Dax-Konzerne trotz Wirtschaftskrise mit Rekorddividenden, Allianz Spitzenreiter, Analysten verwundert. Anstehende Quartalszahlen, Notenbank-Entscheidungen, hohe Energiepreise, Porsche streicht Boni, verkauft Bugatti-Anteile, Unsicherheit in Industrie.

Aktienvorschau: Dax-Schwergewichte in Spendierlaune - Wirtschaft

Vorschau auf die kommende Börsenwoche: Von wegen Krise – die im Leitindex Dax versammelten Unternehmen schütten Dividenden im Rekordumfang an die Aktionäre aus.

Wie sehr leidet die deutsche Wirtschaft? Die Straße von Hormus ist weiterhin dicht, der Ölpreis liegt wieder klar über 100 US-Dollar pro Fass. Die Folgen der hohen Energiepreise belasten immer mehr Unternehmen – bei vielen muss man sich auf pessimistische statt hoffnungsfrohe Ausblicke gefasst machen. Entsprechend der trostlosen Lage schwächelt der Dax: minus 2,3 Prozent über die vorige Woche hinweg.

Vorneweg Allianz, Deutsche Telekom, Siemens und Mercedes

Es gibt auch die Kehrseite: Die Dax-Schwergewichte Mercedes-Benz (3,3 Milliarden Euro), Deutsche Telekom (4,8), Siemens (4,2) und Airbus (2,5) plus Infineon, Siemens Energy und Siemens Healthineers haben nach ihren Hauptversammlungen 17 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet, rechnet die Commerzbank vor. Die anderen 33 Dax-Angehörigen dürften weitere 37,9 Milliarden Euro an Dividenden zahlen. Spitzenreiter ist die Allianz mit 6,5 Milliarden. Zu Jahresbeginn waren die Analysten von einer sinkenden Ausschüttungssumme ausgegangen. Nun steigt das Dax-Dividendenvolumen gegenüber 2025 wahrscheinlich um gut vier Prozent auf das Allzeithoch von rund 55 Milliarden Euro.

Invest StuttgartAnleger zwischen Angst und Zuversicht

Interessant auch die Erwartung, dass die Dax-Unternehmen neben den 28 erwarteten Dividendenerhöhungen deutlich mehr eigene Aktien zurückkaufen. Ganz so schlecht geht es der Wirtschaft demnach nicht – wobei auch klar ist, dass die Dax-Größen ihre Gewinne vornehmlich im Ausland erzielen.

Analysten erwarten EZB-Leitzinserhöhung eher für den Juni

In dieser Woche prasseln jede Menge Quartalszahlen auf die Anleger nieder. Vor allem in den USA: 185 Mitglieder des S&P 500 – darunter fünf der „Big 8“ – legen ihre Berichte vor. In Deutschland sind insbesondere die Deutsche Börse (Montag), Airbus (Dienstag), Adidas, Deutsche Bank und Mercedes-Benz (Mittwoch) sowie BASF, Deutsche Post und VW (Donnerstag) an der Reihe. Dies könnte – neben dem Iran-Konflikt – für viel Bewegung an den Märkten sorgen.

Zudem ist es die Woche der Notenbanken. Die für deutsche Anleger relevantesten Zinsentscheidungen folgen am Mittwoch bei der US-Notenbank (Fed) und am Donnerstag bei der Europäischen Zentralbank. Bisher warten die Notenbanken ab, doch werden angesichts der Inflationsrisiken Signale für baldige Zinserhöhungen erwartet. Bei der EZB könnte dieser Schritt im Juni erfolgen.

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