Bundesverwaltungsgericht erklärt Haltungsbedingungen von Puten in Ilshofen für tierschutzwidrig; Behörden können strengere Anforderungen stellen; freiwillige Branchenstandards reichen nicht; Urteil betrifft Mastbetriebe deutschlandweit; Millionen Tiere betroffen.

Fall im Kreis Schwäbisch Hall: Bundesgericht entscheidet für mehr Tierschutz im Putenstall - Baden-Württemberg

Fall im Kreis Schwäbisch HallBundesgericht entscheidet für mehr Tierschutz im Putenstall

Was ist in der Putenmast angemessen? Das Bundesverwaltungsgericht hat im Fall des Mastbetriebs in Ilshofen ein Urteil gefällt, das über diesen Einzelfall hinausgeht.

Die Haltungsbedingungen für Puten in deutschen Mastbetrieben könnten sich nach einemUrteildes Bundesverwaltungsgerichts ändern. Das oberste deutsche Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Umstände in einem Betrieb inBaden-Württembergnicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind. Die Behörden dürfen weitergehende Anforderungen an Putenhalter stellen, damit die Tiere angemessen gehalten werden. (Az.: BVerwG 3 C 2.25)

Im konkreten Fall ging es um einen Putenmastbetrieb inIlshofenim KreisSchwäbisch Hall. Der Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. hielt die Bedingungen für die Puten dort für inakzeptabel und klagte darauf, dem Betrieb die Haltung sämtlicher Puten oder zumindest einzelner Rassen zu untersagen.

Was ist in der Putenmast „angemessen“?

Vor dem Verwaltungsgericht in Stuttgart scheiterten die Tierschützer, doch in der nächsten Instanz entschied der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim, dass die Behörden prüfen müssen, inwieweit sie tierschutzrechtlich einschreiten. Der VGH ging davon aus, dass die Bedingungen in dem Betrieb nicht angemessen sind. Über die Revision gegen dieses Urteil hat jetzt das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass jeder, der ein Tier hält, es nach seiner Art und seinen Bedürfnissen angemessen unterbringen muss. Wird diese Anforderung nicht erfüllt, können Behörden Anordnungen treffen, die zur Verbesserung der Haltungsbedingungen führen.

Mehr als 5.000 Tiere in einem Stall

Der VGH hatte festgestellt, dass die Puten in dem Betrieb in Ilshofen in Ställen mit mehr als 5.000 Tieren leben. Es fehle an Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Sie würden im Schlaf häufig von anderen Puten aufgescheucht, was zu Stress führe. Ihre Schnäbel seien gekürzt, damit sich die Tiere weniger Verletzungen durch Picken zufügen können. Die Behörden müssten handeln - wie genau, das ließ der VGH allerdings offen.

Der Geflügelbetrieb hatte darauf verwiesen, dass er die sogenannten Puten-Eckwerte einhalte. Diese sind eine freiwillige Verpflichtung, die sich die Geflügelindustrie unter Mitwirkung von Wissenschaft und Verbänden 2013 selbst gegeben hatte. Der VGH und auch das Bundesverwaltungsgericht entschieden jedoch, dass diese Eckwerte nicht aussagekräftig sind, um die Angemessenheit einer Putenhaltung zu beurteilen.

Weltweihnachtscircus StuttgartGericht rügt Zierden-Video – „Tierquälerei“ bleibt als Meinungsfreiheit erlaubt

Das zuständige Landratsamt Schwäbisch Hall verwies vor allem auf eine fehlende Rechtsverordnung zur Putenhaltung. Es sei praktisch völlig unklar, was man eigentlich anordnen solle, um die Bedingungen für die Puten zu verbessern.

Tierrechtler: Urteil ist ein „Wahnsinnserfolg“

Das Bundesgericht entschied, dass fehlende Verordnungen nicht dazu führen dürfen, dass nichts getan werde. Der Putenmastbetrieb „kann durch zumutbare Maßnahmen ihr Haltungssystem verändern und dadurch den Bedürfnissen der Puten besser entsprechen“, sagte die Vorsitzende Richterin.

Der Tierrechtsverein nannte das Urteil einen „Wahnsinnserfolg“. „Damit muss sich in der Putenhaltung etwas ändern“, sagte Vorstandsmitglied Alex Lunkenheimer. Die Vorsitzendes des Verbandes der Deutschen Putenerzeuger wollte die Entscheidung nicht kommentieren.

27,5 Millionen Puten in Deutschland geschlachtet

In den deutschen Putenmastbetrieben lebten laut einer Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums zufolge 2023 rund neun Millionen Puten. Die Tiere werden in mehreren Durchgängen pro Jahr gehalten. Eine Henne wächst in 16 Wochen auf ihr Schlachtgewicht von zehn Kilo heran. Hähne erreichen in 22 Wochen ein durchschnittliches Schlachtgewicht von 20 Kilogramm. Vergangenes Jahr wurden in den Geflügelschlachtbetrieben laut Statistischem Bundesamt rund 27,5 Millionen Puten geschlachtet.

Das Landgericht Hamburg nennt Teile der Videos von Malte Zierden gegen den Tauben-Magier „ehrabträglich“, sieht die Kritik der „Tierquälerei“ aber von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Bundesgericht entscheidet für mehr Tierschutz im Putenstall

Abteilungsleiter Finanzen, Mitglieder und Services (m

d) - Strategie und Grundsatzfragen

Alb-Donau-KreisSchwerer Lkw-Unfall: A8 Richtung München gesperrt

KarlsruheBGH prüft Familienstreit zu Überwachung in privater Küche

FreiburgGefährliche Stoffe im Keller entdeckt? - Sprengung geplant

Fernzugriff auf BankkontoPaar aus Ravensburg verliert mehr als 50.000 Euro durch App-Betrug

Durchsuchungen auch im SüdwestenErmittler zerschlagen Netzwerk von mutmaßlichen Raubgräbern

Festakt in Rottweil„Das ist ein Jahrhundertbauwerk“: Bilder von der Eröffnung der Neckarline

Regierungsbildung im LandZEW-Chef: „Ein starkes Wirtschaftsministerium würde uns guttun“

HohenlohekreisHundewelpen nahe der Autobahn ausgesetzt – Polizei sucht Zeugen

Brand in KarlsruheAutotransporter steht in Flammen – rund 150.000 Euro Schaden

Ein Auffahrunfall auf der A8 bei Dornstadt sorgt für mehr als fünf Kilometer Stau. Die Polizei schätzt den Schaden auf 180.000 Euro.

Eine Frau wird in der Küche ihrer Tochter von einer Überwachungskamera gefilmt. Der anschließende Rechtsstreit geht bis vors höchste deutsche Zivilgericht.

Im Keller eines Hauses in Freiburg werden Substanzen entdeckt. Mehrere Wohnhäuser müssen geräumt werden. Was bisher bekannt ist.

Ein Ehepaar aus Ravensburg hat durch eine raffinierte App-Betrugsmasche mehr als 50.000 Euro verloren. So lief der Betrug ab.

Bronzezeitliche Schätze, mittelalterliche Münzen, alte Waffen – Ermittler stoppen ein internationales Netzwerk, das Kulturgüter illegal verkauft haben soll.

Die Neckarline in Rottweil, die längste Hängebrücke Baden-Württembergs, wurde feierlich eröffnet. Was macht dieses Bauwerk so besonders? Ein Blick in unsere Bildergalerie verrät mehr.

Noch ist unklar, wer Wirtschaftsminister in der neuen grün-schwarzen Koalition wird. ZEW-Präsident Achim Wambach adressiert eine klare Vorstellung an Cem Özdemir und Manuel Hagel.

In Öhringen (Hohenlohekreis) sind Mischlingswelpen ausgesetzt worden. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden.

Nach dem nächtlichen Brand eines Autotransporters in Karlsruhe ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Der Schaden liegt bei rund 150.000 Euro.