GRÜNE Kanton Zürich fordert beschleunigten Atomausstieg vierzig Jahre nach Tschernobyl. Betonung fortbestehender Risiken, fehlender Endlager, Altreaktor Beznau, anhaltende radioaktive Belastung in Wildschweinen und Pilzen. Fokus auf erneuerbare Energien.
Vierzig Jahre nach Tschernobyl: Atomausstieg vorantreiben! - GRÜNE Kanton Zürich
Vierzig Jahre nach Tschernobyl: Atomausstieg vorantreiben!
Fraktionserklärung der GRÜNEN vom 27. April 2026, vorgelesen durch Thomas Forrer.
Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl jährte sich zum vierzigsten Mal: Am 26. April 1986 explodierte einer der vier Kernreaktoren des Atomkraftwerks. Es ist bis heute die grösste nukleare Katastrophe.
Die Folgen: Tausende von Menschen starben an den direkten Auswirkungen, 350’000 Menschen verloren ihr Zuhause. 6400 km2 in der heutigen Ukraine mussten vollständig aufgegeben werden, sie sind aufgrund der radioaktiven Verstrahlung für nächsten 20’000 Jahre weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar. Das ist eine Fläche so gross wie die Kantone Zürich, Aargau, Thurgau, St. Gallen und die beiden Appenzell zusammen.
Zugleich gelangten durch die Explosion flüchtige radioaktive Stoffe in die Atmosphäre: Wolken mit radioaktivem Niederschlag verteilten sich über weite Teile Europas. Milch und Fleisch aus der Nordostschweiz und dem Tessin waren verstrahlt. Und noch vierzig Jahre später lassen sich an Pilzen aus dem Tessin erhöhte radioaktive Werte messen, und im Fleisch der dortigen Wildschweine bleibt die Kontamination weiterhin auf sehr hohem Niveau.
Heute, am Ende des Erdölzeitalters, wird wieder mit dem Ausbau der Atomkraft geliebäugelt. Aber auch wenn die Technologie sich weiterentwickelt hat, ist der grösste Risikofaktor – der Mensch – gleichgeblieben. Alle grossen Atomunfälle haben gemeinsam, dass menschliches Fehlverhalten eine zentrale Ursache war. Es ist darum unabdingbar, dass wir uns an die Katastrophe von Tschernobyl erinnern und uns mahnend vor Augen halten, was für katastrophale Schäden Atomreaktoren im Extremfall anrichten können.
Wer die Gefahren des Klimawandels mit Atomkraftwerken bekämpfen will, nimmt eine andere Gefahr in Kauf. Zumal es auch nach über 60 Jahren Atomkraft weltweit immer noch kein Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle gibt, das in Betrieb ist. In der Schweiz und in Europa stehen hochradioaktive Abfälle in Zwischenlagern herum und bilden ihrerseits ein immer grösseres gesundheitliches und finanzielles Risiko.
Doch nicht genug: In Beznau steht heute das weltweit älteste Atomkraftwerk, das immer noch Betrieb ist: inzwischen 57 Jahre. Wer hier von einer nochmaligen Verlängerung redet, nimmt eine gefährliche Zunahme des radioaktiven Risikos für Bevölkerung und Umwelt in Kauf – ein Risiko, das übrigens keine Versicherung zu versichern bereit ist.
Für die Grünen ist klar: Der Ausstieg aus der Atomkraft muss vorangetrieben werden. Und Beznau 1 und 2 müssen möglichst bald abgeschaltet werden.Die Zukunft liegt weder im Erdöl noch in der Atomenergie: Sie liegt in den Erneuerbaren und in einer effizienten und klugen Energienutzung.
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