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title: "Kabarettist Max Beier feierte humorvollen Auftritt im Alten Amtsgericht Böblingen, Kulturverein wächst trotz Corona-Folgen stark, kämpft jedoch mit Überalterung der Aktiven, ruft nach Nachwuchs; Kabarett bleibt beliebt."
sdDatePublished: "2026-04-20T09:17:00Z"
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Kabarettist Max Beier feierte humorvollen Auftritt im Alten Amtsgericht Böblingen, Kulturverein wächst trotz Corona-Folgen stark, kämpft jedoch mit Überalterung der Aktiven, ruft nach Nachwuchs; Kabarett bleibt beliebt.

Altes Amtsgericht: Kabarettist Max Beier: „In Böblingen ist der Mensch noch gut“ - Landkreis Böblingen

Altes AmtsgerichtKabarettist Max Beier: „In Böblingen ist der Mensch noch gut“

Im Alten Amtsgericht sind die Kabarettveranstaltungen beliebt, als hätte es die Pandemie nie gegeben. Max Beier aus München trumpfte dort auf mit Yogamatte, Charme und dummen Fragen.

Dumme Fragen gibt es nicht, nur dumme Antworten – ein Wort des Volksmunds, dasMax Beierals ein Vorurteil enttarnt: Freilich gibt es auch dumme Fragen, der Kabarettist hat sich große Mühe gegeben, einige von ihnen zusammenzutragen,. Und wirklich, sie sind ziemlich dumm. Zum Beispiel: „Heißen Teigwaren Teigwaren, weil sie mal Teig waren?“ oder: „Werden kleine Menschen bei Regen später nass? Woher wissen Menschen mit Glatze, wie weit sie sich das Gesicht waschen müssen?“ Prompt lacht keiner, als Beier am Mittwochabend all das mit einfältiger Miene wissen will.

Das kommt später: Der Mann mit schwarzem Vollbart, der da so naiv in den Zuschauerraum hinausblickt, ist ein kabarettistischer Tiefstapler. Max Beier versteht es, seine Karten auszuspielen. Er täuscht sein Publikum an mit flachem Nonsense, um bald schon mit Charme und schneidender Ironie aufzutrumpfen. Er ist zum ersten Mal zu Gastim Alten Amtsgericht.

Die Kultourmacher gingen fast schon gestärkt aus der Corona-Krise hervor

Dort bleiben am Mittwoch tatsächlich Plätze frei. Einige Gäste, die Karten im Vorfeld erwarben, erkrankten. Kein leerer Stuhl – das ist im Alten Amtsgericht schon eher die Regel. Zwar sind es nur 86 Stühle, die vor der Bühne stehen, der Saal ist klein, aber die Kultourmacher, der Verein, der das Alte Amtsgericht seit rund 15 Jahren bespielt, erreicht ein großes Stammpublikum, ist selbst gewachsen, ging aus der Corona-Krise fast schon gestärkt hervor. „Das Programm, das wir zusammenstellen, kommt sehr gut an“, sagt Gerhard Gamp, der künstlerische Leiter im Verein.

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24 bis 26 Veranstaltungen finden in jedem Jahr statt, mit drei Veranstaltungen werden die Kultourmacher in diesem Jahr beim „Sommer am See“ dabei sein, ihr Comedy-Festival mit regelmäßig rund 1000 Besuchern in der Böblinger Kongresshalle ist der Höhepunkt.

Corona brachte den Kultourmachern dieselben Ausfälle wie allen anderen Veranstaltern – Künstlerverträge waren bereits bis zu zwei Jahre zuvor abgeschlossen worden, Auftritte, die abgesagt werden mussten, wurden ein Jahr später nachgeholt. Das ist längst Vergangenheit: „Seit einem Jahr hat sich alles wieder komplett beruhigt“, sagt Gerhard Gamp.Kabarett, auch politisches, Comedy, Musikkabarett sind gleichermaßen gefragt, geändert hat sich der Geschmack der Böblinger nicht. „Das Publikum ist uns sehr dankbar dafür, dass wir durchgehalten haben.“

Max Beier ist bekannt aus der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“

Das schlägt sich durchaus auch in Zahlen nieder: Die Kultourmacher vom Alten Amtsgericht e.V. besaßen vor sechs Jahren, unmittelbar vor der Krise also, etwa 100 Mitglieder. Nun sind es 260. Dennoch fehlen welche – solche nämlich, die mitarbeiten möchten. Wie andere Vereine trifft die Kultourmacher die Überalterung ihrer aktiven Mitglieder. Sie wünschen sich Nachwuchs.

Dem Kabarettisten Max Beier begegneten die Kultourmacher vor einem Jahr auf der internationalen Kulturbörse Freiburg, der größten deutschen Fachmesse für Bühnenproduktionen. Beier wurde 1993 in München geboren, spielte im Fernsehen, zum Beispiel in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“, trat im Theater auf, spielte Kabarett und holte Preise.

Mit hintersinniger Arglosigkeit und einem frech blitzenden Lachen im bärtigen Gesicht lockt er sein Publikum aus der Reserve – und er weiß, er glaubt, er ist sich sicher: „InBöblingenist der Mensch noch gut.“ Abgesehen, fügt er hinzu, „von ein paar Arschlöchern.“ Die möchten sich bitte melden.

Max Beier greift zur Gitarre, singt fragende Verzweiflungslieder, wandelt sich später in einen gänzlich sinnbefreitem Protestsongwriter, parodiert Bob Dylan und vergleicht sich ganz unbescheiden: „Ich bin der Miles Davis unter den Trübsalbläsern.“ Kirsten, erste Reihe, wird von ihm kurzerhand zur Stellvertreterin seiner Freundin ernannt, wird in dieser Rolle häufig in Spiel gebracht und erscheint, der Kabarettist ist überglücklich, tatsächlich nach der Pause wieder auf ihrem Platz.

Baier reißt sehr fröhlich die Fassade manch eines populären Mythos ein, entlarvt Asterix und sein gallisches Dorf als eine Bande von Ausländerfeinden und Hedi als „notgeile Hochgebirgslolita“, ernennt Konfuzius zum Küchenchef, hat keine Angst davor, an Niveau zu verlieren, holt gleich wieder auf, wickelt seine Zuhörerinnen und Zuhörer ein und verblüfft sie mit einer ernsten, leidenschaftlichen, überaus klischeehaften Abhandlung zur Liebe, zitiert dann: „Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.“ – „Das ist von Blaise Pascal. Kennt ihr den? Das ist der Chefautor von ‚Sturm der Liebe‘“. Nun: Max Beier war dabei, er muss es wissen.

„Ich wusste, ihr seid kein intellektuelles Kabarettpublikum.“

Gleich fragt er sich, wie man einen gendergerechten Schneemann baut. Er taucht als gehemmter und ahnungsloser junger Mann in die Welt des Online-Datings ein, er komponiert einen Ballermann-Song und lässt sich dabei von Böblingen helfen, er gibt dem größten Hit von The Police eine neue Bedeutung, indem er ihn einer laut schnarchenden Bettgenossin widmet, er entdeckt den Haushalt als das Reich echter Männer.

Böblingen kichert, Böblingen klatscht, Max Beier schaut sich das gefällig an und meint: „Ich wusste, ihr seid kein intellektuelles Kabarettpublikum“. Dann rollt er seine Yogamatte aus.

Rena Schwarz macht in ihrem neuen Programm Kabarett auf den Spuren der Brüder Grimm. Am Sonntag war sie im Alten Amtsgericht in Böblingen.

Kabarettist Max Beier: „In Böblingen ist der Mensch noch gut“

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