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title: "Studie: Eintrittserlöse öffentlicher Hallenbäder Tirol decken nur gut die Hälfte der Kosten; Branche fordert Überarbeitung und langfristige Sicherung der Landesförderung; steigende Energie-, Personal- und Sanierungskosten setzen Bäder unter Druck."
sdDatePublished: "2026-04-24T13:10:00Z"
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Studie: Eintrittserlöse öffentlicher Hallenbäder Tirol decken nur gut die Hälfte der Kosten; Branche fordert Überarbeitung und langfristige Sicherung der Landesförderung; steigende Energie-, Personal- und Sanierungskosten setzen Bäder unter Druck.

Hallenbäder: Eintritte nicht kostendeckend - tirol.ORF.at

24.04.2026 14.40 Online seit heute, 14.40 Uhr

Die Eintrittserlöse decken bei den öffentlichen Hallenbädern in Tirol im Schnitt nur etwas mehr als die Hälfte der Kosten ab. Das zeigt eine aktuelle Studie, die von der Branche am Freitag bei ihrer Winterbilanz präsentiert wurde. Die Gästezahlen sind demnach leicht gestiegen.

Die Tiroler Hallenbäder haben die Wintersaison 2025

2026 insgesamt positiv abgeschlossen. Eine Befragung unter den 21 geöffneten Betrieben zeigte leicht gestiegene Besucherzahlen und eine stabile wirtschaftliche Lage. „Die Wintersaison war für Tirols Hallenbäder insgesamt zufriedenstellend", erklärte Michael Kirchmair, Sprecher der Bäder in der Wirtschaftskammer, bei einer Pressekonferenz. Allerdings würden seien die meisten Betriebe durch steigende Energiekosten und Fachkräftemangel unter Druck.

Das bestätigt auch eine Studie in Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Uni-Institut für Sportwissenschaften. „Unsere Auswertungen zeigen: Besuchererlöse decken in Tirols Bädern im Schnitt nur etwas mehr als die Hälfte der Kosten. Steigende Energie- und Personalkosten setzen besonders Gemeindebäder unter Druck, notwendige Sanierungen verschärfen die Situation zusätzlich“, so Studienautor Martin Schnitzer. Laut der Analyse brauche es eine engere Zusammenarbeit der Gemeinden, um bestimmte Hallenbäder als Infrastruktur für die Region erhalten zu können.

Wichtige Infrastruktur für Bevölkerung und Tourismus

Wie Branchenvertreter selbst betonten, seien die Bäder ein wichtiges Element der Daseinsfürsorge. Das werde durch die Studie unterstrichen. Schwimmen gehöre neben Wandern und Skisport zu den beliebtesten Sportarten und werde in allen Altersgruppen regelmäßig ausgeübt. "Die Hallenbäder sind nicht nur für den Tourismus wichtig, sondern auch für die heimische Bevölkerung. Sie sind Orte der Bewegung, der Gesundheit und des sozialen Miteinanders“, betonte Ulrich Mayerhofer, Bäderchef der Innsbrucker Kommunalbetriebe.

Besonders sichtbar werde diese Rolle im Bereich der Schwimmkurse. Im Zeitraum von Jänner bis Juli 2025 wurden mehr als 54.000 Kindereintritte vom Land Tirol gefördert. Das zeigt laut Mayerhofer, dass die Bäder von Schulen und Kindergärten in Tirol intensiv genutzt werden: „Die Betriebe leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit unserer Kinder.“

Bäderförderung des Landes als Rückgrat für Hallenbäder

Die Bäderförderung des Landes, die bis zum Jahr 2029 insgesamt 75 Millionen Euro für Betrieb, Sanierungen und Neubauten von Hallenbädern vorsieht, zeigt laut Branchensprecher Kirchmair eine positive Wirkung. So würden es der Sockelbetrag von jeweils 100.000 Euro sowie zusätzliche, leistungsbezogene Förderanteile ermöglichen, dass die Betreiber die laufenden Kosten besser abfedern können.

Gleichzeitig forderten die Vertreter der Hallenbäder eine Überarbeitung der Förderrichtlinien und eine langfristige Absicherung. Die Bäderförderung müsse über das Jahr 2029 hinaus weitergeführt werden. Schon derzeit habe das Land Förderansuchen in Höhe von 22 Millionen Euro abgesegnet, darunter für den Neubau des Schwimmbads Axams sowie die Sanierungen der Hallenbäder Höttinger Au und Ehrwald. Weitere Vorhaben wie Pitz Park, Stubay, das Regionalbad Telfs-Oberland und der Zubau Höttinger Au seien vom Bäderbeirat bereits als förderwürdig eingestuft worden. Weitere Projekte seien in Prüfung, während gleichzeitig neue Vorhaben von Gemeinden vorangetrieben werden.

"Die Unterstützung aller Projekte geht sich mit den vorhandenen Mitteln bis 2029 nicht aus. Deshalb braucht es eine rasche Evaluierung der aktuellen Förderung sowie transparente und fachlich fundierte Prioritäten“, erklärte Kirchmair. An Stelle des Prinzips „first come, first serve“ müsse die Gewährung von Förderungen vielmehr daran geknüpft werden, welches Projekt am besten geeignet sei für die jeweilige Region. Eine Überarbeitung der Förderkriterien wünschen sich die Bäderbetreibung auch für Sanierungen. Aktuell kommen Förderunge dafür erst bei Projektkosten von zwei Millionen Euro aufwärts in Frage, das sei für die meisten Betreiber eine zu höhe Hürde.