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title: "Erster genetischer Nachweis einer Wildkatze im Schönbuch; erneute Sichtung per Wildkamera und DNA-Proben; Monitoring wird verstärkt; offene Frage: gleiche Wildkatze wie im Vorjahr oder neues Tier?"
sdDatePublished: "2026-04-22T12:30:00Z"
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Erster genetischer Nachweis einer Wildkatze im Schönbuch; erneute Sichtung per Wildkamera und DNA-Proben; Monitoring wird verstärkt; offene Frage: gleiche Wildkatze wie im Vorjahr oder neues Tier?

Streng geschützte Tierart: Vieles spricht dafür: Wildkatze im Schönbuch ist noch da - Landkreis Böblingen

Streng geschützte TierartVieles spricht dafür: Wildkatze im Schönbuch ist noch da

Die scheuen Tiere sind schwer nachzuweisen. Vergangenes Jahr gelang es und auch dieses Frühjahr taucht auf Wildtierkameras wieder eine Katze auf.

Vor einem Jahr gelang dergenetische Nachweis einer WildkatzeimSchönbuch. Eine kleine Sensation. Der Wildtierbeauftragte im Kreis Böblingen, Andreas Hank, sprach damals von einem „seltenen Treffer“. Denn die streng geschütztenTieresind nur schwer zu dokumentieren und sehr scheu.

So überrascht es wohl nicht, dass von der Wildkatze in den vergangenen Monaten jede Spur fehlte – bis zum Februar dieses Jahres. Stefanie Knorpp ist Försterin im Herrenberger Stadtwald, in dem die Wildkatze im vergangenen Jahr aufgetaucht ist. Knorpp kümmert sich um das sogenannte Monitoring der Wildkatze, also deren systematische Beobachtung.

Dafür muss sie herausfinden, ob das Tier überhaupt noch da ist. Der Bereich, in dem die Katze entdeckt worden ist, liegt an einem sogenannten Wildtierkorridor von internationaler Bedeutung. Einem Weg, den Wildtiere über weite Strecken hinweg entlang wandern. Es könnte also sein, dass die Wildkatze vergangenes Jahr nur einen Zwischenstopp eingelegt hat.

„Die Katzen sind unglaublich versteckt lebende Tiere und nur schwer zu sehen“, sagt Knorpp. Die größte Chance, sie zu Gesicht zu bekommen, sei während der Paarungszeit, fachsprachlich Ranzzeit genannt, von Januar bis April. „Dann werden sie aktiver und kommen aus ihren Verstecken raus.“

Im Januar hat Knorpp insgesamt acht sogenannte Lockstöcke im Herrenberger Stadtwald verteilt. Das sind mit Baldrian eingeriebene Pfosten, die die Katze anlocken sollen. Im Idealfall reibt sie sich daran und hinterlässt DNA-Material. Und so, wie diese Methode im vergangenen Jahr funktioniert hat, klappte es auch jetzt wieder. Zunächst tauchte sie nur auf Aufnahmen von Wildtierkameras auf, später inspizierte sie die Lockstöcke näher, sodass Haare von ihr hängen blieben.

Diese Haare schickt Knorpp an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg, die alle Proben von Wildkatzen in ganz Baden-Württemberg sammelt und analysieren lässt. Erst wenn das Ergebnis vorliegt, wird sich herausstellen, ob es sich überhaupt um die gleiche Katze wie im vergangenen Jahr handelt. Sie wurde damals auf den Namen „Manu“ getauft, nach Manuel Scheible. Der Jäger war der erste, der sie auf einer Wildtierkamera entdeckt hatte.

Handelt es sich um die gleiche Katze?

Bis der erneute genetische Nachweis vorliegt, bleibt unklar, wer dieses Jahr auf den Aufnahmen zu sehen ist. Manu, eine andere Wildkatze, sogar verschiedene Wildkatzen oder ein Hybrid, also eine Mischung aus Wild- und Hauskatze, der nur wie eine Wildkatze aussieht? Knorpp zeigt sich hoffnungsvoll. „Es könnte schon dieselbe sein“, vermutet sie. Aber sie sei auf jeden Fall extrem gespannt, was bei den Analysen herauskomme.

Mit Manu gelang im vergangenen Jahr der erste gesicherte Nachweis einer Wildkatze im Schönbuch in der jüngeren Vergangenheit. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es noch weitere gibt. Zwar sei ein groß angelegtes Monitoring in Schönbuch und Rammert vor mehr als zehn Jahren ohne Ergebnis geblieben, sagt Knorpp. Doch vor zwei Jahren gelang im Staatswald bei Bebenhausen ein Fotonachweis mit einer Wildtierkamera. Dort fehlten aber Proben und der endgültige Beweis stehe deshalb noch aus.

Um die Entwicklung einer möglichen Wildkatzenpopulation im Schönbuch im Blick zu behalten, will Knorpp das Monitoring im Herrenberger Stadtwald im nächsten Frühjahr fortsetzen. Hildrizhausen, als benachbarter Waldeigentümer, habe für das kommende Jahr ebenfalls Interesse angemeldet. Und im Staatswald, der an den Herrenberger Stadtwald angrenzt, stünden bereits dieses Frühjahr Lockstöcke.

Seltene TierartWildkatze im Schönbuch bei Herrenberg nachgewiesen

Grundsätzlich biete der Schönbuch alles, was Wildkatzen brauchen – abgeschiedene Bereiche und einen „strukturreichen“Wald, mit Klingen, Mulden, Freiflächen und Gewässern – damit sie Nahrung wie Mäuse und Amphibien finden. „Wir haben alles da und müssen nichts künstlich anlegen“, betont Knorpp.

Als wichtigstes Instrument für den Schutz der Tiere nennt die Försterin Katzenschutzverordnungen. „Damit sich Wildkatzen nicht mit Hauskatzen paaren.“ Solche Verordnungen enthalten in der Regel Vorschriften zur Kastration und Registration von Freigänger-Katzen. Mehrere Kommunen im Kreis Böblingen habenim vergangenen Jahr Katzenschutzverordnungenerlassen, darunter Böblingen,Herrenbergund Hildrizhausen. Knorpp hofft, dass noch weitere Kommunen im Schönbuch folgen.

ZurückgekehrtDie Wildkatze galt in Baden-Württemberg lange als ausgestorben. Gesichert wiederentdeckt wurde sie laut Homepage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Baden-Württemberg durch zwei Totfunde 2006 und 2007. Seither wird versucht, über Monitoring den Bestand und die Verbreitung der streng geschützten Tierart im Ländle nachzuvollziehen.

VorkommenDas Monitoring spricht laut FVA für eine Ausbreitung der Wildkatze. Gesicherte Vorkommen gibt es demnach in der Rheinebene, im Schwarzwald, auf der Ostalb, am Stromberg und eben möglicherweise jetzt auch im Schönbuch.

Jüngst ist der erste genetische Nachweis einer Wildkatze im Schönbuch bei Herrenberg gelungen. Die Tiere sind streng geschützt und sehr scheu.

Vieles spricht dafür: Wildkatze im Schönbuch ist noch da

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