Kirche in Botnang dient jetzt als Second-Hand-Möbel-Lager statt Gotteshaus; Auktionator lagert Möbel aus Haushaltsauflösungen; Umnutzung durch sinkende Kirchgänger und finanzielle Gründe; kein Verkauf vor Ort; Nachhaltigkeit, soziale Aspekte betont. Kirche als Second-Hand-Depot: In Botnanger Kirche werden jetzt Möbel gelagert – „Diese Dinge haben eine Seele“ - Stuttgart Kirche als Second-Hand-DepotIn Botnanger Kirche werden jetzt Möbel gelagert – „Diese Dinge haben eine Seele“ Die Umwandlung von Gotteshäusern geht weiter: In der früheren Christus-Erlöser-Kirche in Botnang werden nun Second-Hand-Schätze gelagert – ein sozialer Gedanke steckt dahinter. In der ehemaligen katholischenChristus-Erlöser-Kirche in Botnangist neues Leben eingezogen – Gottes Nachmieter starten in ein neues Kapitel mit Second-Hand-Schätzen. Dort, wo bis November noch Gottesdienste gefeiert wurden, stehen heute Sofas, Schränke, Teppiche und Lampen. Das frühere Gotteshaus in der Hochhaussiedlung Laihle nahe der Leharstraße wird ab sofort als Lager für gebrauchte Möbel und Haushaltswaren genutzt. Der neue Mieter ist der Stuttgarter Auktionator Andreas Graf von Brühl. Er hat die FirmaNimm’s mit beim Schmidtgekauft und lagert in der profanierten Kirche Möbel und Wohnaccessoires aus Haushaltsauflösungen. Eröffnungsfeier in StuttgartVon der Kirche zum Design-Hotspot: St. Stefan startet in neues Kapitel Zwischen den früheren Bankreihen und dem Altar stapelt sich nun „alles rund ums Wohnen“, wie es auf der Internetseite des Unternehmens heißt: Möbel, Haushaltswaren, Elektrogeräte, Teppiche, Dekoration sowie Antiquitäten und Sammlerstücke. Auch einzelne Ersatzteile und kleinere Wohnaccessoires gehören zum Sortiment. „Nachhaltigkeit ist sehr wichtig“: Second-Hand als Umweltschutz Für Graf von Brühl hat das Konzept neben dem wirtschaftlichen auch einen sozialen und ökologischen Gedanken. „Nachhaltigkeit ist sehr wichtig“, sagt der Auktionator. „Es gibt viele Menschen, die sich neue Möbel nicht leisten können.“ Gleichzeitig würden Gegenstände weiterverwendet, statt im Müll zu landen. Wiederverwenden sei immer besser als Recycling. Als Verkaufsraum soll die Kirche allerdings nicht genutzt werden. Die Gegenstände stammen meist aus Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen. Viele Stücke hätten eine eigene Geschichte, sagt der Unternehmer. „Alle diese Dinge haben eine Seele – und oft einen Charme, der neu produzierten Möbeln fehlt.“ Zweiter Standort: Vintage-Design-Store in ehemaliger Kirche im Westen Für Graf von Brühl ist es nicht das erste Projekt dieser Art. Bereits zuvor hatte er zusammen mit Florian Vornberger eine andere entwidmete Kirche angemietet: die ehemalige Kirche St. Stefan an der Rotenwaldstraße im Stuttgarter Westen. Dort betreiben die beiden einen Vintage-Design-Store. Der Auktionator betont, dass der respektvolle Umgang mit dem Gebäude wichtig sei. „Einer ehemaligen Kirche muss man mit Respekt begegnen“, sagt er, „man kann dort nicht alles machen.“ Eine Diskothek etwa komme für ihn nicht infrage. Auch von kirchlicher Seite wird genau geprüft, welche Nutzungen in einem ehemaligen Gotteshaus möglich sind. Grundsätzlich dürften profanierte Kirchen auch für kommerzielle Zwecke vermietet werden, erklärt die katholische Kirche. Entscheidend sei, dass die neue Nutzung dem Charakter des Gebäudes nicht widerspreche. Kirchenschwund und hohe Kosten zwingen zur Umnutzung Dass überhaupt neue Nutzungen gesucht werden müssen, hat strukturelle Gründe. Sinkende Mitgliederzahlen und rückläufige Kirchensteuereinnahmen setzen die katholische Kirche zunehmend unter finanziellen Druck. In Botnang gehören derzeit noch rund 2560 Menschen der katholischen Kirche an, 2019 waren es noch etwa 3110. Gleichzeitig sind die Energiekosten hoch und viele Gebäude verursachen erhebliche Unterhaltskosten. Die Entscheidung, kleinere Standorte aufzugeben, reicht daher bereits Jahre zurück. Schon 2011 beschloss der Stuttgarter Stadtdekanatsrat, kirchliche Zweitstandorte aus Kostengründen aufzugeben. 2014 folgte eine umfassende Analyse aller Immobilien mit weitreichenden Konsequenzen. Kirche in Botnang nach 54 Jahren entweiht Die Christus-Erlöser-Kirche, ein Bau aus den 1970er Jahren inmitten der Botnanger Hochhaussiedlung, wurde schließlich im November nach 54 Jahren offiziell entweiht. Das Aus kam für die Gemeinde nicht überraschend – es war das Ergebnis eines langen Prozesses der Umstellung und Vorbereitung. Was aus ehemaligen Kirchen wird, ist sehr unterschiedlich. Manche Gebäude werden abgerissen, andere durch Neubauten ersetzt oder in größere Gemeinden integriert. Einige jedoch finden eine neue kulturelle oder wirtschaftliche Nutzung. Die Christus-Erlöser-Kirche gehört nun zu dieser letzten Gruppe. Statt Predigten und Orgelmusik prägen heute Möbel, Lampen und Teppiche den Raum. Die Neunutzung bleibt dem ursprünglichen Gedanken eines Treffpunkts für Menschen vielleicht sogar treu: Das frühere Gotteshaus bleibt ein Ort, an dem Dinge weitergegeben werden, Geschichten erhalten bleiben und Menschen zusammenkommen. Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Kirche werde auch als Verkaufsraum genutzt. Dies ist nicht der Fall. Ein roter Teppich führt in die frühere Kirche St. Stefan, in der ein DJ auflegt: Der Sakralraum, zuletzt von „Buch und Spiel“ genutzt, wird zum Design-Hotspot und zur Event-Location. In Botnanger Kirche werden jetzt Möbel gelagert – „Diese Dinge haben eine Seele“ Abteilungsleiter Finanzen, Mitglieder und Services (m d) - Strategie und Grundsatzfragen Förderung in StuttgartWärmepumpe bis Solar – Mit welchem Zuschuss Stuttgarter ab Mai rechnen können Junge Gründer aus StuttgartVon der Sprachreise zum Startup – Studenten handeln mit Vanille aus Madagaskar Frühlingsfest StuttgartNewsblog: Zelte leeren sich – VfB-Fans ziehen Richtung Stadion Albert-Schweitzer-Schule StuttgartDie Wut bleibt im Wald – ein Lernort für verhaltensauffällige Erstklässler Nagerspuren in StuttgartIst der Biber vom Stuttgarter Hafen zum Uhlbach weitergezogen? 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Die Zahl der Erstklässler mit sozialem und emotionalem Förderbedarf steigt. Wie unterrichtet man diese Kinder? Ein Besuch in der Biberklasse in Stuttgart. Im Juli 2025 wurden erstmals im Stuttgarter Hafen zwei Biber gesichtet. Jetzt gibt es weitere Spuren, nicht weit davon. Dieses Mal am Uhlbach. Was sagt die Stadt dazu? Auf der B27 kommt es am Donnerstagnachmittag zu einem Auffahrunfall mit drei Fahrzeugen. Dieser sorgt für Verzögerungen im Feierabendverkehr. Mit 13 Jahren kam Vlada Malovanets aus der Ukraine nach Deutschland. Wie die Schülerin die Flucht vor dem Krieg erlebt hat und wie sie trotz Hürden in Stuttgart ihre zweite Heimat fand. Das vielleicht emotionalste IBA-Projekt macht Fortschritte: Baustellenbesuch in der Brenzkirche am Stuttgarter Kochenhof. So wird das 1938 entstellte Gotteshaus repariert. Unzählige VfB-Fans stimmen sich am Donnerstagnachmittag auf dem Stuttgarter Frühlingsfest auf das DFB-Pokalhalbfinale gegen den SC Freiburg ein. Die besten Bilder vom Cannstatter Wasen. Von Freitag an ist die Strecke der Panoramabahn in Stuttgart für vier Wochen dicht. Fern- und Regionalzüge enden in Vaihingen, die S1 fährt seltener. Was Reisende jetzt wissen müssen. --- Source: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kirche-als-second-hand-depot-in-botnanger-kirche-werden-jetzt-moebel-gelagert-diese-dinge-haben-eine-seele.5671b671-632e-4ea1-b72e-cf155f93741b.html sdDatePublished: 2026-04-24T06:19:00Z Topics: church, sustainability, charity Locations: Germany, Madagascar, Stuttgart, Baden-Württemberg, Ukraine