Rechtes Esoterik-Seminar mit Verschwörungsideen kurzfristig von Meckatzer Bräustüble abgesagt; CDU-Gemeinderätin als Teilnehmerin; Veranstalter sucht neuen Ort; Debatte über Wirte-Verantwortung, Reichsbürger-Bezüge.
Seminar mit Verschwörungsideen: Kein Forum für rechte Esoterik – Meckatzer Bräustüble sagt Veranstaltung ab - Baden-Württemberg
Seminar mit VerschwörungsideenKein Forum für rechte Esoterik – Meckatzer Bräustüble sagt Veranstaltung ab
Ein geplantes Seminar mit dem rechten Youtube-Kanal „Zukunftskompass“ im Allgäu wird kurzfristig abgesagt. Selbst eine CDU-Rätin wollte die Schwurbler treffen.
Wer sich mit Frank Müllers Youtube-Kanal „Zukunftskompass“ auf den neuesten Stand bringen möchte, braucht Geduld. Eine Dreiviertelstunde dauert die wöchentliche „Nachrichtensendung“ des rechten Esoterikers aus dem pfälzischen Ludwigshafen. Dafür ist man hinterher bestens im Bilde: Europa bereite einen Angriff auf Russland vor – nicht umgekehrt. Der baldige Zusammenbruch der Wirtschaft sei vom „tiefen Staat“ lange geplant – warum auch immer. Und die Niederlage von „Europas erfolgreichstem Wahlkämpfer“ Viktor Orban bei der ungarischen Parlamentswahl gehe natürlich auf europäische Manipulation zurück. Wobei: da ist Müller unschlüssig. Es gebe auch Gerüchte, wonach es sich um ein erfolgreiches Manöver der nationalen Kräfte handele: Jetzt könne Orban nämlich Ursula von der Leyen als Kommissionpräsidentin ablösen.
Es gibt Menschen, die von solchen Schwurbeltheorien nicht genug hören können. An sie richtet sich ein ganzes Seminar, das am Sonntag im westlichenAllgäuan der bayerisch-württembergischen Grenze stattfinden soll. Als „Zukunftsgespräch mit Frank“ ist die sechs- bis achtstündige Veranstaltung angekündigt. Als Ort haben sich die Veranstalter das Meckatzer Bräustüble reserviert, ein Restaurant mit stimmungsvollem Biergarten direkt am Hauptsitz der Brauerei. Doch daraus wird nun nichts. „Einer solchen Veranstaltung bieten wir kein Forum“, sagt der Prokurist und Braumeister von Meckatzer, Max Stöhr. „Wir haben das abgesagt.“ Der Organisator habe ihn beschimpft und dann aufgelegt. „Notfalls würden wir das aber auch juristisch durchfechten.“
„Der letzte Kampf der Menschheit“
Wie so oft hatte es harmlos begonnen, mit einer Reservierung für 90 Leute mit Mittag- und Abendessen. Es handele sich um ein Seminar, hatte der Kunde erklärt, aber kein Thema genannt. „Solche Anfragen haben wir jede Woche“, sagt Stöhr. Erst am Donnerstag habe es Hinweise gegeben, dass es sich um eine Veranstaltung aus dem Umfeld von Reichsbürgern handeln könnte.
Stöhr hat inzwischen Screenshots der Seminarankündigung vorliegen. „Der letzte Kampf der Menschheit hat begonnen“, heißt es dort unter anderem. „Das einzig Coole auf den Flyern ist ein Ufo“ – und auch das stehe für eine völlig verschrobene Wahrnehmung, sagt Stöhr. „So etwas ist mit unseren Werten nicht zu vereinbaren.“ Für Wirte sei es aber nicht immer leicht, den Hintergrund solcher Veranstaltungen zu erkennen, zumal nun ein möglicher Umsatz im höheren vierstelligen Bereich wegfalle.
Druschba im Kreis LudwigsburgRussland-Freunde tricksen mutmaßlich weitere Wirte aus – Vortrag stattgefunden
Auf dem Veranstaltungskanal im russischen Messenger-Dienst Telegram wird nun hektisch nach einem Alternativstandort gesucht. Mehr als 60 Interessenten haben sich dort bereits als Teilnehmer eingetragen, viele mit Klarnamen, darunter die ehemalige Geschäftsführerin einer Kunststiftung aus Isny und eine CDU-Gemeinderätin aus dem Nordschwarzwald. Auf die Frage, warum sie eine solche Veranstaltung besuchen möchte, verweist die Kommunalpolitikerin gegenüber unserer Redaktion auf die angeblich einseitige Berichterstattung von „Zwangsmedien“ wie ARD und ZDF.
„Man muss vieles hinterfragen, was in Deutschland heute als glaubhaft verkauft wird“, sagt sie. Ihr Fraktionschef im Gemeinderat reagiert auf Anfrage dieser Zeitung bestürzt. Er werde mit der Kollegin sprechen. „Ich finde nicht, dass solche Formate zur CDU passen.“
Die Plattform „Rhein-Main rechtsaußen“ warnt vor Müllers pseudojournalistischer Arbeit. Er teile klassische Verschwörungserzählungen und auch antisemitische und völkische Inhalte. Immer wieder wiederhole er, dass Deutschland der illegalen Besatzung „durch die Handlanger und Marionetten der angelsächsischen Geld-Elite“ ausgesetzt sei – ein typisches Narrativ der Reichsbürger-Bewegung.
Die Initiative Druschba-Global blitzte mit Anfragen bei Lokalen im Kreis Ludwigsburg ab. Am Ende waren sie erfolgreich – offenbar, weil nicht mit offenen Karten gespielt wurde.
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