Notfallsanitäter Dominik Kunzmann an akuter Leukämie erkrankt; Kollegen und DKMS organisieren Typisierungsaktion in Backnang; fast 700 Neuregistrierungen für Stammzellspende; Hoffnung auf rettenden Spender für Kunzmann und andere.

Backnang: Lebensretter mit Wattestäbchen - Rems-Murr-Kreis

Fast 700 Menschen folgen dem Aufruf, sich für den leukämiekranken Notfallsanitäter Dominik Kunzmann bei der DKMS registrieren zu lassen.

Dominik Kunzmann war am Samstag nicht vor Ort. Der Vater zweier Kinder ist zur Chemotherapie im Krankenhaus in Winnenden. Doch der Notfallsanitäter war immer mal wieder live dabei, dank seiner Frau und deren Handykamera. „Wir haben ihn teilnehmen lassen“, sagte Jennifer Kunzmann. Der 44-Jährige erlebte somit aus der Entfernung den großen Erfolg der Aktion mit, die seine Kolleginnen und Kollegen von der RettungswacheBacknangmit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert hatten.

Die Diagnose war ein Schock für alle

Insgesamt haben sich unter dem Motto „Gemeinsam Leben retten“ fast 700 Menschen zwischen 17 und 55 Jahren für die DKMS registrieren lassen. „Die Zahl hat alle unsere Erwartungen und Vorstellungen übertroffen“, sagte Jochen Kehle, der stellvertretende Leiter der Backnanger Rettungswache.

Es begann mit Atembeschwerden, Kopfschmerzen und einem unerklärlichen Krankheitsgefühl. Die Diagnose war ein Schock für alle: Dominik Kunzmann leidet an akuter lymphatischerLeukämie. Seitdem kämpft er, der seit fast 20 Jahren als Notfallsanitäter anderen hilft, um sein Leben. Eine Stammzellenspende könnte ihn retten, doch weltweit gibt es in der DKMS noch keinen genetischen Zwilling für ihn. Um seine Chancen – und die anderer anBlutkrebsErkrankter – zu erhöhen, legten sich nicht nur die Backnanger Rot-Kreuzler mächtig ins Zeug.

Typisierungsaktion in BacknangRetter braucht selbst Rettung – DRK startet große Suche nach Stammzellspender

Bei schönstem Frühlingswetter herrschte am Samstag rund um die Rettungswache in Backnang Volksfeststimmung mit Hocketse und Fahrzeugschau des DRK und der Freiwilligen Feuerwehr. Doch die Menschen kamen vor allem wegen Dominik Kunzmann. „In der ersten Stunde hatten wir schon 100 Registrierungen, das ist großartig, gigantisch, überwältigend“, sagte Jochen Kehle. Für insgesamt fast 700 Registrierungen – knapp 400 am Samstag in der Rettungswache und 300 online – habe sich der große Einsatz gelohnt, zog er später zufrieden sein Fazit.

„Es ist schön, dass es so gut angenommen wird“, sagte Jennifer Kunzmann. Auch der VfB Stuttgart, der Lieblingsverein ihres Mannes, habe die Aktion auf seiner Instagram-Seite beworben. Jennifer Kunzmann empfing jede und jeden, der in die Rettungswache kam, mit einem herzlichen Lächeln – und mit Glitzertattoos. „Die Mädels wollten unbedingt etwas für ihren Papa machen.“ Das wollten viele, die Kuchen gebacken hatten, die Gäste bewirteten oder erklärten, wie die Registrierung bei der DKMS funktioniert – mit Scanner, App und Wattestäbchen.

Mit jeder Registrierung wachsen die Hoffnung und die Heilungschancen für Dominik Kunzmann, erklärte Carina Küpper von der DKMS. Rund zehn Prozent der bei der DKMS registrierten Menschen werden einmal Stammzellenspender. Unter den gut 700 Backnanger Neuregistrierungen könnte mehr als eine Handvoll potenzielle Lebensretter sein.

Elias Vollmer hat bereits ein Leben gerettet. Der 22-jährige Karlsruher war eineinhalb Jahre bei der DKMS registriert, als der Anruf kam. „Als erstes wurde ich gefragt, ob ich noch immer bereit sei, als Spender zu fungieren, denn ich sei in der engeren Auswahl.“ Weil der Abstrich der Wangenschleimhaut, der für die Registrierung benötigt wird, keine hundertprozentige Sicherheit bietet, musste Elias Vollmer erst zu seinem Hausarzt, der ihm Blut abnahm. Danach stand fest, dass er als Stammzellenspender in Frage kam. „Und zwar für einen Mann, Mitte 30, in den Vereinigten Staaten.“

Zwischen dem Anruf und der Spende seien einige Wochen vergangen, erzählte er. Das Prozedere selbst habe einer Blutspende geähnelt und rund sechs Stunden gedauert. Im August endet die Sperre von zwei Jahren, in denen der Spender und der Beschenkte keinen Kontakt haben können. Ob er den Empfänger seiner Stammzellen treffen wird, weiß Elias Vollmer nicht. „Aber ich weiß, dass ihn meine Stammzellenspende gerettet hat.“ Das freut Jennifer Kunzmann: „Es ist schön, von solchen Fällen zu erfahren.“

Ein Notfallsanitäter aus dem Rems-Murr-Kreis erhält die Schock-Diagnose Blutkrebs. Seine Kollegen starten nun eine Aktion, die ihm und anderen Betroffenen eine Chance geben soll.

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