Kein Denkmalschutz für brutalistisches Wittwer-Haus trotz Initiativen und Architektenprotest; Denkmalamt sieht zu viele bauliche Veränderungen; geplanter Abriss sorgt für internationale Aufmerksamkeit, Ideenwettbewerb für Neubau angekündigt.
Abriss Wittwer-Haus Stuttgart: Warum das Denkmalamt den Stuttgarter Wittwer nicht schützen will - Stuttgart
Abriss Wittwer-Haus StuttgartWarum das Denkmalamt den Stuttgarter Wittwer nicht schützen will
Anders als viele hoffen, kommt das vom Abriss bedrohte brutalistische Wittwer-Haus in Stuttgart nicht ins Denkmalverzeichnis. Warum? Wir haben die Fakten.
Der geplante Abriss des 1968 erbauten Wittwer-Buchhausesim Herzen der Stadt schlägt international Wellen. „Nach knapp 60 Jahren Betriebszeit befindet sich das Gebäudeam Ende seines Lebenszyklus, wodurch ein dringender Handlungsbedarf zur Neuplanung besteht“, teilen die Bauherren, dieDinkelacker AG, mit: „Eine Sanierung des aufsteigenden Gebäudes ist weder aus technischer Sicht noch im Hinblick auf Nutzungsperspektiven sinnvoll.“
Wie berichtet, haben sich in einer Umfrage Stuttgarter Architektinnen und Architekten gegen dieses Argument und gegen denAbrissdes vomArchitekturbüro von Hans Kammerer und Walter BelzentworfenenGeschäftshausesgewendet. Die international aktive Initiative #SOS Brutalism, die sich für den Erhalt von markanten baukulturell bedeutsamen Betonbauten stark macht, hat das Gebäude ebenfalls als erhaltenswert eingestuft und würde es am liebsten unterDenkmalschutzgestellt wissen.
Stuttgarter Architekten alarmiert„Weder zeitgemäß noch verantwortungsvoll“ – Architekten über Wittwer-Abriss
Warum #SOS Brutalism das Stuttgarter Wittwer-Haus erhaltenswert findet
Dies sind die Argumente: „Mit seiner skulpturalen Fassade und seiner Rolle bei der Neugestaltung der Stuttgarter Innenstadt in der Nachkriegszeit stellt es ein bedeutendes Beispiel für diebrutalistischeArchitektur in Süddeutschland dar, das es verdient, behutsam behandelt zu werden, anstatt verloren zu gehen – nicht zuletzt angesichts der ökologischen Auswirkungen eines Abrisses.“
5 weitere wichtige Stuttgarter Bauten von Kammerer + Belz inStuttgart
Daimler-Verwaltungsgebäude und Automobilmuseum in Untertürkheim, 1955-1961
GENO-Haus in der Heilbronner Straße, 1969-1972
Erweiterungsbau der Commerzbank am Fruchtkasten, 1970-1972
Wie StuttgartsBürgermeister Peter Pätzold,Leiter des Referats Städtebau, Wohnen und Umwelt, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, habe das Landesamt für Denkmalpflege befunden, das Gebäude weise „keine Kulturdenkmaleigenschaft“ auf und werde daher nicht in das Denkmalverzeichnis aufgenommen.
Das sagt das Landesamt für Denkmalpflege
„Insgesamt kommt das Landesamt für Denkmalpflege zu dem Schluss, dass der dokumentarische und exemplarische Wert des Gebäudes als Geschäftshaus der Zeit des Brutalismus durch die Menge und Stärke der Überformungen so stark geschmälert ist, dass eine Kulturdenkmaleigenschaft nicht begründet werden kann“, heißt es in der Stellungnahme des Landesamts für Denkmalpflege vom 19.10.2025.
Architektur-Spaziergang in StuttgartSieben faszinierende Betonriesen aus dem Brutalismus
Wie geht es weiter in Stuttgart?
Sollte das Gebäude tatsächlich abgerissen werden, wird, so der Plan, ein Ideenwettbewerb über die städtebauliche Setzung, die Einbindung in das Umfeld sowie Vorschläge zur Optimierung des umgebenden Freiraums stattfinden.
Auf Basis dieser Ergebnisse wird dann ein architektonischerRealisierungswettbewerbfür das neue Gebäude ausgeschrieben. Dies ist für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen, die nächste Abbruch-Baustelle in Stuttgart würde dann ab 2028 eingerichtet, nachdem die aktuellen Nutzer der Immobilie, dieBuchhandlung Thaliaausgezogen sein wird. So oder so: Stuttgart gehen die Baustellen nicht aus.
Die Initiative #SOS Brutalism will das Wittwer-Gebäude unter Denkmalschutz stellen. Abreißen oder Erhalten? Was sagen Stuttgarter Architekten und der Baubürgermeister dazu?
Architektur to go: Skandalös hässlich oder kantig interessant – brutalistische Betonbauten erhitzen so manche Gemüter. Unser Spaziergang von der Innenstadt bis auf die Filderebene zeigt, wie vielseitig Wohnhäuser und andere Betonbauten aussehen.
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