Anstieg Übergangsausbildungen und schulisch organisierter Grundbildung, unterschiedliche Berufswahl nach Geschlecht, über 21'000 Lernende auf Sekundarstufe II im Kanton Luzern, hoher Anteil Kleinpensen bei Lehrpersonen.
Lernendenzahl auf Sekundarstufe II weiterhin ansteigend
Bildung im Kanton Luzern 2025
Lernendenzahl auf Sekundarstufe II weiterhin ansteigend
26 starteten an den Luzerner Schulen 7'190 Lernende mit einer nachobligatorischen Ausbildung auf Sekundarstufe II. Das sind insgesamt 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
5'229 Jugendliche (72,7%) ergriffen den dualen Ausbildungsweg und starteten an einer Luzerner Berufsfachschule oder wählten eine schulisch organisierte berufliche Grundbildung (inkl. nicht eidg. reglementierte Ausbildungen). Mehr als ein Drittel dieser Lernenden sind ausserhalb des Kantons Luzern wohnhaft.
1'120 Lernende (15,6%) wählten eine allgemeinbildende Ausbildung und traten in eine Fachmittelschule ein oder besuchen das erste nachobligatorische Bildungsjahr am Gymnasium bzw. an einer Schule mit ausländischem Curriculum. Mit 135 Lernenden starteten 9,8 Prozent mehr Schüler
innen an einer Fachmittelschule als im Vorjahr.
841 Jugendliche besuchen neu eine der kantonalen oder privaten Übergangsausbildungen bzw. Brückenangebote (inkl. 10. Schuljahr oder Angebote im Rahmen der berufl. Integration). Das sind 11,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem die Angebote mit Fokus Integration wie auch mit Fokus Praxis wurden vermehrt gewählt.
Stabile Lernendenzahl im ersten Jahr der beruflichen Grundbildung
26 starteten fast gleich viele Lernende wie im Vorjahr eine berufliche Grundbildung an einer Luzerner Berufsfachschule (+0,1%). Es zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen bei betrieblich und schulisch organisierten Ausbildungen.
Rund 800 Lernende starteten eine schulisch organisierte betriebliche Grundbildung, zum Beispiel an einer Wirtschafts-, Informatik-, oder Gesundheitsmittelschule oder einer Handelsschule (inkl. nicht reglementierte Ausbildungen). Das sind gut 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zunahme hängt primär mit einem neu am Standort Luzern tätigen Bildungsanbieter zusammen.
Hingegen traten fast 3 Prozent weniger Lernende in eine betrieblich organisierte 3- bis 4-jährige EFZ-Ausbildung (eidg. Fähigkeitszeugnis) ein. Eine 2-jährige EBA-Ausbildung (eidg. Berufsattest) begannen mehr Lernende als im Vorjahr (+2,8%).
Weiterhin beliebt: Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit und zum Kaufmann
Bei den Jugendlichen sind unterschiedliche Berufe begehrt. Unter den Frauen, die im Schuljahr 2025
26 an einer Luzerner Berufsfachschule eine EFZ-Ausbildung antraten, nahmen die meisten eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ oder Kauffrau EFZ auf (16,7 bzw. 16,1%). Bei den EBA-Ausbildungen wurde von den Frauen am häufigsten die Ausbildung zur Assistentin Gesundheit und Soziales EBA oder zur Detailhandelsassistentin EBA gewählt (42,5 bzw. 22,4%).
Männer starteten am häufigsten eine Ausbildung zum Kaufmann EFZ, zum Strassenbauer EFZ (9,4 bzw. 8,7%) bzw. Strassenbaupraktiker EBA (20,5%) oder zum Detailhandelsassistenten EBA (10,3%). Die Spitzenplätze für Ausbildungen im Strassenbau im Kanton Luzern hängen mit der in Sursee lokalisierten interkantonalen Berufsfachschule Verkehrswegbau zusammen, die als Ausbildungszentrum für die gesamte Deutschschweiz überdurchschnittlich viele ausserkantonale Lernende ausbildet.
Knapp 1 von 10 EFZ-Lernenden besucht Berufsmaturitätsunterricht
26 im ersten Jahr ihrer EFZ-Ausbildung den lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturitätsunterricht (BM1). Das sind 9,0 Prozent aller EFZ-Lernenden im ersten Ausbildungsjahr. Über die Hälfte davon lässt sich in der BM-Fachrichtung Wirtschaft und Dienstleistungen ausbilden, und knapp ein Viertel tut dies in der Fachrichtung Technik, Architektur, Life Sciences. Insgesamt nehmen im aktuellen Schuljahr 1'300 Lernende am BM1-Unterricht teil (9,7% aller EFZ-Lernenden).
Gesamtlernendenzahl in nachobligatorischen Ausbildungen weiter ansteigend
Über alle Ausbildungstypen und -jahre hinweg befinden sich im Schuljahr 2025
26 insgesamt 21'259 Lernende in einer nachobligatorischen Ausbildung auf Sekundarstufe II im Kanton Luzern. Damit steigt die Lernendenzahl um insgesamt 2,1 Prozent – ein etwas schwächerer Anstieg als im Vorjahr (2024
71 Prozent der Lernenden in nachobligatorischen Ausbildungen (15'178 Pers.) besuchen eine Berufsfachschule im Rahmen einer beruflichen Grundbildung. 604 Lernende besuchen nach Abschluss ihrer beruflichen Grundbildung eine Berufsmaturitätsschule. 3'345 Lernende machen eine Ausbildung an einer allgemeinbildenden Schule, also an einem Gymnasium, einer Fachmittelschule oder einer Schule mit ausländischem Curriculum. Zudem besuchen 856 Personen im Anschluss an die obligatorische Schulzeit eine Übergangsausbildung respektive ein Brückenangebot. 464 Erwachsene sind daran, ihren Berufsabschluss via einer Nachholbildung zu erlangen.
Zugenommen haben im Vergleich zum Vorjahr alle Ausbildungskategorien, insbesondere die Lernendenzahl in einer Übergangsausbildung und in der schulisch-organisierten beruflichen Grundbildung (vgl. oben). Einzig bei den ausländischen allgemeinbildenden Ausbildungen ist ein leichter Rückgang feststellbar.
Schwerpunktfachwahl am Gymnasium bei Frauen ausgeglichener
Die Luzerner Gymnasien zählen im Rahmen der nachobligatorischen Schulzeit (4.–6. Gymnasialklasse und 7. Gymnasial-Talentklasse) aktuell 2'889 Lernende.
Wirtschaft und Recht bleibt im Schuljahr 2025
26 bei beiden Geschlechtern ein beliebtes Schwerpunktfach. Die Männer ziehen dieses Fach den anderen Fächern mit grossem Abstand vor (41,7%). An zweiter und dritter Stelle folgen bei ihnen Biologie
Mathematik (15,5%). Die Frauen zeigen eine ausgeglichenere Schwerpunktwahl: Biologie
Chemie (17,8%) wird knapp am häufigsten gewählt, vor bildnerischem Gestalten (17,0%), modernen Sprachen (16,9%), Wirtschaft und Recht (16,0%) sowie Philosophie
Knapp die Hälfte der Lehrpersonen mit Kleinpensum
26 unterrichten 2'155 Lehrpersonen an den Luzerner Berufsfachschulen sowie den anderen Schulen der Sekundarstufe II (inkl. Gymnasien Sekundarstufe I). Die Lehrer
innen teilen sich 2'291 Anstellungen, wobei es sich bei 45,7 Prozent dieser Anstellungsverhältnisse um Kleinpensen handelt (<50 Stellenprozente) und bei 18,9 Prozent um Vollzeitstellen (≥90 Stellenprozente). 5,3 Prozent aller Lehrpersonen haben gleichzeitig mehr als eine Anstellung inne. Im Schnitt unterrichtet eine Lehrperson auf Sekundarstufe II in einem 55-Prozent-Pensum. Insgesamt entsprechen die 2'291 Anstellungen rund 1'193 Vollzeitäquivalenten. Das sind 1,8 Prozent Vollzeitäquivalente mehr als im Vorjahr.