Herlinde Menardi, langjährige Leiterin des Tiroler Volkskunstmuseums, spricht bei ‚Gespräch über Tirol‘. Themenschwerpunkte: Volkskunstforschung, Standardwerk zu Krippen, wissenschaftliches Wirken, Aufarbeitung des Pfaundler-Archivs, zahlreiche Auszeichnungen.

H. Menardi: Volkskundlerin ohne Schnörkel- tirol.ORF.at - Landesstudio Tirol

28.04.2026 06.00 Online seit heute, 6.00 Uhr

H. Menardi: Volkskundlerin ohne Schnörkel

Viele Jahre lang war Herlinde Menardi das Gesicht des Tiroler Volkskunstmuseums. Von 2004 bis 2014 war sie die Leiterin des Museums, für das sie insgesamt 35 Jahre tätig ware. Dabei kam sie selbst nur durch Umwege zur Volkskunst. Am Montag, den 11. Mai 2026, ist Menardi Gast im „Gespräch über Tirol“ im Großen Landhaussaal.

Unter den vielen Ausstellungen, die sie konzipiert hat, lag ihr „Ladinia“ (2011) ganz besonders am Herzen, da die Familie ihrer Mutter aus der ladinischen Gemeinde Ampezzo stammt. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit versuchte sie stets, über die Grenzen zu schauen und das historische Tirol miteinzubeziehen. Sie war seit den 1980er Jahren im Beirat der Volkskundlichen Museums von Trento und später auch in dem des Museums Dietenheim und des Stadtmuseums Bozen.

Autorin eines Standardwerks über Krippen

Als „großen Schatz“ im Innsbrucker Volkskunstmuseum betrachtet sie die vielen Stuben, die nicht nur vom Leben der Bauern, sondern auch von dem der Bürger und des Adels erzählen. Herlinde Menardi publizierte zahlreiche Beiträge über historische Wohnkultur, Volkskunst, Trachtengeschichte und die Krippentradition als Ausdruck der Volksfrömmigkeit. 1985 erschien „Das Tiroler Krippenbuch“ von Herlinde Menardi und Erich Egg, ein Standardwerk, das mehrfach neu aufgelegt wurde.

Privat und beruflich eng verbunden war Herlinde Menardi mit dem 2015 verstorbenen Tiroler Volkskundler, Schriftsteller und Südtirol-Aktivisten Wolfgang Pfaundler. Pfaundler war von 1967 bis 2001 Herausgeber der Tiroler Kulturzeitschrift „Das Fenster“. Herlinde Menardi hat das umfangreiche Redaktionsarchiv aufgearbeitet und dem Forschungsinstitut Brenner Archiv als Schenkung übergeben. Dafür wurde sie 2018 mit dem Ehrenzeichen der Universität Innsbruck ausgezeichnet.

Zur Volkskunde kam die 1949 in Innsbruck geboren Menardi über Umwege. Sie arbeitete nach der Matura zuerst in einem Reisebüro in Wien und dann im Transportunternehmen ihres Vaters in Innsbruck. 1967 war sie eine der wenigen Frauen, die einen Lkw-Führerschein gemacht hat. Nebenbei besuchte sie Abend-Vorlesungen an der Universität Innsbruck. Ab 1973 studierte sie berufsbegleitend Geschichte und Volkskunde, 1978 wurde sie promoviert.

Herlinde Menardi lebt in Piburg im Ötztal. Für ihre Leistungen für das Tiroler Kulturleben wurde sie mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol, dem Ehrenzeichen der Stadt Innsbruck und dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet.

„Gespräche über Tirol“ ist eine Kooperation von Tiroler Tageszeitung, Land Tirol und ORF Tirol. Das Gespräch mit Herlinde Menardi wird vom Schriftsteller und Krimiautor Bernhard Aichner moderiert.

Das Gespräch findet am Montag, den 11. Mai 2026, um 19.00 Uhr im Großen Landhaussaal statt, Einlass ist ab 18.00 Uhr.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich – hier ist derAnmeldelink.

Anmeldung für das Gespräch über Tirol mit Herlinde Menardi