Genetische Studie widerlegt klassische Völkerwanderungstheorie: Keine großräumigen Invasionen, sondern schrittweise Durchmischung und regionale Mobilität im antiken Süddeutschland; erstmals genetische Typisierung römischer Kastell-Bevölkerung.
Langsame Durchmischung statt InvasionDie antike Völkerwanderung gab es so nicht
Langsame Durchmischung statt InvasionDie antike Völkerwanderung gab es so nicht
Ist unsere Vorstellung von der Völkerwanderung in der Antike falsch? Statt Invasionen germanischer Stämme ereignete sich offenkundig eine langsame Durchmischung der Bevölkerung im heutigen Süddeutschland. Das zeigen genetische Untersuchungen.
Die gängigen Vorstellungen von der Völkerwanderung nach dem Zusammenbruch des Römischen Weltreichs müssen überdacht werden.
Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Mainzer Anthropologen und Populationsgenetikers Joachim Burger hat herausgefunden, dass es großräumige Invasionen germanischer Völker so nicht gegeben hat. Nachgewiesen werden könne eine schrittweise Vermischung unterschiedlicher Gruppen und regionale Mobilität.
Bereits in der spätrömischen Phase – also noch vor dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft – waren laut der neuen Studie Menschen aus dem Norden Deutschlands in kleinen Gruppen in Regionen in Hessen und Bayern gezogen und hatten dort schrittweise den römischen Lebensstil übernommen.
Für die in der Fachzeitschrift„Nature“veröffentlichte Studie untersuchte das Forscherteam insgesamt 258 Genome von Skeletten aus dem ehemals römischen Grenzraum in den heutigen Bundesländern Bayern und Hessen und stellte sie einem Vergleichsdatensatz von rund 2900 antiken, frühmittelalterlichen und modernen Genomen aus Nord- und Süddeutschland gegenüber.
Die Untersuchung ergab, dass auf Friedhöfen im heutigen Süddeutschland, etwa in Altheim bei Landshut oder in Büttelborn bei Darmstadt, Menschen bestattet wurden, deren genetische Herkunft im nördlichen Europa lag. „Viele von ihnen lebten offenbar getrennt von der übrigen Bevölkerung, vermutlich als Landarbeiter. Sie heirateten weitgehend unter sich und behielten somit die genetische Signatur ihrer Vorfahren“, erläutert der Mainzer Populationsgenetiker Leonardo Vallini.
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Diese soziale Trennung könnte auf römische Regelungen zurückgehen, vermutet er. Fremden Gruppen wurde Land oft unter Auflagen, etwa Heiratsbeschränkungen, zugewiesen, um Integration zu steuern und gleichzeitig Kontrolle auszuüben.
Die genetische Durchmischung vollzog sich durch die Migration kleinerer Gruppen innerhalb weniger Generationen, erklären die Anthropologinnen Michaela Harbeck und Maren Velte von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) in München. Nach nur 150 Jahren habe die Bevölkerung südlich des römischen Limes in ihren Genen bereits heutigen Mitteleuropäern geähnelt.
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Die rasche Durchmischung führen die Forscher auf einen gemeinsamen kulturellen Hintergrund zurück. Womöglich spielten die Lebensart und die Traditionen der spätrömischen Gesellschaft eine verbindende Rolle.
Die Rekonstruktion von Familienstrukturen zeigt nach Darstellung der Wissenschaftler: Die Gesellschaft war überwiegend durch Kernfamilien geprägt, Ehen waren monogam, Ehen zwischen nahen Verwandten wurden vermieden. Erbliche Rechte konnten sowohl über Töchter als auch über Söhne weitergegeben werden.
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Das Forscherteam hat zudem zum ersten Mal die Bevölkerung eines römischen Kastells in Süddeutschland genetisch typisiert. Bei dieser römischen Zivil- und Militärbevölkerung handelte es sich danach um eine genetisch sehr heterogene Gesellschaft, die über Jahrhunderte Einflüsse aus ganz Europa und sogar aus Asien aufgenommen hatte.
Beteiligt an der interdisziplinären Studie waren etwa 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Mainz, Tübingen, Fribourg, Freiburg und Bayern. Beteiligt waren Experten aus verschiedenen Fachrichtungen, darunter Populationsgenetik, Bioinformatik, Anthropologie, Geschichtswissenschaften und Archäologie.
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Der Limes war nicht nur eine militärische Markierung des römischen Reiches, sondern vor allem die Grenze seiner Wirtschaft und Kultur. Die Grenzbefestigung beeinflusst sogar bis heute die Psyche der Menschen, wie eine neue Studie zeigt.
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