Jenaer Ausstellung inszeniert antike Relief-Abgüsse mit wechselnden Lichteffekten zum 180. Jubiläum des Archäologischen Museums. Rückgabe bedeutender Bestände von Stiftung Preußischer Kulturbesitz, technische Herausforderungen bei Installation, geplante Erweiterung im Herbst.
Antike Kunst im Zauber des Lichts
Antike Kunst im Zauber des Lichts
Meldung vom:21. April 2026, 11:12 Uhr| Verfasser
Die Abgüsse antiker Reliefs werden in verschiedene Lichtfarben getaucht.
Abgüsse antiker Reliefs, deren Originale teils in großer Höhe die Akropolis in Athen schmücken, werden in einer neuen Ausstellung in Jena in ein ganz besonders Licht getaucht. »Mit Hilfe einer Lichtinstallation lassen wir die Reliefs in unterschiedlichen Lichtfarben leuchten«, sagt Prof. Dr. Eva Winter, Professorin für Klassische Archäologie. Für die Lichteffekte sei der professionelle Lichttechniker Jonas Grajetzki gewonnen worden. Er lässt die Ausstellungsstücke im wechselnden Licht des Tages strahlen. Außerdem wird ihre plastische Wirkung durch wechselnde Einfallswinkel der Halogenstrahler hervorgehoben.
Eröffnet wird die Ausstellung »Lichtwechsel« am Mittwoch, 22. April, um 18 Uhr c. t. im Raum 24 des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1). Dort spricht der ehemalige Direktor der Berliner Antikensammlungen, Prof. Dr. Andreas Scholl, über die historischen Kontexte und inhaltlichen Zusammenhänge der gezeigten Werke. Die Ausstellung selbst wird im Institut für Altertumswissenschaften gezeigt (Fürstengraben 25).
Der 180. Geburtstag des Archäologischen Museums wird gefeiert
Hintergrund der neuen Ausstellung ist der 180. Geburtstag des Archäologischen Museums der Universität Jena, das im Jahre 1846 durch den klassischen Philologen Karl Wilhelm Göttling (1793–1869) ins Leben gerufen wurde. Die Bestände des Museums waren nach und nach aufgekauft worden und bilden bis heute den Kern der Sammlung am Institut für Altertumswissenschaften. Erst jüngst war ein großer Teil des Bestandes von Abgüssen antiker Kunstwerke aus dem Besitz der Stiftung Preußischer Kunstbesitz zurück an die Friedrich-Schiller-Universität übertragen worden.
Einst wurden die wertvollen Abgüsse im Jenaer Stadtschloss gezeigt, nach dessen Abriss fanden sie ihr neues Domizil im Hauptgebäude der Universität Jena, das 1908 an gleicher Stelle eingeweiht wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Museum aufgelöst, die wesentlichen Bestandteile verblieben jedoch als Sammlung im Besitz der Friedrich-Schiller-Universität.
Im Herbst soll die Schau noch durch weiteres Material ergänzt werden
Wie Eva Winter erläutert, entstand die Ausstellung »Lichtwechsel« im Rahmen einer zweiwöchigen »Springsschool« im Februar dieses Jahres. Ein wichtiger Partner sei zudem der Unternehmer Silvio Schneider, Inhaber der Firma Gothaer Gerüstbau, mit dessen Hilfe die schweren Reliefabgüsse installiert werden konnten. »Wir hatten noch nie so komplizierte Transporte, Installationen und technische Herausforderungen«, sagt Prof. Winter.
Die Besucherinnen und Besucher können sich davon ab dem 23. April überzeugen, auch im 1. und 4. Obergeschoss im Fürstengraben 25, wo Beispiele kaiserzeitlicher Bauplastik gezeigt werden. Eine Ergänzung soll die Ausstellung im Herbst dieses Jahres erfahren. Vom 21. Oktober an sollen weitere Gruppen des Materialbestandes des Archäologischen Museums der Universität Jena gezeigt werden.
Zu sehen ist die Ausstellung im Fürstengraben 25 vom 22. April bis 10. Juli 2026, montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr. Samstags zwischen 15 und 16 Uhr finden Führungen statt. Der Eintritt ist frei.
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