Comeback der O-Busse in Innsbruck geplant; 100 Dieselbusse sollen durch elektrische Trolleybusse ersetzt werden. Erste 20 E-Busse bestellt, Infrastruktur kostet 46 Millionen Euro. Betrieb ab 2029 vorgesehen. EU-Vorgaben erzwingen Umstieg.

Comeback der O-Busse in Innsbruck - tirol.ORF.at

22.04.2026 06.16 Online seit heute, 6.16 Uhr

Comeback der O-Busse in Innsbruck

Eine weitreichende Entscheidung steht im Innsbrucker Personennahverkehr an: Die dieselbetriebenen Stadtbusse sollen durch elektrische Busse ersetzt werden. Es handelt sich dabei um sogenannte Trolley-Busse, die sich während der Fahrt über Oberleitungen aufladen.

Innsbruck wird elektrisch – die über 100 Dieselbusse, die derzeit in der Landeshauptstadt im Einsatz sind, sollen sukzessive durch E-Busse ersetzt werden. Die ersten 20 von ihnen sollen bereits im Mai bestellt werden.

Die EU gibt vor, dass bis zum Jahr 2030 mindestens 65 Prozent aller neu beschafften Busse eine saubere Antriebstechnologie haben müssen. Ist das nicht der Fall, drohen Strafzahlungen von bis zu 225.000 Euro pro nicht erfülltem Bus. Weiters müssen ab 2035 überhaupt alle neuen Stadtbusse emissionsfrei sein, so die Vorgabe.

Busse laden sich während Fahrt auf

In der Landeshauptstadt sollen dann sogenannte Streckenlader oder Trolleys zum Einsatz kommen. Das sind Busse mit kleineren Batterien, die sich während der Fahrt auf einem Teil der Strecke über Oberleitungen aufladen. Die E-Busse seien ausbaufähig und könnten bis zu 220 Fahrgäste transportieren, hieß es.

Ideen dazu holte man sich aus Winterthur in der Schweiz. Die Stadt erneuert seit einigen Jahren ihre Flotte mit Trolleybussen. Die Investition beträgt dort 110 Millionen Franken.

In Innsbruck wird die Anschaffung dieser ersten 20 Trolleys samt Infrastruktur rund 46 Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte davon wird das Verkehrsministerium mit einer Einmalzahlung fördern. Eine Zusage liege bereits vor, hieß es von Innsbrucks grüner Mobilitätsstadträtin Janine Bex. Man wolle dann gezielt in stark frequentierte Linien investieren. Damit schaffe man „mehr Kapazität und Nachfrage“.

Erste O-Busse sollen 2029 fahren

Um den Plan umzusetzen, ist in Innsbruck großflächig der Bau neuer Oberleitungen notwendig. Der Landeshauptstadt steht somit quasi ein Comeback der O-Busse bevor.

Von der Beschaffung bis zu Inbetriebnahme dieser ersten Fahrzeuge samt Behördenverfahren und Oberleitungsbau dauert es allerdings seine Zeit. 2029 sollen die neuen O-Busse dann einsatzbereit sein, soweit der Fahrplan.