannover Messe neuartige Wasseraufbereitung, organische Batterien, effizientes Solar-Wasserstoff-Verfahren, nachhaltiges Wassermanagement, Digitalisierung von Kulturerbe; Schwerpunkt auf regenerierbaren Adsorbern und Pyrokatalyse gegen Schadstoffe.
Uni Jena auf der Hannover Messe
Uni Jena auf der Hannover Messe
Meldung vom:17. April 2026, 8:00 Uhr| Verfasser
Die Friedrich-Schiller-Universität Jena ist vom 20. bis 24. April 2026 auf der Hannover Messe vertreten. Ihre Forschungs- und Transferprojekte zu nachhaltiger Wasseraufbereitung, grünem Wasserstoff, innovativen Energiespeichern und zur Digitalisierung kulturellen Erbes sind am Gemeinschaftsstand »Forschung für die Zukunft« in Halle 11 (Stand B42) zu finden. Präsentiert werden fünf Projekte.
Neue Materialien für sauberes Wasser
Ein Schwerpunkt des Messeauftritts liegt auf neuen Technologien zur Entfernung von Schadstoffen aus Wasser. Forschende der Universität Jena arbeiten an regenerierbaren Adsorbern, die Nitrat- und Schwermetallionen gezielt binden können. Dazu werden poröse keramische Trägermaterialien mit organischen Molekülen funktionalisiert. Die eingebrachten funktionellen Gruppen sorgen dafür, dass bestimmte Stoffe selektiv aus dem Wasser entfernt werden können. Im Unterschied zu konventionellen Adsorbern, die regelmäßig ausgetauscht und entsorgt werden müssen, lassen sich diese Materialien durch äußere Reize wie UV-Licht oder pH-Änderungen regenerieren.
Ein weiterer Ansatz zur Beseitigung von Schadstoffen in Wasser ist die Pyrokatalyse. Die Forschergruppe »PyreH2O« um Dr. Marcus Franke erforscht dieses Phänomen als neuartigen Ansatz zum Abbau von Mikroschadstoffen in Wasser.
Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement
Auch das Thüringer Wasser-Innovationscluster (ThWIC) unter Leitung von Prof. Dr. Michael Stelter ist auf der Messe vertreten. Das von der Universität Jena mitinitiierte Zukunftscluster bündelt Forschung aus Wassertechnologie, Datenwissenschaft und Sozialforschung, um Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement zu entwickeln.
Denn: Die Versorgung mit sauberem Wasser gehört zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft. Um Wasserknappheit und die damit verbundenen gesellschaftlichen Konfliktpotenziale zu vermeiden, sind technologische Innovationen wie neue Methoden der Wasserbehandlung oder smartes Wasser-Monitoring ebenso gefragt wie soziale Innovationen, z. B. neue Wasser-Nutzungsregimes oder Bewertungsverfahren.
Sonnenenergie besser für Wasserstoff nutzen
Im Bereich Energie präsentiert die Universität Jena mit dem Projekt »PY-PHO-HYBRID-ENERGY for Solar-Water-Splitting« von Dr. Sebastian Engel einen neuartigen Ansatz zur effizienteren Nutzung von Sonnenenergie. Im Mittelpunkt stehen Hybridmembranen, die verschiedene Formen der solaren Energienutzung miteinander verbinden: Während der langwellige Anteil des Sonnenspektrums ähnlich wie in der Solarthermie zur Wärmeerzeugung genutzt wird, dient der kurzwellige Anteil der direkten Wasserstoffproduktion durch Solar-Water-Splitting. Damit soll der bislang übliche Umweg über die Kopplung von Photovoltaik und Elektrolyse vermieden werden. Die gespeicherte Wärmeenergie trägt zugleich dazu bei, die Effizienz des photokatalytischen Prozesses deutlich zu erhöhen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den Gesamtwirkungsgrad der Sonnenenergienutzung einschließlich Wasserstoff als Langzeitspeicher auf mehr als 65 Prozent zu steigern.
Organische Batterien für die Energiewende
Auch in der Energieforschung zeigt die Universität Jena zukunftsweisende Lösungen. Vorgestellt werden Entwicklungen zu organischen Batterien, an denen Teams um Prof. Dr. Ulrich S. Schubert an der Friedrich-Schiller-Universität und am Helmholtz-Institut HIPOLE Jena arbeiten. Diese Energiespeicher basieren auf organischen Verbindungen und könnten knappe und giftige anorganische Elektrodenmaterialien teilweise ersetzen.
Die Materialien gelten als potenziell umweltverträglicher, sind leichter zu verarbeiten und mechanisch flexibel. Dadurch eignen sie sich sowohl für große stationäre Speicher, etwa für Solar- und Windparks, als auch für kleine, flexible Anwendungen in intelligenter Kleidung, Sensoren oder Verpackungen bzw. der Kombination mit organischen Solarzellen.
Mit dem Projekt »cultur3D« ist auf dem Stand auch ein Vorhaben vertreten, das die Digitalisierung kulturellen Erbes in den Blick nimmt. Die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena präsentiert unter der Leitung von Dr. Andreas Christoph gemeinsam mit dem Thüringer Kompetenzzentrum ThEX 3D-Technologien, mit denen Kulturobjekte digital erfasst, bearbeitet und vielseitig nutzbar gemacht werden können.
Diese Technologien schaffen neue Möglichkeiten für Museen, Bibliotheken und weitere Kultureinrichtungen. Kulturerbe kann damit nicht nur bewahrt, sondern auch für Forschung, Vermittlung und Öffentlichkeit neu erschlossen werden.
Informationen zu allen Projekten gibt es auch unter:forschung-fuer-die-zukunft.de
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